Hamburger Persönlichkeiten - Justiz
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Siegfried Albrecht  
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Geboren 29. Oktober 1819
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 30. Oktober 1885
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Siegfried Albrecht war Politiker und Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Er wurde am 29.10.1819 in Hamburg geboren und stammte aus einer Kaufmannsfamilie, die aus Dessau eingewandert war. Nach seiner Schulzeit am Johanneum studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg. Anschließend arbeitete er in Hamburg als Rechtsanwalt sowie in den Jahren 1846 bis 1849 als Kriminalhilfsaktuar bei der Hamburger Polizeibehörde. Zusätzlich war Albrecht als Redakteur bei den Hamburger Nachrichten tätig. In den Jahren 1848/49 gehörte er der Konstituierenden Versammlung in Hamburg an, wo er Mitglied des Verfassungsausschusses war. 1850 schloss er sich mit Gustav Ferdinand Hertz in der Anwaltssozietät „Dres. Albrecht & G. Hertz“ zusammen.

Von 1859 bis 1865 war Albrecht Mitglied der Hamburger Bürgerschaft. In den Jahren 1862 bis 1879 wirkte er als Präses des Handelsgerichts und wurde anschließend zum ersten Präsidenten des Landgericht Hamburgs ernannt. Jedoch musste Albrecht diese Position schon nach drei Jahren aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Nach seinem Tod am 30.10.1885 ehrte ihn Hamburgs Erster Bürgermeister Hermann Anthony Cornelius Weber mit den Worten:„Albrecht war ein Mann von tiefem Wissen, durchaus wahr, gründlich im Erwägen, ein Vorbild guter Rechtsprechung, einfach in seinem Auftreten hatte er einen hohen Adel der Gesinnung, er war ein echter Deutscher und ein treuer Hamburger.“

 
Literaturhinweise Siegfried Albrecht_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1859 - 1879
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Wilhelm Amsinck  
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Geboren 19. Juli 1793
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 04. Januar 1874
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Wilhelm Amsinck, geboren 19.7.1793 in Hamburg, gestorben 4.1.1874 ebd., Sohn des Bürgermeisters Wilhelm Amsinck und der Elisabeth Schuback. Nach Studium der Rechte Promotion zum Dr. jur. und Niederlassung als Advokat in Hamburg. 1824 Ernennung zum Richter am Niedergericht, 1827 zum Senatssyndikus. Vermählt 9.11.1824 mit Marie von Schwartz. 
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Senatssyndicus: 1827 -
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Zimbert Amsinck  
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Geboren 09. November 1650
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 28. August 1696
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Zimbert Amsinck, geb. 09.11.1650 in Hamburg, gest. 28.08.1696 ebd., Sohn des Hamburger Kaufmanns Rudolph Amsinck und der Hamburger Kaufmannstochter Anna Jenisch. Nach Jurastudium 1674 Licentiat der Rechte in Straßburg, seitdem als Advokat in Hamburg tätig. 08.10.1691 Heirat mit der Hamburger Kaufmannstochter Johanna Ulcken. 
Kategorien Justiz
Funktionen
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Hermann Baumeister  
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Geboren 04. Januar 1806
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 16. April 1877
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Hermann Baumeister wurde am 4.1.1806 als Sohn einer Hamburgischen Kaufmannsfamilie geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in Tübingen und arbeitete danach als Advokat. Zwischen 1835 und 1859 war er als Richter am Niedergericht tätig. Seine Entscheidung Richter zu werden, hing vor allem damit zusammen, dass er sich vermehrt wissenschaftlichen und politischen Themen widmen wollte und dies in seiner Position als Richter besser verfolgen konnte. Ab 1859 bis zu seinem Tod war er Richter am Obergericht. 1876 wurde er dessen Präsident. Von 1848 bis 1849 war er Präsident der Konstituierenden Versammlung in Hamburg und setzte sich vor allem für eine moderne Verfassung in Hamburg ein. Er war außerdem Mitglied der Rat- und Bürgerdeputation. Baumeister war ab 1859 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und für insgesamt dreizehn Jahre Präsident des Parlaments. Er verstarb am 16.4.1877 in Hamburg. 
Lokale Referenzen
Hermann Baumeister war langjähriges Mitglied der Freimaurer-Loge "Ferdinand zum Felsen". Von ihr ließ er sich 1833 in die Bruderschaft aufnehmen.
 
Spuren in Hamburg:
- in St. Georg ist seit 1874 die nach ihm benannte Baumeisterstraße
- an der Fassade des Ziviljustizgebäudes befindet sich eine Statue von ihm
- in der Rathausdiele ist an einer Säule sein Portrait-Reilef
- im Bürgersaal des Rathauses ist unterhalb des Frises ein Wandgemälde
- im Vorraum zur Bürgerschaft befindet sich die von Engelbert Pfeiffer geschaffene Baumeister-Büste
 
