Hamburger Persönlichkeiten -
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Hermann Kauffmann  
Abbildung
Geboren 07. November 1808
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 24. Mai 1889
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Hermann Kauffmann, geb. 07.11.1808 in Hamburg, gest. 24.05.1889 ebd. 1823-1826 künstlerische Ausbildung bei Gerdt Hardorff d. Ä. in Hamburg, 1827-1833 Studium an der Akademie in München. Seitdem in Hamburg als Landschafts- und Genremaler tätig und eines der führenden Mitglieder des Hamburger Künstlervereins. Gilt als Hauptvertreter der sog. Hamburger Schule des 19. Jahrhunderts. 
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
Zeichner/in: -
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Jean Paul Kayser  
Abbildung
Geboren 22. September 1869
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 23. September 1942
Todesort Donaueschingen 
Kurzbiographie

Jean Paul Kayser (der seinen Vornamen Jean Zeit seines Lebens jedoch nie benutzte und seine Werke stets nur mit „Paul Kayser“ signierte) blieb sein Leben lang Hamburg stark verbunden, seine Motive sind vor allem im späteren Werk gerne der Hafen, Schiffe und Kräne. Stets ließ sich Kayser dabei auf aktuelle Kunstströmungen ein, wie zunächst den Impressionismus, später auch den Kubismus. Einen weiteren wichtigen Einfluss stellt Paul Cézanne dar. 

Ab 1886 erlernte Paul Kayser zunächst (gemeinsam mit Arthur Illies) den Beruf des Dekorationsmalers in Hamburg. 1889/90 besuchte er die Kunstgewerbeschulen in München und Dresden, kehrte aber nach Hamburg zurück, um weiter in seinem Beruf zu arbeiten und sich autodidaktisch in der Malerei zu bilden. 1897 ist er Mitbegründer des Hamburgischen Künstlerclubs, der sich – auf Anregung Alfred Lichtwarks hin – vor allem mit einer norddeutschen Ausprägung des französischen Impressionismus und der Freilichtmalerei beschäftigt. Schon 1896 hatte Lichtwark ein Werk Kaysers für die Kunsthalle erworben, viele weitere sollten folgen. 1900 entstand ein großes Wandgemälde („Alstertal-Landschaft“) für die Aula der Paulsenstift-Schule in St. Georg, das jedoch im Krieg zerstört wurde. Kayser arbeitet ab 1901 als Lehrer an einer privaten Malschule in Harvestehude, wo er auch seine Frau Melanie Hertz kennenlernte, die er ein Jahr später heiratete. 1909 malt Kayser gemeinsam mit Albert Marquet, den er 1933 auch in Paris (gemeinsam mit Fritz Flinte) besuchte und der ihn nachhaltig prägen sollte: seine Farbgebung wurde allgemein lichter. Kayser reiste weiter zu Studienzwecken nach Holland (1907, 1911) und nach Italien (1910). Während des Krieges wurde Kayser zum Kriegsdienst (den er in Sonderburg ableistete) eingezogen. 1919 gründete sich die Hamburgische Sezession, und wieder ist Kayser unter den Gründungsmitgliedern. Kayser genoss den Austausch mit anderen Künstlern, und war stets auch für die Ideen und Ansätze der jüngeren Generation von Malern zu begeistern. 1939 siedelte die Familie nach Süddeutschland über. Das Malen am Hamburger Hafen war verboten worden, zudem nahm der nächtliche Fliegeralarm zu, und Kaysers Tochter war gesundheitlich angeschlagen. 1942 stirbt Kayser nach viermonatiger Krankheit. Erst 1960 fand eine größerer Ausstellung im Altonaer Museum, in das später auch der größte Teil seines Nachlasses gelangte, statt.

 
Literaturhinweise Jean Paul Kayser_Literatur.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
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Paul Kayser  
Abbildung
Geboren 22. September 1869
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 23. September 1942
Todesort Donaueschingen 
Kurzbiographie Paul Kayser ist ein Beispiel für einen Hamburger Künstler, der Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark in der Stadt Hamburg und ihrem kulturellen Kreis vernetzt war. Nachdem er seine Ausbildung zum Dekorationsmaler abgeschlossen und mehrere Jahre lang als solcher in Hamburg gearbeitet hatte, wurde er 1897 zu einem der Gründungsmitglieder des Hamburger Künstlerclubs. Zudem war er an der Gründung der Hamburger Sezession beteiligt und trat dem Hamburger Künstlerverein von 1832 bei. Es folgten gemeinsame Ausstellungen im Hamburger Kunstverein von 1897 bis 1907 und 1928 mit der Hamburger Sezession. Häufig auftretende Motive Paul Kaysers Bilder waren die Norddeutsche Landschaft, der Hamburger Hafen sowie Altstadtansichten und Blankenese. Auch fing er die Landschaft auf seinen Reisen nach Italien und der Schweiz auf seinen Bildern ein. Außerdem malte er Stillleben, Bildnisse und Interieurs. Allerdings beschränkte er sich nicht nur auf die Malerei, sondern fertigte auch druckgrafische Werke, wie Radierungen und Lithographien, an. Ein stilistischer Wandel in seinem künstlerischen Schaffen ist nach seiner Begegnung mit dem französischen Maler Albert Marquet festzustellen. Dessen Malweise prägte Paul Kayser nachhaltig. Paul Kaysers Vater Jean Louis ließ in die Geburtsurkunde den weiteren Vornamen „Jean“ eintragen, doch benutzte der Künstle diesen nie in seinem Leben und es existiert kein einziges Bild mit der Signatur seines vollen Namens. 
Lokale Referenzen Kunstwerke von Paul Kayser befinden sich in den Sammlungen der Hamburger Kunsthalle, des Museums für Hamburgische Geschichte, der Hamburger Sparkasse, der HSH Nordbank und des Schifffahrtsmuseum Peter Tamm.  
Lebensbeschreibungen Paul Kayser.pdf
Literaturhinweise Paul Kayser.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
Grafiker/in: -
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Robert Kayser  
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Geboren 15. Januar 1805
Geburtsort Naumburg/Saale 
Gestorben 27. Oktober 1877
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Robert Kayser, von Beruf Kaufmann, ging 1829 nach Chile. Im Jahre 1839 kehrte er wieder nach Hamburg zurück und legte vier Jahre später den Bürgereid ab. Bis zum 6. September 1843 war er Teilhaber einer Handlungssozietät unter dem Namen Kayser, Hayn & Co. in Matzatlán. Am 30. Juni 1843 gründete er zusammen mit Kunhardt und Hayn eine Handlungsgesellschaft in Valparaiso, die bis zum 16. Mai 1849 bestanden hat. Als Neugründung entstand im Dezember 1846 in Hamburg die Handlung Kunhardt, Kayser & Hayn, die nach Kunhardts Tod ab März 1850 in Kayser & Hayn, 1854 in Robert Kayser umbenannt wurde. Diese Firma wurde am 1. Januar 1865 aufgelöst. Am 30. Dezember 1950 wurde Kayser in die Commerzdeputation gewählt. Er gehörte ihr bis 1857 an und führte 1856 das Präsidiat. Kayser war bereits während seiner Zugehörigkeit zur Commerzdeputation Mitglied der Steuerdeputation geworden, in der er von 1853 bis 1858 verblieb. Von 1859 bis1862 war er durch die allgemeinen Wahlen im 28. Bezirk in die Bürgerschaft gelangt, bis 1868 vertrat er die Gruppe der Grundeigentümer, von 1871 bis 1877 die Handelskammer.  
Lebensbeschreibungen Robert Kayser.pdf
Podcasts Kayser Robert.mp3
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Handelskammerpräses: 1856 -
Kaufmann/-frau: -
Bürgerschaftsmitglied: 1859 - 1877
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Reinhard Keiser  
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Geboren 10. Januar 1674
Geburtsort Teuchern 
Gestorben 12. September 1739
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Reinhard Keiser war einer der führenden deutschen Opernkomponisten des Barock. Sein melodisch galanter Stil beeinflusste viele zeitgenössische Komponisten. Sein intensives Schaffen (Rund 80 Opern, szenische Werke, Arien, Duette, Kantaten, Serenaden), war für die Entwicklung der Oper in Deutschland von großer Bedeutung. Unter seiner Leitung erlebt die Oper am Gänsemarkt einen künstlerischen Höheflug, die Mehrzahl seiner Opern erlebte dort ihre Uraufführung.

