| Kurzbiographie |
Die Komponistin und Pianistin Olga Mathilde Zeise wurde am 17. Januar 1864 in Altona geboren. Sie war das vierte Kind des Unternehmers Theodor Zeise und seiner Frau Bertha. Von 1880 bis 1883 studierte sie Klavier am Konservatorium der Rheinischen Musikschule in Köln; sie erhielt dort außerdem Unterricht in Kompositionslehre und Dirigieren. 1884 und 1885 ergänzte Olga Zeise ihr Studium durch Unterricht bei Franz Liszt in Weimar und Carl Reinicke in Altona. In Altona gab sie 1885 auch ihr erstes öffentliches Konzert. Nach 1890 lebte sie in Bedford, Buenos-Aires und Berlin, wo sie Konzerte gab, unterrichtete und komponierte.
Im Jahr 1906 kehrte Olga Zeise nach Altona zurück um anstelle ihrer Schwester Martha, die spät heiratete, Gesellschafterin der Mutter zu sein. Ihre künstlerische Tätigkeit setzte sie in kleinerem Rahmen fort: Neben einigen öffentlichen Konzerten spielte Olga Zeise bei gesellschaftlichen Anlässen im Freundes- und Bekanntenkreis. Nach dem Tod der Mutter im Jahr 1917 blieb sie im Hause der Familie Zeise und nahm weiterhin am kulturellen Leben Altonas teil. 1923 wurde sie als eine der ersten Frauen in den Vorstand der Altonaer Stadttheatergemeinde gewählt.
Da sie 1920 in die deutschnationale Volkspartei und später in die NSDAP eintrat, konnte Olga Zeise auch während des dritten Reichs als Künstlerin tätig sein. 1943 wurde ein Interview mit ihr sowie eine ihrer Kompositionen im Radio übertragen. Im selben Jahr wurde ihr Haus in der Palmaille 48 bei einem Bombenangriff zerstört. Sie zog mit ihrer Haushälterin Annemarie Bai zu deren Familie nach Elmshorn, wo Olga Zeise am 20. Februar 1945 starb.
Olga Zeises kompositorisches Werk umfasst Kinderlieder mit deutschen und plattdeutschen Texten, Klavierstücke und Melodramen. Die meisten ihrer Kompositionen gab sie im Selbstverlag heraus.
|