Literaturhinweise Hermann Baumeister_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1859 - 1877
Richter/in: 1859 - 1877
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Dr. Ferdinand Beneke  
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Geboren 01. August 1774
Geburtsort Bremen 
Gestorben 01. März 1848
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Ferdinand Beneke wurde am 1.8.1774 in Bremen geboren. Sein Vater war Kaufmann. Als seine Familie nach Minden umzog, wurde er auf die Ritterakademie in Rinteln geschickt. Dort machte er durch eine Freimaurerloge erste Bekanntschaft mit Anhängern der Französischen Revolution. Während seines Jurastudiums in Halle trat er in die „Loge zu den drei Degen“ ein. Nach einer kurzen Anstellung als Referendar in der preußischen Provinzialregierung in Minden erwarb er an der Univerität in Göttingen 1795 den Titel Dr. jur. Ein Jahr später erhielt er in Hamburg das Bürgerrecht und ließ sich dort als Advokat nieder. Neben seinem Beruf engagierte er sich als Armenpfleger und Förderer der Dammtor-Schule.
1804 änderte sich seine religiöse und politische Grundüberzeugung. 1813 war er als Mitglied der Bürgergarde an dem Versuch beteiligt, die Wiederbesetzung Hamburgs durch napoleonische Truppen zu verhindern. Nach deren Niederlage floh er aus Hamburg.
Im Exil war Beneke Mitbegründer des Hanseatischen Direktoriums, das den besetzten Städten Lübeck, Bremen und Hamburg eine Stimme geben sollte. In den Monaten vor Hamburgs Befreiung gehörte er zu den Truppen, die die Stadt bis zum Abzug der Franzosen belagerten. 1816 wurde er zum Oberaltensekretär gewählt. Das Kollegium, das er führte, war gegenüber dem Senat eine Art bürgerschaftliches Kontrollorgan und Beneke erwarb sich zu beiden Seiten großes Vertrauen.
Er verstarb am 1.3.1848 in Hamburg.
Von besonderer Bedeutung sind Benekes erhaltenen Tagebücher, in die er jeden Tag, von 1792 an bis zu seinem Tod, alles aufschrieb, sowohl Privates als auch Geschäftliches und Politisches. 
Literaturhinweise Ferdinand Beneke_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen
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Dr. Wilhelm Drexelius  
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Geboren 31. Juli 1906
Geburtsort Altona 
Gestorben 22. März 1974
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Wilhelm Drexelius wurde am 31.7.1906 in Altona geboren. Er promovierte an der Universität Hamburg in Rechtswissenschaft. Schon während seines Studiums war er der SPD beigetreten und engagierte sich in Studentengruppen. Nach seinem Abschluss ließ er sich als Anwalt in Hamburg nieder und gründete mit Clara Genter eine Kanzlei am Neuen Wall.

1946 ernannte Max Brauer Drexelius zum Senatssyndikus des Rechtsamtes. In dieser Funktion nahm er an dem Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee teil. 1951 ging er als Senatssyndikus in die Senatskanzlei. Als Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft wurde er 1961 in den Senat gewählt. Zunächst war er im Bereich der Baubehörde tätig, später dann in der Schulbehörde. 1966 wählte man Drexelius zum Zweiten Bürgermeister.

Er verstarb am 22.3.1974 in Hamburg.

 
Lokale Referenzen Wilhelm-Drexelius-Weg 
Literaturhinweise Wilhelm Drexelius_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
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Julius Friedrich Theodor Engel  
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Geboren 27. August 1842
Geburtsort Schleswig 
Gestorben 02. April 1926
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Julius Engel wurde am 27.8.1842 in Schleswig geboren. 1867 schloss er sein Jurastudium in Heidelberg und Kiel mit dem Staatsexamen ab. 1912 erhielt er von der juristischen Fakultät in Kiel die Ehrendoktorwürde. Zunächst arbeitete er als Amtssekretär in Reinbek, wechselte jedoch im selben Jahr als Assessor an das Amtsgericht in Albersdorf. Zwischen 1868 und 1880 war er als Notar und Rechtsanwalt in Neumünster tätig, hiernach wurde er Amtsrichter in Hamburg. In schneller Folge wurde er hier Richter am Landgericht, Landgerichtsdirektor, Oberlandgerichtsdirektor und schließlich 1901 Präsident des Landgerichts Hamburg. Er erwarb sich große Anerkennung mit der Einführung des bürgerlichen Gesetzbuches. Von 1887 bis 1913 war Engel Mitglied in der Hamburgischen Bürgerschaft, dessen Präsident er von 1902 bis 1913 war. Er verstarb am 2.4.1926 in Hamburg. 
Literaturhinweise Julius Friedrich Theodor Engel_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
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Dr. Martin Hieronymus Hudtwalcker  
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Geboren 15. September 1787
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 16. August 1865
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Martin Hudtwalcker wurde am 15.9.1787 in Hamburg geboren. Seine Familie war am Anfang des 18. Jahrhunderts nach Hamburg gekommen und in kurzer Zeit in die einflussreichen politischen Ämter der Stadt aufgestiegen. Nach dem Besuch mehrerer Schulen in Gotha und Kopenhagen studierte er in Heidelberg und Göttingen Jura, wo er 1809 promovierte. Er ließ sich für kurze Zeit in Hamburg als Jurist nieder, um dann jedoch nach Wien zu ziehen. Dort schloss er sich dem christlich-konservativen Kreis um den Freimaurer Friedrich von Schlegel und Joseph Anton Edler von Pilat an, die sein späteres Wirken und Denken stark prägten. 1815 kehrte er nach Hamburg zurück und arbeitete mit großem Erfolg wieder als Jurist. 1820 berief man ihn in den Senat, wo er sich auf Kriminalrecht spezialisierte und Mitglied in der Komission zur Vorbereitung der Hamburgischen Verfassung war. Er war außerdem sehr eng mit Karl Sieveking, Ferdinand Beneke und Jean Henri Merle d´Aubigné befreundet, mit denen zusammen er ein Vertreter der Erweckungsbewegung in Hamburg war. Außerdem war er Präses der Hamburg-Altonaischen Bibelgesellschaft.  
Lokale Referenzen

Martin Hieronymus Hudtwalcker war überzeugter Freimaurer. Er wurde am 11. Juli 1811 in der Hamburger Loge "Emanuel zur Maienblume" zum Bruder Lehrling aufgenommen. Hier wurde er im selben Jahr am 1. August zum Gesellen befördert und am 22. August zum Meister erhoben.

Spuren in Hamburg:

- in Winterhude sind seit 1899 die Hudtwalckerstraße und seit 1936 die Hudtwalckertwiete, die ihre Namen nach Martin Hieronymus und Johann Michael Hudtwalcker tragen.