Im thüringischen Teuchern geboren, kam Keiser 1697 nach Hamburg und blieb mit wenigen Unterbrechungen bis zu seinem Tod in seiner neuen Wahlheimat. Er arbeitete zuerst als Kapellmeister und Hauptkomponist an der Oper am Gänsemarkt, von 1703 bis 1707 war er ihr Direktor.

Der Bankrott der Oper im Jahre 1717 zwang Keiser, sich anderweitig nach einer Anstellung umzusehen. Doch alle Versuche schlugen fehl. Weder an den Höfen von Gotha, Eisenach oder Stuttgart noch am Opernhaus von Kopenhagen bot man ihm ein sicheres Einkommen. 1728 wird er in das Amt des Domkantors von Hamburg berufen und komponiert verstärkt kirchenmusikalische Werke.  
Kategorien Musik
Funktionen Komponist/in: -
Oper: -
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Dr. Heinrich Kellinghusen  
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Geboren 16. April 1796
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 20. April 1879
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Senator und Bürgermeister der Stadt Hamburg.
Heinrich Kellinghusen besuchte das Johanneum - sein Lehrer war der Freimaurer Johannes Gurlitt. Obwohl Kellinghusen katholisch war, wurde er am 4. Juli 1831 in den Hamburger Senat berufen. Hier wirkte er in unterschiedlichen Funktionen - vor allem aber im Justizwesen. Nach dem Großen Brandt wurde Heinrich Kellinghusen am 23. Dezember 1842 zum Bürgermeister gewählt. Bis 1860 hatte er dieses Amt im jährlichen Wechsel mit der Präsidentschaft des Hamburger Obergerichts inne. Nach der Verabschiedung der neuen Hamburgischen Verfassung schied er zum 1. Januar 1861 aus dem Senat aus und wurde bis 1876 Präsident des nunmehr vom Senat getrennten Oberlandesgerichtes.
 
Lokale Referenzen
Heinrich Kellinghusen war in Hamburg Mitglied einer unbekannten Freimaurer-Loge.
 
Spuren in Hamburg:
- in Eppendorf ist seit 1901 die nach ihm benannte Kellinghusenstraße
   - hier befindet sich die Handelsschule Kellinghusenstraße
   - hier ist zwischen Eppendorfer Landstraße und den U-Bahn-Gleisen der Kellinghusen-Park
- im Kaisersaal des Rathauses steht eine Marmor-Büste von Heinrich Kellinghusen
 
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: -
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Stephan Kempe  
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Geboren -
Geburtsort  
Gestorben 23. Oktober 1540
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Kempe absolvierte das Grundstudium an der Universität Rostock, trat 1521 dem Franziskanerorden bei und lebte zunächst im Rostocker Katharinenkloster. 1523, als die Reformation Rostock erreichte und der Kaplan an St. Petri Johann Slüter († 1532) in ihrem Sinne zu wirken begann, wurde Kempe innerhalb der Ordensprovinz Saxonia in das Hamburger Marien-Magdalenen-Kloster versetzt. Hier begann Kempe, der trotz Aufforderung nicht in sein Heimatkloster nach Rostock zurückkehrte, Predigten im Sinne Luthers zu halten. Diese müssen – mögen die späteren Berichte darüber auch stilisiert sein – nachhaltige Wirkungen zugunsten der Reformation erzielt haben. Als Seelsorger betreute Kempe 1524 den Raubmörder Laurens Goltsmidt, der am 23. Oktober 1524, und den Seeräuber Claus Kniphoff, der am 30. Oktober 1525 auf dem Grasbrook hingerichtet wurde. Die dabei gemachten Erfahrungen prägten offenbar Kempes theologische Position, dass auch wer viele Todsünden begangen habe, bei aufrichtiger Reue und Buße die göttliche Gnade erlangen könne. 1527 erfolgten die Wahl zum Pfarrer an der Katharinenkirche und die endgültige Aufgabe des Mönchsstandes. 1528 nahm Kempe an einer Disputation mit den katholischen Geistlichen der Stadt teil. Diese veranlasste den Hamburger Rat zu der Entscheidung, 1529 die Reformation offiziell einzuführen. Im selben Jahr trat Kempe gemeinsam mit Johannes Bugenhagen (1485–1558) und Hermann Tast (1490–1551) auf dem Flensburger Religionsgespräch auf, wo sich lutherische Geistliche der Herzogtümer Schleswig und Holstein mit dem danach ausgewiesenen Täufer Melchior Hoffmann († 1543?) sowie dessen Anhang auseinandersetzten. 1530 ehelichte Kempe Anna Eyke, eine ehemalige Nonne des Klosters Harvestehude. Noch im selben Jahr engagierte der Lüneburger Rat Kempe für die Durchsetzung der Reformation. Kempe wirkte vermutlich an der ersten städtischen Kirchenordnung („Christlyke ordenynghe van der scholen und kercken sacken der stadt Lüneborch“) von 1531 mit, als deren Hauptverfasser Urbanus Rhegius (1489–1541) gilt. Die Vorlage für das Porträt Kempes stammt aus: Das Evangelische Hamburg/ Oder Kurzgefaßter Historischer Bericht/ Wie es zuerst mit der Reformation in ... Hamburg ergangen ... Hamburg 1717 (Nordkirchenbibliothek, Sign. Mi 1993). Außerdem abgebildet: Martin Luther, In Epistolam S. Pauli ad Galatas Commentarius ... Wittenberg 1535 (mit Kempes persönlichem Besitzeintrag, SUB Hamburg, Sign. A 1953/2938); Stephan Kempe, Up des Abbates van Sunte Michael tho Lünenborch ... Prövebock Antworth ... Hamburg 1531 (SUB Hamburg, Sign. Scrin A/232).

 

 
Lokale Referenzen

Eine Skulptur von 1929 an der Bugenhagenkirche im Stadttteil Barmbek, geschaffen von dem Bildhauer Friedrich Wield (1880–1940).

