| Kurzbiographie |
Rudolf Roß wurde am 22.3.1872 in Hamburg geboren. Er kam seinem großen Wunsch Lehrer zu werden nach und bekam 1892 eine Lehrstelle an der Knabenschule in der Poolstraße. Zwei Jahre später veröffentlichte er seinen ersten Artikel zur Bildungsreform, ein Thema was ihm zeitlebens am Herzen lag. Über den Kontakt des Lehrers Heinrich Möller begann Roß sich in diversen Ausschüssen der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen Schul- und Erziehungswesens zu engagieren und bald trat er in dessen Vorstand ein. Als Schriftleiter der „Pädagogischen Reform“ veröffentlichte er viele Artikel zur Lehrerbildung, Fortbildungsfragen, rechtlichen Fragen der Lehrerschaft u. a. Als er die Tätigkeit als Schriftleiter 1911 aufgab, wechselte er in den Vorsitz des neu gegründeten Universitätsausschusses. 1919 zog er für die SPD in die Hamburgische Bürgerschaft ein, wo er sogleich zum Schriftführer gewählt wurde. Ein Jahr später wurde er Präsident. Zwischen 1921 und 1928 war Roß Leiter der von ihm mitbegründeten und mitkonzipierten Hamburger Volkshochschule. Er griff hierbei auf Ideen von der Arbeiterbildungsarbeit zurück; seiner Meinung nach war Bildung sowohl ein Beitrag zur Emanzipation des Individuums, als auch eine Voraussetzung für die Demokratisierung von Gesellschaft und Staat. 1928 wurde er in den Senat gewählt. Zwischen 1929 und 1933 wechselte er sich in den Ämtern des Ersten und Zweiten Bürgermeisters mit Carl Petersen ab. Danach zog er sich aus dem aktiven politischen Leben zurück. Rudolf Roß starb am 16.2.1951 in Hamburg. |