 
Literaturhinweise Martin Hieronymus Hudtwalcker_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Senator/in: -
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Dr. Georg Ferdinand Kunhardt  
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Geboren 10. April 1824
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 08. März 1895
Todesort Heidelberg 
Kurzbiographie Ferdinand Kunhardt wurde am 10.4.1824 in Hamburg geboren. Sein juristisches Studium schloss er mit seiner Promotion in Heidelberg ab. Danach wurde er 1861 Richter am Niedergericht in Hamburg. In der Zeit von 1859 bis 1868 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und amtierte 1865 für zwei Jahre als deren Präsident. Nach seinem Austritt aus der Bürgerschaft wurde er 1869 an Stelle Alfred Rückers in den Senat gewählt. Dort amtierte er als erster Polizeiherr und Chef der Hamburgischen Justizverwaltung. In dieser Funktion war er für die Ausweisung des Sozialdemokraten und Verlegers Johann Heinrich Wilhelm Dietz aus Hamburg verantwortlich. Als ihm krankheitsbedingt ein Bein amputiert werden musste und er nahezu die Fähigkeit zu sprechen verloren hatte, trat Kunhardt 1887 von seinem Amt als Senator zurück. Er verstarb am 8.3.1895 in Heidelberg. 
Lokale Referenzen Kunhardtstraße 
Literaturhinweise Ferdinand Kunhardt_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
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Dr. Leo Lippmann  
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Geboren 26. Mai 1881
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 11. Juni 1943
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Leo Lippmann war Jurist und Staatsrat in der Finanzbehörde sowie Vorstandsmitglied der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg.

Er wurde am 26.5.1881 in Hamburg geboren und stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Familie. Nach dem Abiturabschluss im Jahre 1899 entschied er sich für ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach Studium, Doktorat, Referendariat und Assessorexamen wurde ihm 1906 auf besonderen Wunsch von Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg ein neu geschaffenes Referat in der Finanzdeputation übertragen. 1909 wurde er zum Regierungsrat befördert. Während des Ersten Weltkrieges wurde Lippmann in die Kriegsversorgungs-Kommission berufen, welche 1916 zum Kriegsversorgungsamt wurde und für die Koordination der Lebensmittelversorgung Hamburgs zuständig war. 1919 wurde er vom Hamburger Senat zum Oberregierungsrat ernannt, 1920 zum Senatssekretär. Letztere amtliche Stellung wurde im Zuge der neuen Hamburgischen Verfassung 1921 abgeschafft, so dass Lippmann zum Staatsrat ernannt wurde. Dieses Amt bekleidete er bis 1933, als er aufgrund seiner jüdischen Herkunft aus dem Staatsdienst entlassen wurde. Es war hauptsächlich sein Verdienst, dass die Hamburger Finanzen während der Weltwirtschaftskrise nicht gänzlich einbrachen. Ab 1935 arbeitete Lippmann für die Jüdische Gemeinde Hamburg. Er wurde in den Vorstand gewählt und verwaltete erfolgreich das Finanzressort. 1937 wählte man ihn zum Stellvertretenden Vorsitzenden. Die sogenannten „Lippmann-Berichte“ aus den Jahren 1939 und 1942 dokumentieren die Verfolgung und Zerstörung der Juden in Hamburg. Eine mögliche Auswanderung lehnte er für sich jedoch ab. Als die Gestapo am 10.6.1943 die Jüdische Gemeinde über die anstehende Deportation der restlichen Juden nach Theresienstadt unterrichtete, wählte Lippmann in der Nacht zum 11.6.1943 gemeinsam mit seiner Frau Anna Josephine den Freitod.

 
Lokale Referenzen

Leo-Lippmann-Saal (Finanzbehörde); Stolperstein vor der Finanzbehörde am Gänsemarkt; Stolpersteine für Anna und Leo Lippmann vor dem Haus Böttgerstraße 5

 
Literaturhinweise Leo Lippmann_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen
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Dr. Ascan Wilhelm Lutteroth  
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Geboren 06. Dezember 1874
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 01. August 1960
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Ascan Lutteroth war der Sohn des Hamburger Kaufmanns Arthur Lutteroth und der Mathilde Lutteroth. Nach dem Jurastudium in Tübingen, Berlin und Göttingen wurde er 1901 zum Dr. jur. in Leipzig promoviert. Seit 1905 war er als Jurist in Hamburg ansässig, 1921 wurde er zum Landgerichtsdirektor ernannt. Nachdem er 1942 in den Ruhestand getreten war, beschäftigte er sich mit familiengeschichtlichen Forschungen, deren Resultate er als verantwortlicher Bearbeiter des "Hamburgischen Geschlechterbuches" und in eigenen Publikationen veröffentlichte.

 
Kategorien Wissenschaft
Justiz
Funktionen
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Dr. Walter Matthaei  
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Geboren 22. Dezember 1874
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 10. März 1953
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Walter Matthaei war Richter, Politiker und Senator.

Er wurde am 22.12.1874 in Hamburg geboren. Nach dem Besuch der Gelehrtenschule des Johanneums studierte er Rechtswissenschaften in Halle (Saale), Tübingen und Berlin, wo er promoviert wurde. 1906 wurde er Amtsrichter in Hamburg. Ab 1920 war er als Landesgerichtsdirektor tätig.

Matthaei war von 1910 bis 1929 Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und von 1921 bis 1933 Senator. Er war zunächst Mitglied der DDP, später der Deutschen Staatspartei. Matthaei engagierte sich in hohem Maße für die sozial schwächeren Bevölkerungsschichten. Bereits 1912 hatte er die Einführung einer kommunalen Arbeitslosenversicherung beantragt, die jedoch abgelehnt wurde. In den Zwanzigerjahren fungierte er als Senator für Arbeit sowie für die Berufsschulen. Als Finanzsenator Carl Cohn 1929 aus dem Amt schied, übernahm Matthaei den Posten. Auf Anordnung der NSDAP-Reichsleitung entließ Bürgermeister Carl Vincent Krogmann ihn jedoch 1933 aus dem Senatsamt. Er war aber weiterhin als Zivilrichter am Landgericht tätig. Im Jahre 1941 ging Matthaei in den Ruhestand. Er verstarb am 10.3.1953 in Hamburg.