 

 
Literaturhinweise Kempe.Stephan.Quellen.Literatur.pdf
Kategorien Religion
Funktionen Pastor/in / Pfarrer/in / Kleriker: 1521 - 23. Oktober 1540
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Annie Kienast  
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Geboren 15. September 1897
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 03. September 1984
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Annie Kienast wuchs mit fünf Geschwistern im Arbeitermilieu auf - der Vater war Kesselschmied, die Mutter ein ehemaliges Dienstmädchen, beide SPD-Mitglieder. Annie Kienasts Bildungslaufbahn entsprach dem eines Mädchen aus der Arbeiterschicht: Volksschule, danach Lehre als Textil-Verkäuferin.
Geprägt durch ihre Eltern wurde auch Annie Kienast Mitglied der SPD (ab 1918) und der Gewerkschaft. Sie engagierte sich im „Zentralverband der Handlungsgehilfen“ (ZdH) bzw. dessen Nachfolgeorganisation, dem „Zentralverband der Angestellten“ (ZdA).
Im Februar 1918 gehörte sie zu den Organisatorinnen des ersten Streiks der Hamburger Warenhausangestellten und erstritt höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen, gleiche Bezahlung für Frauen und Männer und den 19-Uhr-Ladenschluss am Sonnabend.
Der Arbeitgeber entließ daraufhin Annie Kienast; sie konnte aber sofort bei der ZdA-Hamburg tätig werden, wo sie von 1919 bis 1921 als Sekretärin des ZdA-Ortsvorsitzenden John Ehrenteit arbeitete. Zwischen 1921 und 1933 war sie dann als Warenhausverkäuferin im Konsum-, Bau- und Sparverein „Produktion" beschäftigt und gleichzeitig Mitglied des Gesamtbetriebsrates der „Produktion" und damit eine der wenigen Betriebsrätinnen der Hansestadt.
Als Gewerkschafterin setzte sie sich besonders für die Probleme der erwerbstätigen Frauen ein. Beruf, Gewerkschaftsarbeit und Politik füllten ihr Leben aus, deshalb blieb sie ledig.
Als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen, verlor sie 1933 ihre Stellung und war bis 1935 arbeitslos. Dann bekam sie eine Anstellung bei der Defaka.
Gleich nach der Befreiung vom Nationalsozialismus schloss sich Annie Kienast wieder der SPD an und wurde im Oktober 1946 in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt, der sie bis Oktober 1949 angehörte.
In der Nachkriegszeit war sie Mitbegründerin der DAG und gehörte bis 1957 ihrem Hauptvorstand an. 1982 wurde ihr die Medaille für Treue Arbeit im Dienste des Volkes verliehen.

Text: Rita Bake

 
Lokale Referenzen

Ihr Grabstein steht im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

2016 wurde in Hamburg-Langenhorn eine Straße nach ihr benannt.

 
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen
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Adolph Diedrich Kindermann  
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Geboren 23. April 1823
Geburtsort Lübeck 
Gestorben 16. September 1892
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Adolph Dietrich Kindermann erhielt in Lübeck seine Ausbildung zum Kunstmaler von Christian Peter Wilhelm Stolle. 1843 wechselte er an die Kunstakademie Dresden. Hier beteiligte er sich 1849 am Maiaufstand und wurde daraufhin des Landes verwiesen. Bis 1853 betätigte er sich in Paris als Portraitmaler. Mit kurzer Unterbrechung in Lübeck ging er 1856 nach Hamburg, um hier als Kunstmaler und Photograph zu arbeiten. Kindermann war Mitglied im Hamburger Künstlerverein von 1832.
 
Lokale Referenzen
Adolph Dietrich Kindermann war in Hamburg Mitglied in der Freimaurer-Loge "Ferdinande Caroline zu den drei Sternen" - seine Aufnahme war 1853. Im selben Jahr wurde er von dieser Loge in den Gesellengrad befördert und zum Meister erhoben. 1875 bekleidete er in seiner Loge das Amt des II. Aufsehers.
 
Kategorien Kunst
Funktionen Fotograf/in: -
Maler/in: -
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David Kindt  
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Geboren 1580
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 26. Februar 1652
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

David Kindt ist als Maler vor allem für seine Porträts bekannt, etwa von Senator Rudolph Amsinck und seiner Frau Elisabeth. Er gilt als einer der beliebtesten und bedeutendsten Porträtmaler seiner Zeit. Als ein wichtiger Einfluss zählt vor allen Dingen der holländische Porträtstil.

David Kindt wurde 1580 in Hamburg geboren. Schon sein Vater Johann, der aus Gründen der religiösen Verfolgung von Brabant in die Hansestadt gekommen war, arbeitete als Hamburger Amtsmaler. Eventuell wurde er auch in den Niederlanden ausgebildet; möglich wäre es sicher, dass er auch bei seinem Vater lernte. Ab 1605 war er Meister des Maleramtes in Hamburg, ab 1629 Ältermann. 1605 heiratete er Anna Lange, mit der er neun Kinder bekam. Häufige Auftraggeber Kindts waren neben der städtischen Oberschicht Hamburgs auch der Adel der umliegenden Regionen, wie etwa der Herzog von Gottorf. Schon relativ früh (etwa ab 1604) sind Aufträge aus diesen Kreisen nachweisbar, sodass Kindt sich wohl schon in jungen Jahren einen Namen gemacht hatte, bzw. vielleicht auch auf den guten Ruf und „Kundenstamm“ seines Vaters zurückgreifen konnte. Er besaß nachweislich mehrere Häuser und nahm schon 1605 einen Lehrling in seiner Werkstatt auf. Kindts Grab befindet sich in der Hamburger Nikolaikirche.

Nur wenige Werke können mit Sicherheit Kindt zugeschrieben werden: Alfred Lichtwark geht von sechs bis sieben Bildnissen aus, von denen sich vier bis fünf in Hamburg befinden. Sein Anteil an der 1622 in Auftrag gegebenen „Totentanz“- Tafel in der Hamburger Kirche St. Jacobi ist unsicher. Die Tafel ist stark übermalt, es wurde auch vermutet, dass Kindt lediglich eine Restaurierung daran vornahm. 

 
Literaturhinweise David Kindt_Literatur.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
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Gustav Heinrich Kirchenpauer  
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Geboren 02. Februar 1808
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 03. April 1887
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Gustav Heinrich Kirchenpauer, geb. 2.2.1808 in Hamburg, gest. 3.4.1887 ebd., Sohn des Kaufmanns Johann Georg Kirchenpauer und der Anna Katharina Rueß. 1826-1831 Studium der Rechte in Dorpat und Heidelberg und Promotion zum Dr. jur. Seit 1832 als Rechtsanwalt in Hamburg tätig. 1843 Senator, 1869 Bürgermeister in Hamburg. Vermählt 2.2.1844 mit Juliane Dorothea Krause. 
Lokale Referenzen