 
Literaturhinweise Walter Matthaei_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1910 - 1929
Senator/in: 1921 - 1933
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Otto Wilhelm Mönckeberg  
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Geboren 02. August 1843
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 14. Juni 1893
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Otto Mönckeberg wurde am 2.8.1843 in Hamburg geboren und stammte aus einer bedeutenden Hamburger Familie. Sein Großvater war der Jurist und Senator Johann Georg Mönckeberg und sein Vetter der Jurist und Bürgermeister Johann Georg Mönckeberg. Er heiratete Antoine von Melle, Tochter des Senators Emil von Melle und Schwester des Senators Werner von Melle. Seine Schwiegermutter war Maria Geffcken, Tochter des Senators Heinrich Geffcken und Schwester von Friedrich Heinrich Geffcken.
Mönckeberg studierte Rechtswissenschaften und wurde 1873 in den Hamburgischen Staatsdienst übernommen. 1877 wurde er Richter am Niedergericht und 1881 ernannte man ihn zum Landgerichtsdirektor.
1880 wurde er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft, wo man ihn 1885 zum Präsidenten wählte. Sieben Jahre blieb er in diesem Amt, bis er im November 1892 in den Senat gewählt wurde.
Er verstarb am 14.6.1893 in Hamburg.
 
Literaturhinweise Otto Mönckeberg_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
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Jürgen Friedrich Mondientz  
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Geboren 25. Februar 1791
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 18. Juli 1840
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Jürgen Friedrich Mondientz, geb. 25.02.1791 in Hamburg, gest. 18.07.1840 ebd., Sohn des Kaufmanns Jacob Ludwig Mondientz und der Anna Catharina Weißen. Laufbahn bei der Polizei in Hamburg, seit 1826 Ober-Polizeivogt. 03.06.1817 Heirat mit Anna Maria Friederike Pemöller (Staatsarchiv Hamburg, genealogische Sammlungen: Stammtafel Mondientz). 
Kategorien Justiz
Funktionen
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Dr. Friedrich Theodor Müller  
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Geboren 01. Mai 1821
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 16. April 1880
Todesort Montreux 
Kurzbiographie Friedrich Müller wurde am 1.5.1821 in Hamburg geboren und promovierte in dem Fach Rechtswissenschaften an der Universität in Heidelberg. Danach ließ er sich in Hamburg als Anwalt nieder. 1845 wurde er Mitglied der Patriotischen Gesellschaft und trug mit Veröffentlichungen zu politischen Fragen zu den damaligen Diskussionen bei. Dazu gehörten mehrere Rechtsgutachten zu den Beschlüssen des Senats. Er wurde in die Hamburger Konstituante gewählt und 1859 in die Hamburgische Bürgerschaft. Jedoch verließ er diese im selben Jahr wieder, um Sekretär des Bürgerausschusses zu werden. 1861 wurde er zum Senatssekretär berufen und 1862 in den Hamburger Senat gewählt. Diesem gehörte er bis 1869 an. Hier war er Mitglied des Militärdepartments sowie von 1865 bis 1867 Landherr von Ritzebüttel. Nach seinem Austritt aus dem Senat wurde er in die Schuldeputation gewählt. Müller starb am 16.4.1880 in Montreux. 
Literaturhinweise Friedrich Theodor Müller_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
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Dr. Paul Nevermann  
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Geboren 05. Februar 1902
Geburtsort Klein Flottbek 
Gestorben 22. März 1979
Todesort Puerto de la Cruz, Teneriffa 
Kurzbiographie Paul Nevermann wurde am 5.2.1902 in Hamburg geboren. Nach seinem Volksschulabschluss erlernte er den Beruf des Schlossers und Maschinenbauers und engagierte sich in der Arbeiterjugend sowie dem Metallarbeiterverband. Bereits 1920 trat er der SPD bei. Nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Hamburger Arbeiterabiturientenkurses bekam er ein Stipendium, studierte in Hamburg und Halle Jura und promovierte. 1933 wurde er zum Stadtverordneten in Altona gewählt und war für kurze Zeit als ehrenamtlicher Senator Mitglied des Magistrats. Danach war er als Rechtsanwalt tätig bis er im Juli 1944 inhaftiert wurde. Zwischen 1945 und 1957 war er maßgeblich am Wiederaufbau der Stadt und der Neubildung der SPD beteiligt. Außerdem war er als Senatsdirektor im Landesfürsorgeamt, Sozialsenator, Bausenator und Zweiter Bürgermeister tätig. Von 1946 bis 1974 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. Am 1.1.1961 wurde er zum Ersten Bürgermeister gewählt. Während seiner Amtszeit war ihm vor allem größere Bürgernähe und engere Zusammenarbeit mit Bremen und den Nachbarländern ein Anliegen. Als öffentlich wurde, dass Nevermann sich von seiner Frau Grete getrennt und eine neue Partnerin hatte, wurde ihm von der SPD nahegelegt, sich von dieser zu trennen. Dies lehnte er ab und trat daraufhin als Bürgermeister im Juni 1965 zurück. 1966 wurde er Landesvorsitzender der Hamburger SPD und bemühte sich weiter um Bürgernähe. Zuvor war er Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Wohnungswirtschaftler und Wohnungspolitiker. 1967 wurde er Präsident des Deutschen Mieterbundes. Für seine Verdienste erhielt er die Bürgermeister-Stolten-Medaille. Er verstarb am 22.3.1979. 
Lokale Referenzen Paul-Nevermann-Platz 
Literaturhinweise Paul Nevermann_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Senator/in: -
Bürgerschaftsmitglied: -
Bürgermeister/in: 1. Januar 1961 - 9. Juni 1965
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Dr. Carl Wilhelm Petersen  
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Geboren 31. Januar 1868
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 06. November 1933
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Carl Wilhelm Petersen wurde am 31.1.1868 in Hamburg geboren und stammte aus einer angesehen Hamburger Familie. Sein Großvater väterlicherseits, Carl Friedrich Petersen, war Bürgermeister von Hamburg und sein Großvater mütterlicherseits, Leopold Wilhelm Behrens, war Inhaber des Hamburger Bank- und Handelshauses L. Behrens & Söhne. Sein jüngerer Bruder Rudolf Petersen war Hamburgs erster Nachkriegsbürgermeister. Nachdem er sein Abitur in Kiel gemacht hatte, studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg und Leipzig. Nach seiner Promotion ließ er sich in Hamburg als Rechtsanwalt nieder. Petersen erhielt außerdem den Titel Doctor h.c. in Medizin. Während des Kaiserreichs gehörte Petersen zur Fortschrittlichen Volkspartei. 1899 wurde er in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, innerhalb derer er Mitbegründer der Fraktion der Vereinigten Liberalen war. Zwischen 1918 und 1933 war er Mitglied des Hamburger Senats. Er war 1919 Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei und wurde noch im selben Jahr 1. Vorsitzender. Weiter gehörte er 1919 bis 1920 als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der Kriegsschuld der Weimarer Nationalversammlung an und war zwischen 1920 und 1924 Reichstagsabgeordneter. Von 1924 bis 1929 war Petersen Erster Bürgermeister von Hamburg, 1930 bis 1931 Zweiter Bürgermeister und von 1932 bis 1933 erneut Erster Bürgermeister. Er verlor sein Amt mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Petersen verstarb am 6.11.1933 in Hamburg.

 
Lokale Referenzen Carl-Petersen-Straße in Hamburg – Hamm 
Literaturhinweise Carl Wilhelm Petersen_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
Bürgermeister/in: 4. Januar 1924 - 31. Dezember 1929
Bürgermeister/in: 1. Januar 1932 - 7. März 1933
Anfang

 
Dr. Hermann Poelchau  
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Geboren 16. Januar 1817
Geburtsort Berlin 
Gestorben 06. September 1912
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Hermann Johann Daniel Poelchau war Richter und Abgeordneter.

Er wurde am 16.1.1817 in Berlin geboren und wuchs als Sohn des deutsch-baltischen Musikers und Musikaliensammlers Georg Poelchau auf. Nach dem Tod seines Vaters wurde dessen umfangreiche Musikaliensammlung 1841 an das „Musikalische Archiv“ der „Königlichen Bibliothek“ verkauft, welche die heutige Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin darstellt. Poelchau wurde 1844 in Halle promoviert und etablierte sich ein Jahr darauf in Hamburg als Advokat. Er gehörte dem Bürgermilitär an und wurde 1854 Hauptmann des 6. Bataillons. Im selben Jahr wirkte Poelchau als Vertreter Hamburgs auf der Ersten Allgemeinen Industrieausstellung in München. Ab 1855 arbeitete er ehrenamtlich als Protokollant der Feuerkassendeputation und war zwischen 1854 bis 1860 Mitglied im Armenkollegium. Von 1859 bis 1862 gehörte Poelchau der Hamburgischen Bürgerschaft an. 1861 wurde er vom Hamburger Senat zum Richter am Niedergericht ernannt. 1879 amtierte er als Direktor des Landgerichts, drei Jahre später stieg er zum Oberlandesgerichtsrat auf. Im Jahre 1891 ging Poelchau schließlich in den Ruhestand. Er verstarb am 6.9.1912 in Hamburg.

 
Lokale Referenzen Poelchaukamp (Winterhude)
 
Literaturhinweise Hermann Poelchau_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1859 - 1862
Anfang

 
Dr.jur. Wilhelm Prochowink  
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Geboren 19. September 1878
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 27. März 1943
Todesort Hamburg (KZ Fuhlsbüttel) 
Kurzbiographie Wilhelm Prochownik wurde am 19. September 1878 in Hamburg geboren.
Am 01. Januar 1900 wurde er in Hamburg zum Landrichter ernannt. Am 01. April 1923 wurde er zum Oberlandesgerichtrat befördert und gehörte dem 2. Zivilsenat an, in dessen Zuständigkeit besonders der gewerbliche Rechtsschutz fiel. 
Zum 31.10.1933 wurde er von den Nationalsozialisten aus dem Dienst suspendiert. Unter dem Vorwand, er habe einen Pelzfuttermantel nicht abgeliefert, wurde er am 09.02.1943 verhaftet und in das das KZ Fuhlsbüttel gebracht. Am 27.03.1943 starb Wilhelm Prochownik in Folge schwerer Misshandlungen im KZ Fuhlsbüttel. Seine Tochter, die Chemikerin Vilma Prochownik, konnte 1933 aus Deutschland in die USA fliehen. 
Die Stadt Hamburg gedenkt Wilhem Prochownik mit einem Stolperstein am Sievekingplatz 1.
 
Kategorien Justiz
Funktionen Richter/in: -
Anfang

 
Dr. Gabriel Riesser  
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Geboren 02. April 1806
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 22. April 1863
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Gabriel Riesser war Jurist, Journalist, Politiker und als Obergerichtsrat der erste jüdische Richter in Deutschland.