Kirchenpauerkai, HafenCity, seit 1868

Kirchenpauerstraße, Klostertor, seit 1927

 
Kategorien Politik
Funktionen Senator/in: 1843 -
Bürgermeister/in: 1869 -
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Jacob Friedrich Kirchhoff  
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Geboren 13. Februar 1791
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 14. Mai 1844
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Jacob Friedrich Kirchhoff, geb. 13.2.1791 in Hamburg, gest. 14.5.1844 ebd., Sohn des Maklers Jacob Friedrich Kirchhoff und der Anna Regina Wolters. Selbst als Makler in Hamburg tätig; wegen seiner Streiche und Possen als "Hamburger Eulenspiegel" und dem Namen "Vetter Kirchhoff" bekannt und zum Hamburger "Original" geworden. 
Kategorien
Funktionen Komiker/in: -
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Martin Kirchner  
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Geboren 04. Juli 1930
Geburtsort Garmisch-Partenkirchen (Bayern) 
Gestorben 12. Februar 2003
Todesort Husum (Schleswig-Holstein) 
Kurzbiographie 1949 Abitur in Marienau, Landkreis Lüneburg Gesellenprüfung als Tischler im Schiffsinnenausbau in Hamburg 1952-1955 Studium Technische Universität Berlin, Reisen nach England, Italien, Frankreich 1955 Vordiplom an der TU Berlin 1955-1958 Fulbright Stipendiat Yale-Universität, New Haven, Connecticut USA 1957-1958 Bachelor of Architecture, Studium bei Louis Kahn, Paul Rudolph, lo Ming Pei 1957 Magnus T. Hopper Fellowship for Hospital Design 1958 Master of Architecture, danach Praxis in Architekturbüros in New Haven, Pittsburgh, East Liverpool und Los Angeles. Erste eigene Bauten in Ohio 1959 Büro Peter Poelzig in Berlin: Krankenhaus Stade 1960-1962 Bürochef Internationale Architektengemeinschaft Prof. Hermann Baur, Basel, C.G. Carlstedt, Stockholm, Prof. Peter Poelzig, Berlin, Prof.Godber Nissen, Hamburg für den Neubau des Universitätsklinikums Teheran, Iran 1962-1967 Bürochef bei Prof. Godber Nissen, Hamburg: Augenklinik UK Eppendorf, Studentenwohnheim Grandweg u.a. 1963 Zusammenarbeit mit Prof. Konstanty Gutschow, Hamburg Vorbereitung eines Buches über Nordamerikanische Universitäten Programmierung des Lehrbereichs der Medizinischen Universität Hannover 1963 1967 Gründung eines eigenen Büros 1971 Umwandlung des Büros in die "Planungsgruppe Martin Kirchner" 1977-1994 Sektionsvorsitzender Baukunst der Freien Akademie der Künste in Hamburg 1989 Schließung des Büros 1989-1994 Geschäftsführer der kommunalen Wohnungsgesellschaft GWG Gesellschaft für Wohnen und Bauen m.b.H Hamburg 1994 Tätigkeit für die LEG Landesentwicklungsgesellschaft für Städtebau, Wohnen und Verkehr des Landes Brandenburg 1995 Geschäftsbereichsleiter Standortentwicklung der LEG __Quelle: http://www.architekturarchiv-web.de/kirchner.htm _Nico Klaffert, Hamburgisches Architekturarchiv  
Kategorien Architektur
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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Friedrich Wilhelm Helmuth Kittel  
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Geboren 11. April 1902
Geburtsort Postsdam 
Gestorben 20. Januar 1984
Todesort Göttingen 
Kurzbiographie

Helmuth Kittel war ein in Hamburg arbeitender Theologe und Religionspädagoge. Nach dem Abitur 1920 in Potsdam studierte er bis 1925 evangelische Theologie in Berlin und Tübingen sowie 1925/26 Klassische Philologie in Berlin. Dort wurde er mit einer kirchengeschichtlichen Arbeit bei Karl Holl promoviert. Von 1924 bis 1926 war Kittel Inspek­tor am Studentenhaus für evangelische Theologiestudenten in Berlin, anschließend von 1926 bis 1930 Assistent in Göttingen, wo er sich 1932 habilitierte. Zugleich wandte er sich der Pädagogik zu und war von 1930 bis 1932 Dozent an der Pädagogischen Akademie Altona. 1931 erhielt er den Professorentitel verliehen. Von 1931/32 bis 1933 las Kittel Neues Testament im Rahmen der Religions­lehrerausbildung an der Hamburger Universität. Ohne Berufungsverfahren erhielt er 1937 kommissarisch, 1938 dauerhaft einen Lehrstuhl für Neues Testament an der Universität Münster. Im Zweiten Weltkrieg war Kittel von 1939 bis 1945 zunächst Wehrmachtsgeistlicher, dann auf eigenen Wunsch als Offizier bei der kämpfenden Truppe.

Kittel sah die demokratische Republik als Irrweg und begrüßte entsprechend den Nationalsozialismus und besonders den Führergedankens. Die völkische Ausrichtung prägte auch sein Engagement in der Jugendbewegung. Von 1930 bis 1933 war Kittel Bundesführer der Deutschen Freischar und leitete diese dann in die Hitler-Jugend über. 1933 trat der engagierte Deutsche Christ in verschiedene nationalsozialistische Organisationen und 1937 nach der Aufhebung der Mitgliedersperre auch in die NSADP ein. 1938 unterzeichnete er die berüchtigte „Godesberger Erklärung“, in der ein unüberbrückbarer Gegensatz zwischen Christentum und Judentum proklamiert wurde. Nach 1945 bestritt er, diese Unterschrift geleistet zu haben und versuchte sein nachhaltiges nationalsozialistisches Engagement zu kaschieren.

1946 wurde Kittel Professor an der Pädagogischen Hochschule Celle, die 1953 nach Osnabrück verlegt wurde. Dort war er von 1954 bis 1959 Direktor. Von 1963 bis zu seiner Emeritierung 1970 war er Professor für Religionspädagogik an der Theologischen Fakultät in Münster.

1958 erhielt Kittel die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Münster, 1983 die der Philosophischen Fakultät I der Universität Augsburg. 1963 wurde ihm das Große Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens verliehen, 1975 folgte die Ernennung zum Ehrenmitglied der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften.

 
Literaturhinweise Kittel Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Religion
Bildungswesen
Funktionen Hochschullehrer/in: 1931 - 1970
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Clara Klabunde  
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Geboren 30. Dezember 1906
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 07. Juli 1994
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Anfang des 20. Jahrhunderts geboren, gehörte Clara Klabunde, geb. Genter zu den wenigen Frauen, die in einem seit Jahrhunderten den Männern vorbehaltenen Beruf tätig wurden: der Juristerei. Sie wurde nach dem Krieg zur ersten Gerichtspräsidenten der Bundesrepublik Deutschland.
Im Alter von 20 Jahren schrieb sich Clara Klabunde an der juristischen Fakultät der Universität Hamburg ein und studierte bis 1929 Jura. Nach ihrem Großen Juristischen Staatsexamen arbeitete sie von 1933 an 19 Jahre als Rechtsanwältin in Hamburg. Gleichzeitig war sie im sozialdemokratischen Umfeld tätig. Hier lernte sie ihren späteren Mann kennen, den Journalisten Erich Klabunde, der nach 1933 seine Arbeit aus politischen Gründen aufgeben musste und nach dem Krieg Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Clara Klabunde ehrenamtliches Mitglied einer Reihe von Gremien. Im Rahmen der Entnazifizierungsverfahren war sie als Spruchkammervorsitzende, außerdem im beratenden Ausschuss für das Pressewesen, im Vorstand des Hamburgischen Anwaltsvereins und der Vereinigung weiblicher Juristen und Volkswirte tätig.
1950 starb Erich Klabunde. Clara Klabunde ging in den Staatsdienst und wurde Richterin. Neben dieser Tätigkeit fungierte sie 25 Jahre als Verfassungsrichterin am Hamburgischen Verfassungsgericht und gehörte außerdem lange dem Vorstand des Hamburgischen Richtervereins an.
1952 wurde Clara Klabunde zur Vorsitzenden am Landesarbeitsgericht Hamburg und zur Landesarbeitsgerichtsdirektorin berufen und war entscheidend bei der Entwicklung des damals nur teilweise kodifizierten Arbeitsrechts beteiligt, welches den sozialen Gegebenheiten der Nachkriegszeit angepasst werden musste.
Am 1. September 1966 wurde Clara Klabunde als erste Frau in der Bundesrepublik Deutschland zur Präsidentin des Landesarbeitsgerichtes ernannt und wirkte in dieser Funktion bis zu ihrer Pensionierung 1971.
Für ihre Verdienste um das Rechtswesen erhielt Clara Klabunde die Medaille für Treue Arbeit im Dienste des Volkes in Silber.