Er wurde am 2.4.1806 in Hamburg geboren. Sein Vater, Jacob Lazarus Riesser, war als Sekretär am jüdischen Gericht in Altona tätig, später als Kaufmann in Hamburg. Der hochbegabte Riesser besuchte das Hamburger Johanneum und das Katharineum zu Lübeck. Nach dem Abitur studierte er Rechtswissenschaften in Kiel und Heidelberg, wo er 1828 promoviert wurde. Mit Hamburger Freunden gründete er in Heidelberg einen Gesprächszirkel, zu welchem unter anderem Ferdinand Haller, Gustav von Struve und Jakob Venedey gehörten. Doch sowohl die Universitätskarriere als auch die Zulassung zur Advokatur wurde Riesser aufgrund seiner jüdischen Herkunft verweigert. Er war oftmals hinsichtlich seines Glaubens diskriminiert worden. Zeitlebens engagierte er sich für die Gleichberechtigung von Juden und gilt als die wohl bedeutendste Persönlichkeit der jüdischen Emanzipationsbewegung in Deutschland. Er verfasste zahlreiche publizistische Schriften. 1832 gründete er die Zeitschrift „Der Jude. Periodische Blätter für Religions- und Gewissensfreiheit“. Als der Hamburger Senat 1840 eine Ausnahmeregelung verabschiedete, durfte Riesser sich als Anwalt etablieren. Von 1840 bis 1857 war er als Notar tätig. 1848 amtierte er als Abgeordneter im Frankfurter Vorparlament sowie für das Herzogtum Lauenburg in der Frankfurter Nationalversammlung. 1849 traten die Grundrechte des deutschen Volkes der Paulskirchenverfassung in Kraft, an deren Ausarbeitung Riesser maßgeblich beteiligt war. Zudem gehörte er zur Deputation, die dem preußischen König im April 1849 die Kaiserkrone antrug, trat nach dessen Ablehnung jedoch aus der Nationalversammlung aus. 1860 wurde er Mitglied des Hamburger Obergerichts und somit der erste jüdische Richter in Deutschland. In den Jahren 1859 bis 1862 war Riesser Mitglied, zeitweise auch Vorsitzender der Hamburger Bürgerschaft.

Er verstarb am 22.4.1863 in Hamburg.

 
Lokale Referenzen
Gabriel Riesser war überzeugter Freimaurer. Er wurde am 1. August 1832 in der Frankfurter Loge "Zur aufgehenden Morgenröte" - mit Wohnsitz Hamburg - in den Bruderbund aufgenommen.
 
Spuren in Hamburg:
- in Hamm-Nord ist seit 1957 die nach ihm benannte Riesserstraße
- in der Rathausdiele ist an einer Säule sein Portrait-Relief
 
Literaturhinweise Gabriel Riesser_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Medien
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1859 - 1862
Anfang

 
Dr. Alfred Rücker  
Abbildung
Geboren 25. Juni 1825
Geburtsort Wendemuth bei Wandsbek 
Gestorben 25. April 1869
Todesort während einer Bahnfahrt zwischen Uelzen und Lüneburg 
Kurzbiographie Alfred Rücker war Jurist, Diplomat und Senator.
Er wurde am 25.6.1825 in Wendemuth bei Wandsbek geboren und stammte aus einer einflussreichen Hamburger Kaufmannsfamilie. Sein Großvater mütterlicherseits war der Senator Martin Johann Jenisch. Rücker besuchte das Katharineum in Lübeck, studierte anschließend Rechtswissenschaften und wurde 1848 in Heidelberg promoviert. 1849 erhielt er das Hamburgische Bürgerrecht und etablierte sich als Anwalt. 1852 legte Rücker seine Arbeit jedoch nieder und wechselte in den Diplomatischen Dienst. Er war nun als Geschäftsträger des Hamburger Rathes in Berlin tätig. Als James Colquhoun, diplomatischer Geschäftsträger der Hansestädte in London, im Jahre 1855 verstarb, wurde Rücker zu dessen Nachfolger berufen. Außerdem wurde er ebenso von Bremen und Lübeck berufen und amtierte als hanseatischer Generalkonsul und Gesandter. Es war maßgeblich Rückers Verhandlungsgeschick zu verdanken, dass der für Hamburg unvorteilhafte Stader Elbzoll 1861 abgelöst werden konnte. Ende des Jahres 1860 wurde er in den neugebildeten Hamburger Senat gewählt und kehrte alsbald in seine Heimatstadt zurück, wo er bis zu seinem Tode wirkte. Rücker war schwer erkrankt und starb am 25.4.1869 während einer Bahnfahrt zwischen Uelzen und Lüneburg.
 
Literaturhinweise Alfred Rücker_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Senator/in: -
Anfang

 
Dr. Herbert Ruscheweyh  
Abbildung
Geboren 13. November 1892
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 11. März 1965
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Herbert Ruscheweyh wurde am 13.11.1892 in Hamburg geboren. Er studierte Rechtswissenschaft in der Schweiz und promovierte 1918 in Kiel. Zunächst war er als Jurist in Hamburg tätig und Mitglied im Vorstand der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer. 1917 trat er der SPD bei und wurde in den großen Arbeiterrat gewählt. Seit 1928 war er Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, ab 1931 dessen Präsident. Im März 1933 war es seine Aufgabe, den unter Führung der Nationalsozialisten neu gebildeten Senat zu vereidigen. Er setzte sich außerdem für die Aufklärung der Verhaftungen von Ernst Thälmann und Etkar André ein, sowie weiterer Verhaftungen von KPD-Mitgliedern und Hausdurchsuchungen bei SPD-Mitgliedern. Mit dem „Vorläufigen Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich“ wurde er Ende März 1933 aus seinem Amt enthoben. Danach arbeitete er weiter als Anwalt und machte sich vor allem in politischen Prozessen einen Namen. Unter anderem verteidigte er Julius Leber 1933 vor dem Lübecker Schwurgericht. Nach dem Hitler-Attentat 1944, von dem Ruscheweyh durch Dahrendorf unterrichtet worden war, wurde er einen Monat im KZ Fuhlsbüttel interniert. Nach dem Krieg war er am demokratischen Aufbau beteiligt und setzte sich vor allem für ein demokratisches Rechtswesen ein. 1961 wurde ihm das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen. Er verstarb am 11.3.1963 in Hamburg. 
Lokale Referenzen Ruscheweyhstraße 
Literaturhinweise Herbert Ruscheweyh_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Anfang

 
Dr. Kurt Sieveking  
Abbildung
Geboren 21. Februar 1897
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 16. März 1986
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Kurt Sieveking wurde am 21.2.1897 in Hamburg geboren. Nach seiner Kriegsteilnahme absolvierte er ein Jurastudium. Anschließend machte er ein Referendariat im Bankwesen und in der Amerikastelle des Berliner Auswärtigen Amtes, das er mit Promotion abschloss (1924). 1925 trat er einer Anwaltssozietät bei, die vor allem im Bereich Seeversicherungen tätig war. Außerdem war er politisch in der DVP aktiv, in der 1929 die Dezember-Gemeinschaft unter Führung von Sieveking und Eric Warburg entstand. Zusammen mit Warburg, de Chapeaurouge, Landahl und Ruscheweyh ersann Sieveking 1931 zur Bürgerschaftswahl mit Bezug auf das Tor im Hamburger Wappen die Parole „Haltet das Tor offen (...). Nationalismus heißt: das Tor schließen. Kommunismus heißt: das Tor schließen“. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten schied er aus der Anwaltssozietät aus und wurde 1935 Syndikus in dem jüdischen Hamburger Bankhaus Warburg. Im Sommer 1945 wurde er zum Senatssyndikus berufen und war für die Verbindungen zur britischen Militärregierung verantwortlich. 1951 ging er als Generalkonsul nach Stockholm und wurde kurze Zeit später deutscher Gesandter. Zurück in Hamburg wurde er im Dezember 1953 zum Ersten Bürgermeister gewählt. 1956 wurde Sieveking außerdem zum Präsidenten des Bundesrats gewählt. Er war zudem Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft. 1960 ernannte man ihn zum Ehrensenator der Universität Hamburg. Außerdem wurde er 1967 mit der Bürgermeister-Stolten-Medaille ausgezeichnet. Sieveking verstarb am 16.3.1986 in Hamburg. 
Literaturhinweise Kurt Sieveking_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Bürgermeister/in: 2. Dezember 1953 - 27. Dezember 1957
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Dr. Gustav Friedrich Carl Johann Sthamer  
Abbildung
Geboren 24. November 1856
Geburtsort Groß Weeden 
Gestorben 29. Juni 1931
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Gustav Sthamer wurde am 24.11.1856 in Groß Weeden bei Ratzeburg geboren. Seine Familie zählt zu den alten Hamburger Familien. Sthamer studierte Jura und promovierte 1878 in Göttingen. 1879 ließ er sich in Hamburg als Anwalt nieder. 1892 wählte man ihn den Vorstand der Hamburger Anwaltskammer und 1900 in das Präsidium der Oberschulbehörde. Er war ab 1901 Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, bis er 1904 in den Senat gewählt wurde. Während des Ersten Weltkrieges wurde er beurlaubt und übernahm das Amt des Präsidenten der Zivilverwaltung des von deutschen Truppen besetzten Antwerpen. 1917 kehrte er nach Hamburg zurück und wurde 1919 in den neuen Senat gewählt. Am 22.12.1919 wurde Sthamer zum Ersten Bürgermeister gewählt, legte sein Amt aber bereits am 13.2.1920 wieder nieder. Im August 1920 wurde er zum deutschen Botschafter in London ernannt. 1925 war er maßgeblich an der Verhandlung der Verträge von Locarno beteiligt, welche er auch unterzeichnete. Er verstarb am 29.6.1931 in Hamburg. 
Lokale Referenzen Sthamerkai, Steinwerder, seit 1930
 
Literaturhinweise Gustav Friedrich Carl Johann Sthamer_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
Bürgermeister/in: 21. Dezember 1919 - 13. Februar 1920
Anfang

 
Dr. Herbert Kurt Weichmann  
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Geboren 23. Februar 1896
Geburtsort Landsberg, Oberschlesien 
Gestorben 09. Oktober 1983
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Herbert Weichmann wurde am 23.2.1896 als Sohn jüdischer Eltern geboren. Er begann zunächst auf Drängen des Vaters Medizin zu studieren,  meldete sich dann aber nach einigen Monaten als Freiwilliger zum Krieg. 1919 brach er das Medizinstudium ab und studierte Jura in Breslau, Frankfurt am Main und Heidelberg. Er schloss mit Promotion ab.
In Breslau wurde Weichmann Zeuge des Kapp-Putsches, woraufhin er der SPD beitrat, in dessen Studentengruppe er vorher tätig gewesen war. Um seinen Lebensunterhalt zu sichern, war er als Journalist tätig. Nach Ablegung der Großen Staatsprüfung wurde er 1926 Richter am Amtsgericht Liegnitz und später in Breslau. Für kurze Zeit war er Chefredakteur der „Kattowitzer Zeitung“ und wechselte dann nach Berlin, wo er seine politische Laufbahn als persönlicher Referent des preußischen Ministerpräsidentens Otto Braun begann. 1928 war er am Abschluss des hamburgisch-preußischen Abkommens über die Hafengemeinschaft beteiligt. Hier lernte er Max Brauer kennen.
1932 wurde er nach dem Staatsstreichs Franz von Papens in das Handelsministerium versetzt. 1933 floh Weichmann mit seiner Frau nach Paris. Das Ehepaar wurde nach dem Angriff auf Frankreich interniert. 1940 gelang die Flucht in die USA, wo er eine Fortbildung zum Wirtschaftsprüfer machte.
1948 holte Max Brauer Weichmann zurück nach Deutschland und an den Hamburger Rechnungshof. 1957 wurde er zum Finanzsenator gewählt und 1965 zum Ersten Bürgermeister. Er erwirkte bedeutende Entwicklungen im Finanzsektor, die auch weiter über die Landesgrenzen hinaus wirkten. Auch wichtige wirtschaftliche und städtebauliche Entscheidungen wurden getroffen, wie z. B. die City Nord, das Congress Centrum Hamburg, die Köhbrandbrücke, der Elbtunnel, der Container-Hafen u.a. Zwischen 1961 und 1974 war Weichmann außerdem Mitglied der Bürgerschaft.
Er verstarb am 9.10.1983 in Hamburg. 
Lokale Referenzen
Spuren in Hamburg:
- nach ihm benannt ist in Uhlenhorst seit
  1985 die Herbert-Weichmann-Brücke
  1986 die Herbert-Weichmann-Straße