Text: Rita Bake

 

 
Lokale Referenzen Seit 1962 gibt es in Hamburg Bergstedt den Klabundeweg, benannt 1962 nach Erich Klabunde. 2001/2002 ergänzt um die ebenso bedeutende Ehefrau Clara Klabunde.  
Kategorien Justiz
Funktionen Richter/in: -
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Erich Klabunde  
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Geboren 20. Februar 1907
Geburtsort Berlin 
Gestorben 21. November 1950
Todesort Bad Pyrmont 
Kurzbiographie Erich Klabunde war nicht nur ein Hamburger Journalist, sondern gilt außerdem als einer der Begründer des sozialen Wohnungsbaus. Der gelernte Bankkaufmann war einige Jahre Redakteur beim „Hamburger Anzeiger“ und gründete nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit Journalistenfreunden die Berufsvereinigung Hamburger Journalisten. Ebenso stark beteiligt war er 1949 an der Gründung des Deutschen Journalisten-Verbands. Im Hauptausschuss des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) sorgte Klabunde für den Aufbau eines demokratischen Rundfunks im Nachkriegsdeutschland. Nach 1945 baute er auch den Gesamtverband Gemeinnütziger Wohnungsunternehmen auf und gründete die Fachzeitschrift „Gemeinnütziges Wohnungswesen“. Als Experte für den Wohnungsbau gelangte er in die erste Hamburger Bürgerschaft und erhielt dort den SPD-Fraktionsvorsitz, gefolgt von einem Sitz im ersten Deutschen Bundestag 1949. Klabundes vielseitige politische und publizistische Begabungen aus Verbandsarbeit und Journalismus mündeten schließlich in seinem großen Coup, das am 24. April 1950 verabschiedete erste deutsche Wohnungsbaugesetz erfolgreich auf den Weg zu bringen, das wichtige soziale Eckpunkte für den Wiederaufbau festlegte. Erich Klabundes Arbeit steht damit wegweisend für den sozialen Wohnungsbau in der Bundesrepublik. Ihm zu Ehren ist in Hamburg-Bergstedt der Klabundeweg benannt. Außerdem zeichnet der Landesverband Hamburg des Deutschen Journalisten-Verbands jährlich herausragende sozialkritische Artikel mit Hamburger Bezug mit dem Erich-Klabunde-Preis aus. Ausführlichere Informationen enthält das beigefügte pdf-Dokument „Erich Klabunde“. 
Lokale Referenzen Klabundeweg, Bergstedt, seit 1962
 
Lebensbeschreibungen Erich Klabunde.pdf
Kategorien Medien
Funktionen Journalist/in: -
Bürgerschaftsmitglied: -
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Bernhard Klefeker  
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Geboren 12. Januar 1760
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 10. Juni 1825
Todesort Leipzig 
Kurzbiographie

Bernhard Klefeker, geb. 12.1.1760 in Hamburg, gest. 10.6.1825 auf einer Kurreise nach Karlsbad in Leipzig, Sohn des Kämmereischreibers Bernhard Klefeker und der Ratsherrentochter Anna Cäcilie Kentzler. 1779-1782 Studium der Theologie in Leipzig, seit 1782 in Hamburg tätig. 1790 Berufung zum Prediger nach Osnabrück. Seit 1795 Diakon, seit 1802 Hauptpastor an der Jacobikirche in Hamburg. 1817 Ehrendoktor der Theologie der Universität Jena. 17.5.1791 Heirat mit Anna Maria Süberkrub.

Theologisch war Klefeker ein entschiedener Anhänger der Aufklärung, als Schriftsteller war er vor allem auf dem Gebiet der praktischen Theologie tätig. Im Streit um die rationalistische Altonaer Bibel des Nicolaus Funk (1767-1847) nahm Klefeker diesen gegen den Vorwurf in Schutz, mit seinen dortigen Anmerkungen die Grundlagen des evangelischen Glaubens zu untergraben. In seinen Predigten nahm er auch auf zeitnahe Ereignisse (wie die Sturmflut von 1825) Bezug.


 
Nachrufe (Nekrologe) BernhardKlefekerNekrolog1.pdf
BernhardKlefekerNekrolog2.pdf
Literaturhinweise BernhardKlefeker.QuellenLiteratur.pdf
Kategorien Religion
Funktionen
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Johannes Klefeker  
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Geboren 14. August 1698
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 02. November 1775
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Johann Klefeker, geboren 14.8.1698 in Hamburg, gestorben 2.11.1775 ebd., Sohn des Hamburger Kämmereischreibers Johann Klefeker und der Küsterstochter Anna Maria Ehlers. Nach Studium der Rechte in Tübingen 1720 Promotion zum Lic. jur. Seit 1725 Senatssyndicus in Hamburg mit umfangreicher Gesandtschaftstätigkeit, u.a. am Wiener Hof. Vermählt 3.12.1725 mit Maria Poppe. 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein 1 Quelle Staatsarchiv HH.pdf
Text Latein 2Quelle Staatsarchiv HH.pdf
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Kategorien Politik
Funktionen Senatssyndicus: 1725 -
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Prof. Dr. Hermann August Klingenheben  
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Geboren 11. Mai 1886
Geburtsort Barmen 
Gestorben 26. Januar 1967
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

August Klingenheben war ein Hamburger Afrikanist. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Tübingen ab 1905 Evangelische Theologie. Zum Wintersemester 1905/06 ging er nach Marburg. In Halle, wo er von 1906 bis 1911 studierte, wechselte er Ostern 1907 zur Philologie, studierte Orientalistik und legte die Turnlehrerprüfung ab. 1911 wurde er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter bei dem Afrikanisten Carl Meinhof am Hamburgischen Kolonialinstitut. Im Frühjahr 1914 unternahm er mit Meinhof eine Forschungsreise in den Anglo-Ägyptischen Sudan. Von August 1914 bis März 1919 war er im Ersten Weltkrieg deutscher und türkischer Frontoffizier in Russland, Rumänien und Mesopotamien. Nach Kriegsende konnte er seine Stelle nunmehr an der Hamburgischen Universität wieder aufnehmen. Ein Jahr später wurde er in Leipzig mit einer Arbeit zum Hausa-Dialekt von Katagum promoviert. 1924 habilitierte er sich in Hamburg über die Laute des Ful. 1926/27 war er stellvertretender Seminardirektor. 1926 unternahm er eine Studienreise nach Spanisch-Marokko, ein Jahr später nach Liberia und Sierra Leone. 1928 wurde ihm die Amtsbezeichnung „Professor“ verliehen. Er bereicherte das Seminar, da er sich anders als Meinhof auf die Sprachen des nördlichen und westlichen Afrikas konzentrierte.

1930 wurde August Klingenheben außerordentlicher Professor für afrikanische Sprachen in Leipzig, sechs Jahre später als Nachfolger Meinhofs Ordinarius in Hamburg, wo er afrikanische und semitische Sprachen lehrte. Ab Mai 1938 war er Mitglied des Ausführenden Rates des Internationalen Instituts für afrikanische Sprachen und Kulturen in London. Für ihn war die Afrikanistik streng linguistisch ausgerichtet. Klingenheben ging es um die Dokumentation, Beschreibung und Klassifikation der mehr als tausend afrikanischen Sprachen.