 
Literaturhinweise Herbert Kurt Weichmann_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Wirtschaft
Justiz
Funktionen Senator/in: -
Bürgermeister/in: 9. Juni 1965 - 9. Juni 1971
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Dr. Albert Wolffson  
Abbildung
Geboren 21. Juli 1847
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 16. Dezember 1913
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Albert Martin Wolffson war Rechtsanwalt und liberaler Politiker.

Er wurde am 21.7.1847 in Hamburg geboren und stammte aus einer jüdischen Familie. Sein Vater war der Hamburger Jurist Isaac Wolffson. Albert Wolffson studierte zunächst Rechtswissenschaften, trat 1869 in die Kanzlei seines Vaters ein und etablierte sich dann als Anwalt. Nachdem sein Vater Mitte der 1880er Jahre die Kanzlei verließ, wurden Otto Dehn und später auch Max Schramm Partner der aufstrebenden Anwaltssozietät. Wolffson war politisch sehr aktiv und gehörte in den Jahren 1880 bis 1910 der Hamburgischen Bürgerschaft an. Aufgrund seines jüdischen Glaubens war es ihm jedoch verwehrt, Mitglied des Hamburger Senats zu werden. Dennoch war Wolffson sehr einflussreich. Er war ein hervorragender und gefragter Jurist und galt als starker Redner. Seinen Beinamen „König Albert“ erhielt er angesichts seines richtungweisenden Wirkens als Führer der „Fraktion der Rechten“, der seinerzeit stärksten Fraktion der Hamburger Bürgerschaft. Wolffson war ein liberaler Politiker. Er war maßgeblich an der Abschaffung des Bürgergeldes als Wahlvoraussetzung für die Bürgerschaft sowie an der Absenkung des Zensus nach der Choleraepidemie von 1892 beteiligt. Bei der Verfassungsdebatte um die Wahlrechtsvorlage stimmte er gegen die Wahlrechtsverschlechterung. Als diese jedoch beschlossen wurde, trat Wolffson aus seiner Fraktion aus. Von 1903 bis zu seinem Tod amtierte Wolffson im Aufsichtsrat der Vereinsbank in Hamburg. Er verstarb am 16.12.1913 in Hamburg.  
Literaturhinweise Albert Wolffson_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: 1880 - 1910
Anfang

 
Dr. Isaac Wolffson  
Abbildung
Geboren 19. Januar 1817
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 12. Oktober 1895
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Isaac Wolffson wurde am 19.1.1817 als Sohn jüdischer Eltern in Hamburg geboren. Er begann zunächst in Heidelberg Rechtswissenschaften zu studieren, wechselte dann aber nach Göttingen und promovierte dort 1838. 1839 beantragte er eine Advokatur, die jedoch auf Grund seiner Konfession abgelehnt wurde, da es Juden nicht erlaubt war, das Bürgerrecht zu erwerben. Daraufhin betätigte er sich vor dem Handelsgericht und fertigte Schriften für die Anwälte am Oberlandgericht an, was ihm hohe Anerkennung einbrachte. Wolffson engagierte sich zunehmend an den politischen Reformbewegungen, die in den 1840er Jahren entstanden waren. Ein großes Anliegen war ihm vor allem auch die rechtliche Gleichstellung der Juden. 1848 wurde er in die konstituierende Versammlung Hamburgs gewählt. Als er nach den Beschlüssen der Frankfurter Nationalversammlung berechtigt war, das hamburgische Bürgerrecht zu erwerben, ließ er sich nun als Anwalt nieder. Nachdem er sich für einige Zeit aus dem politischen Leben zurückgezogen hatte und verstärkt in der jüdischen Gemeinde tätig war, wurde er 1859 in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, in der er bis 1883 Mitglied blieb. Zwischen 1861 und 1862 wurde Wolffson der erste jüdische Präsident der Bürgerschaft. In den 1870er Jahren vertrat er Hamburg als Abgeordneter der Nationalliberalen im Deutschen Reichstag. In dieser Funktion war er auch Mitglied der Kommission zur Ausarbeitung der deutschen Justizgesetze des Reiches. Außerdem war er als einziger ein ständiges Mitglied der Kommission für die zweite Lesung des Entwurfs zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Seit 1879 war er bis zu seinem Tode Präsident der Hanseatischen Rechtsanwaltskammer der Hansestädte Hamburg, Lübeck und Bremen. Wolffson verstarb am 12.10.1895 in Hamburg.
 
Lokale Referenzen Wolffsonweg; Wolffsonstieg; Wolffsonbrücke; Büste in der Eingangshalle des Oberlandgerichts; Reliefportrait an einer Säule der Hamburger Rathausdiele 
Literaturhinweise Isaac Wolffson_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Religion
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Anfang

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