Politisch trat Klingenheben am 1. Mai 1933 in die NSDAP ein und war von 1937 bis 1940 Blockleiter. Der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt gehörte er ab 1935, dem NS-Altherrenbund ab 1937 und dem Reichskolonialbund ab 1940 an. Von August 1945 bis Dezember 1947 war er suspendiert, danach konnte er seine Lehrtätigkeit in Hamburg wieder aufnehmen. 1954 wurde er emeritiert, lehrte aber noch bis 1965 weiter.

 
Literaturhinweise Klingenheben Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Bildungswesen
Funktionen Hochschullehrer/in: 1924 - 1965
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Rudolf Klophaus  
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Geboren 14. Januar 1885
Geburtsort Solingen 
Gestorben 03. Juli 1957
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Nach Abschluss der Maurerlehre besuchte der Sohn einer Arbeiterfamilie von 1901 bis 1906 Baugewerkschulen in Barmen bei Wuppertal und Aachen. Schwer verwundet im Ersten Weltkrieg gelang es ihm ab 1916 bei einem Architektenbüro in Hamburg tätig zu werden. Sein erstes eigenes Büro gründete er 1920 zusammen mit dem Architekten August Schorch. Diese Partnerschaft wurde 1927 um Erich von Putlitz erweitert. Gemeinsam errichtete das Trio in den Folgejahren viele Büro- und Geschäftshäuser, sowie Geschoss-Wohnanlagen - vorzugsweise in Hamburger Backsteinarchitektur. Ab 1932 führte Klophaus sein eigenes Architektenbüro, in dem die Planung und Realisierung unterschiedlicher Geschäfts- und Wohnbauten durchgeführt wurden. Nach Kriegsende gelang es ihm ab 1948 wieder architektonisch tätig zu sein. Er starb kurz nach Fertigstellung der City-Hof-Hochhäuser am Klosterwall.
 
Am 5. Juli 2015 wurden weite Teile der Speicherstadt und des Kontorhausviertels zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Hierzu zählt auch der von Rudolf Klophaus 1928-29 errichtete Mohlenhof. Zu der zum Welterbe grenzenden Pufferzone gehören auch seine Bauwerke: Pressehaus, Altstädter Hof, Bartholomayrhaus und die City-Hof-Hochhäuser.
 
Lokale Referenzen
Rudolf Klophaus wurde in Hamburg am 8. Mai 1922 von der Johannisloge "Zur Hanseatentreue" zum Freimaurer-Lehrling aufgenommen und am 26. März 1923 zum Gesellen befördert.
 
Spuren in Hamburg:
- in Allermöhe ist seit 1979 der nach ihm benannte Klophausring
- in Hamburg von Rudolf Klophaus allein/in Gemeinschaft errichtete Bauwerke:
  1921-28 Geschosswohnhausensemble, Hohe Weide
  1923-24 Umbau und Aufstockung Patriotische Gesellschaft, Trostbrücke
  1925      Umbau und Aufstockung Ernst Klockmann Haus, Kirchenallee
  1928-29 Kontorhaus Mohlenhof, Burchardstraße
  1928      Reichenhof, Kleine Reichenstraße
  1931      Boardinghaus des Westens, Schulterblatt
  1934-36 Geschosswohnhaus, Rademachergang
  1936-37 Wohnbau Altstädter Hof, Steinstraße
  1936-37 Geschosswohnhaus, Kornträgergang
  1938      Pressehaus, Speersort
  1938-39 Kontorhaus Bartholomayhaus, Steinstraße
  1955      City-Hof-Hochhäuser, Klosterwall
 
Sonstige Klophaus_Schoch_zu_Putlitz_.JPG
Kategorien Architektur
Funktionen
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Friedrich Gottlieb Klopstock  
Abbildung
Geboren 02. Juli 1724
Geburtsort Quedlinburg 
Gestorben 14. März 1803
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Friedrich Gottlieb Klopstock, geboren 2.7.1724 in Quedlinburg, gestorben 14.3.1803 in Hamburg, Sohn des in Quedlinburg ansässigen Juristen Gottlieb Heinrich Klopstock und der Kaufmannstochter Anna Maria Schmidt aus Langensalza. Nach theologischem Studium in Jena Hinwendung zum Dichterberuf; durch Titularanstellung und Gehaltszahlung seitens des dänischen Königs von Brotberuf befreit, seit 1751 als Dichter in Kopenhagen, seit 1770 in Hamburg ansässig. 10.6.1754 erste Heirat mit der Hamburger Kaufmannstochter Margareta (Meta) Moller (gest. 1758), 30.10.1791 mit der Hamburger Kaufmannstochter Johanna Elisabeth Dimpfel, verw. von Winthem, einer Nichte seiner ersten Frau. Durch seinen "Messias" der gefeiertste deutschsprachige Dichter seiner Zeit. 
Lokale Referenzen
Friedrich Gottlieb Kloppstock wurde in der Loge "Zu den drei Rosen" zum Freimaurer aufgenommen.
Er pflegte in Hamburg enge Kontakte zu vielen Persönlichkeiten, die dem Bund der Freimaurer angehörten: Georg Heinrich Sieveking, Domherr Friedrich Johann Lorenz Meyer, Matthias Claudius, Gotthold Ephraim Lessing, Johann Georg Büsch und viele mehr.
Auf seinem Grabstein vor der Christianskirche steht die von seinem Freimaurerfreund Graf Friedrich Leopold zu Stolberg Stolberg geschriebene Inschrift: "Deutsche nahet mit Ehrfurcht und Liebe der Hülle eures größten Dichters".
 
Spuren in Hamburg:
- in Ottensen: Klopstockplatz, Klopstockterrasse und Klopstockstraße
- vor der Christianskirche wird seine Grabstätte Klopstock-Denkmal genannt
- in der Rathausdiele finden wir an einer Säule sein Portrait-Relief
- in der Neanderstraße 24 ist ihm das Haus aus der Katharinenstraße gewidmet
 
Kategorien Literatur
Funktionen Dichter/in: -
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Johanna Elisabeth Klopstock  
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Geboren 26. Juli 1747
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 19. Januar 1821
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Johanna Elisabeth Dimpfel, geboren 26.7.1747 in Hamburg, gestorben 19.1.1821 ebd., Tochter des Hamburger Kaufmanns Johann Heinrich Dimpfel und der Hamburger Kaufmannstochter Catharina Margaretha Moller. 19.11.1765 Heirat mit ihrem Vetter, dem Hamburger Kaufmann Johann Martin von Winthem (gestorben 1789); nach dessen Tod zweite Eheschließung am 30.10.1791 mit dem Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock. Nichte von Klopstocks erster Frau Margareta Moller. Berühmt für ihre Gesangskunst, von dem Klopstockkreis als „die Windeme“ schwärmerisch gefeiert. 
Kategorien Musik
Funktionen Musiker/in: -
Sänger/in: -
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Margareta Klopstock  
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Geboren 16. März 1728
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 28. November 1758
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Margareta (Meta) Moller, geb. 16.03.1728 in Hamburg, gest. 28.11.1758 ebd., Tochter des Hamburger Kaufmanns Peter Moller und der Katharina Persent. Erste Ehefrau des Dichters Friedrich Gottlieb Klopstock, vermählt am 10.06.1754. Von Klopstock in seinen Oden als "Cidli" besungen. Selbst schriftstellerisch tätig. 
Lokale Referenzen Die, 1938 in Ottensen, nach Friedrich Gottlieb Klopstock benannte Klopstockstraße wurde 2001 nach Meta Klopstock mitbenannt
 
Kategorien Literatur
Funktionen Dichter/in: -
Autor/in: -
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Elso Klöver  
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Geboren 31. Januar 1893
Geburtsort Wewelsfleth (Kreis Steinburg) 
Gestorben 30. August 1984
Todesort Lüneburg 
Kurzbiographie Nach dem Abitur in Hamburg begann Elso Klöver 1912 in Tübingen ein Studium der Staats- und Rechtswissenschaften. Am 7. Juli 1920 wurde er in Hamburg zum Dr. rer. pol. promoviert wurde. Als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter begann er am 1. Januar 1921 den Dienst bei der Handelskammer, die ihn ab 1. Juli 1921 zum wissenschaftlichen Assistenten und ab 1. Dezember 1928 zum stellvertretenden Syndikus ernannte. Mit Wirkung vom 18. September 1933 wurde Klöver zum Syndikus, ab 1. März 1934 zum 1. Syndikus ernannt. Ab 15. Mai 1934 wurde er vom Reichswirtschaftsminister auch zum Leiter der neugebildeten Außenhandelsstelle für Hamburg und die Nordmark bestellt. Vom 1. Dezember 1939 bis zum 3. Januar 1945 stand Klöver im Wehrdienst, behielt jedoch seine Kammerposition. Nachdem er seine Kammeraufgaben in Hamburg wieder übernommen hatte, wurde er am 26. November 1945 auf Befehl der Militärregierung entlassen, wie damals üblich ohne Angabe von Gründen. 
Lebensbeschreibungen Elso Klöver_HGF.pdf
Podcasts Klöver Elso.mp3
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Hauptgeschäftsführer/in der Handelskammer: 1934 - 1945
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Karl Kluth  
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Geboren 12. Januar 1898
Geburtsort Halle/Saale 
Gestorben 15. Dezember 1972
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Karl Kluth hat den Hamburgischen „Sezessionsstil“ entscheidend mit geprägt. Seine Motive waren häufig Landschaften, aber auch Akte und einige Selbstporträts. Dabei ist der Hintergrund häufig grafisch abstrahiert, kurvige Linien dominieren, und es herrscht eine tonige Farbigkeit, oft mit starker Kontrastwirkung, vor.

Eine zunächst begonnene Lehre als Lithograf (schon sein Vater übte diesen Beruf aus) brach Kluth 1917 ab, als er sich freiwillig zum Kriegsdienst meldete. Von 1919 bis 1922 studierte er die Malerei an der Staatlichen Akademie Karlsruhe. Bei einem Besuch lernte er Hamburg kennen und ließ sich hier nieder. Ab 1923 stellte er bei den Hamburger Sezessionisten aus, öffentliche Anerkennung wird ihm aber erst 1928 zuteil, als er bei einer Ausstellung über Hamburger Künstler in der Berliner Galerie Nierendorf teilnahm. 1929 besuchte Kluth den von ihm sehr verehrten Edvard Munch in Norwegen. Ab 1931 war er Mitglied der Hamburgischen Sezession, und wirkte auch an den bekannten „Zinnober“-Festen mit; im selben Jahr bereist er mit seinen Freunden Willem Grimm und Hans Ruwoldt Italien. 1933 verhinderten die Nationalsozialisten, dass Kluth (von Max Sauerlandt berufen) an der Landeskunstschule Hamburg lehrte. Ebenfalls 1933 wurde die zwölfte Ausstellung der Sezession geschlossen, da eines von Kluths Werken („Akt auf rotem Sofa“) als „pornographisch“ diffamiert wurde, mehrere Gemälde wurden zudem bei der Aktion „Entartete Kunst“ zerstört. Kluth zog sich in Folge dieser Entwicklung aus der Kunstszene zurück und arbeitete als Zeichenlehrer und Bühnenbildner. Er wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen, und geriet in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er erst 1949 zurückkehrte. Kluth hatte erneut Erfolg, wurde (diesmal durch Friedrich Ahlers-Hestermann berufen) Professor an der Landeskunstschule und nahm an zahlreichen Ausstellungen teil. Er entwickelte seine Auslegung des Hamburgischen Sezessionsstiles weiter. 1950 wurde er zum Vorsitzenden des Deutschen Künstlerbundes gewählt. Von 1952 bis 1965 lehrte er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, dabei gehörten zu seinen Schülern einige der späteren Mitglieder der „Gruppe Zebra“. Bis zu seinem Tode am 15. Dezember 1972 war Karl Kluth künstlerisch tätig geblieben. 

 
Literaturhinweise Karl Kluth_Literatur.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
Lithograph/in: -
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Prof. Theodor Ludwig Georg Albert Knolle  
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Geboren 18. Juni 1885
Geburtsort Hildesheim-Moritzberg 
Gestorben 02. Dezember 1955
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Theodor Knolle war ein evangelisch-lutherischer Theologe und Hamburger Landesbischof. Knolle studierte Evangelische Theologie in Marburg, Berlin und Halle, wo er 1907 das erste Theo­logische Examen bestand; in Magdeburg legte er 1909 das zweite Examen ab und wurde im Juni 1910 ordiniert. Anschließend war er Hilfsprediger in Sandersdorf/Sachsen und Greppin, Kreis Bitterfeld, wo er 1913 zum Pastor gewählt wurde. 1915 übernahm er die dritte Pfarrstelle an der Stadtkirche Wittenberg. 1918 wurde er Mitbegründer der Luthergesellschaft und deren Schriftführer sowie langjähriger Vizepräsident. Darüber hinaus publizierte er zur lutherischen Theologie und gab das Organ der Luthergesellschaft heraus. Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt war die Liturgie, er engagierte sich nachdrücklich für eine Gottesdienstreform. 1924 wurde Knolle zum Hauptpastor an St. Petri in Hamburg gewählt. Der theologisch orthodox („positiv“) eingestellte Lutheraner arbeitete eng mit seinem Amtsbruder Simon Schöffel zusammen, beide setzten sich 1925 vergeblich für die Einführung des Bischofsamtes in Hamburg ein.

1933 gehörte Knolle für einige Monate zu den „Deutschen Christen“, bevor er Mitglied des Bruderrates der Bekenntnisgemeinschaft wurde. Er begrüßte die Abschaffung der Demokratie in Staat und Kirche und betonte das Führerprinzip. Von Juli 1933 bis März 1937 übte er nach der Wahl Schöffels zum Landesbischof das neu geschaffene Amt eines Generalsuperintendenten aus, das er mit Schöffels Rücktritt niederlegte. 1935 stand Knolle auf Platz zwei einer Berufungsliste für den Göttinger Lehrstuhl für praktische Theologie. Im November 1939 rechtfertigte Knolle den Zweiten Weltkrieg, da Kriege sein müssten („viel Feind, viel Ehr‘“).

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gehörte er zur Einstweiligen Kirchenleitung, war ab 1945 Vizepräsident des Landeskirchenrates und wurde nach der Wiederwahl Schöffels als Landesbischof 1946 zum Oberkirchenrat ernannt. Seit September 1945 war er zudem Leiter des Amtes für Kirchenmusik. Von 1948 bis 1954 war Knolle Präsident der Landessynode, die ihn im September als Nachfolger Schöffels zum Hamburger Landesbischof wählte. Am 23. Januar1955 wurde er in sein Amt eingeführt, das er nur ein knappes Jahr bis zu seinem Tod ausübte.

Knolle wirkte auch in der akademischen Lehre: Seit 1925 las er am Allge­meinen Vorlesungswesen und seit dem Wintersemester 1945/46 am Kirchlichen Vorlesungswerk der Landeskirche. Als hauptamtlicher Dozent lehrte er ab 1948 Prakti­sche Theologie an der Kirchlichen Hochschule und erhielt 1950 die Amtsbezeichnung „Professor der Theologie an der Kirchlichen Hochschule Ham­burg“ verliehen. 1954 ernannte die Theologische Fakultät in Hamburg ihn zum Honorarprofessor für Praktische Theologie.

 
Literaturhinweise Knolle Literatur.pdf
Kategorien Religion
Bildungswesen
Funktionen Pastor/in / Pfarrer/in / Kleriker: 1910 - 1955
Hochschullehrer/in: 1925 - 1955
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Hans Schierven Knoph  
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Geboren 24. Mai 1766
Geburtsort Hedemarken/Norwegen 
Gestorben 29. Februar 1848
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Hans Schierven Knoph, geb. 24.5.1766 in Hedemarken/Norwegen, gest. 29.2.1848 in Hamburg. Nach Ausbildung im Münzwesen 1784-1791 Münzwardein in Altona und an der Silberschmelze in Poppenbüttel, seit 1791 Bevollmächtigter der Münze in Altona. 1805-1842 letzter hamburgischer Münzmeister. Vermählt 23.1.1808 mit Wilhelmine Charlotte Eimbcke. 
Kategorien Wirtschaft
Funktionen
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Johann Daniel Koch  
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Geboren 26. August 1742
Geburtsort Goslar 
Gestorben 26. April 1829
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Johann Daniel Koch, geb. 26.8.1742 in Goslar, gest. 26.4.1829 in Hamburg, Sohn des Goslarer Bürgermeisters Johann Philipp Koch und seiner Ehefrau, geb. Sternberg. 24.4.1771 Heirat mit Johanna Elisabeth Henriette Funck. Jurist, seit 1799 Senator, seit 1821 Bürgermeister von Hamburg. 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein Quelle Johanneum.PDF
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Medaillen
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen Bürgermeister/in: 13. Juli 1821 - 26. April 1829
Handelskammerpräses: März 1792 - April 1793
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Gustav Cornelius Friedrich Kochheim  
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Geboren 15. Januar 1890
Geburtsort Gelsenkirchen-Schalke 
Gestorben 26. April 1977
Todesort Hamburg-Bergedorf 
Kurzbiographie Sohn von Louis Gustav Kochheim (1865–1942), Arbeiter, und Luise Sophie geb. Streppel (1861–1934). 1910 Abitur am Dortmunder Realgymnasium, Studium der Germanistik und Philosophie in Tübingen und Münster (ohne Abschluss). 1914–1918 Teilnahme am 1. Weltkrieg, ab 1919 in Hamburg wohnhaft. 1921–1923 bei der Behörde für Strom- und Hafenbau, 1923–1926 als Schutzhelfer im Jugendamt beschäftigt, 1927 Eintritt in den Dienst der Hamburgischen Landeskirche als Sozialpädagoge, 1928 Verbeamtung. 1934 unter dem Landesbischof Franz Tügel (1888–1946) Zuordnung zum Landeskirchlichen Amt für Volksmission, Leiter der Landeskirchlichen Bücherei (ohne bibliothekarische Fachausbildung), 1947 landeskirchlicher Beauftragter für Laienspielarbeit und Gemeindebüchereiwesen, 1948 Leiter der Laienspielberatungsstelle, 1956 Ruhestand. Von der Jugendbewegung geprägt und Mitglied der deutschnationalen Fichte-Gesellschaft (1926–27 Leitung der Fichte-Hochschule am Holstenwall), war Kochheim ein typischer Vertreter völkischer und nationalpädagogischer Vorstellungen, die sich bei ihm aber nicht mit Neuheidentum, sondern mit einem lutherischen Christentum verbanden. Sein Einsatz für das evangelische Laienspiel, das er als besondere Form der Verkündigung und Mission auffasste, ist auf neuromantische Einflüsse aus der Jugendbewegung zurückzuführen. Obwohl kein Gegner des Dritten Reiches und seit 1937 Mitglied der NSDAP, kam Kochheim doch in Konflikt mit dem nationalsozialistischen Chefideologen und Christentumsgegner Alfred Rosenberg (1893–1946). Dieser warf Kochheim vor, in seiner (keinesfalls philosemitischen) Schrift „Begegnung mit Abraham“ zu judentumsfreundlich zu sein. Ein gegen Kochheim angestrengtes Gerichtsverfahren führte 1940 zum Parteiausschluss, ohne dass Kochheim weltanschaulich vom Nationalsozialismus abgerückt wäre. 1943 organisierte Kochheim die angesichts der Bombenangriffe beschlossene Auslagerung der Landeskirchlichen Bücherei von der (1968 abgebrochenen) Bohnenstraße in die Vier- und Marschlande und die Aufrechterhaltung des Ausleihbetriebs, 1945 die Rückführung. Ende der vierziger Jahre war Kochheims gemeindepädagogischer Ansatz nicht mehr gefragt: Die Hamburgische Landeskirche strich die Mittel für die Laienspielarbeit und beschäftigte Kochheim bis zur Pensionierung im Jugendpfarramt. Die Schriften Gustav Kochheims, der auch Beiträge in mehreren Zeitschriften (z.B. „Brücke und Weg. Blätter für die hamburgische Jugendarbeit“) veröffentlichte, haben (nicht zuletzt wegen ihres eigenwilligen Stils) nie eine große Wirkung entfaltet, sind aber als Quellen der kirchlichen Zeitgeschichte bzw. des Verhältnisses von Protestantismus und Nationalsozialismus von einer gewissen Bedeutung. 
Literaturhinweise HamburgerPersönlichkeiten.Kochheim.Literaturhinweise.pdf
Kategorien Religion
Funktionen
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Ernst Koehne  
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Geboren 13. Dezember 1856
Geburtsort Berlin 
Gestorben 14. März 1933
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Ernst Koehne, geb. 13.12.1856 in Berlin, gest. 14.3.1933 in Hamburg, Sohn eines Berliner Kaufmanns. In Hamburg als Kaufmann tätig. Mitbegründer des Hamburger Deutschen Schauspielhauses und 1900-1928 dessen Verwaltungsdirektor und verantwortlicher Geschäftsführer. 
Kategorien Wirtschaft
Schauspiel und Tanz
Funktionen Kaufmann/-frau: -
Bühnenschauspieler/in: -
Intendant/in: -
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Dithmar Koel  
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Geboren -
Geburtsort  
Gestorben -
Todesort  
Kurzbiographie  
Lokale Referenzen Ditmar-Koel-Straße, Neustadt, seit 1902
 
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 1548 - 1563
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Florian Köhler  
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Geboren 28. Januar 1935
Geburtsort Frankfurt am Main 
Gestorben 07. August 2013
Todesort  
Kurzbiographie

Ende der 1950er und Mitte der 1960er Jahre war Florian Köhler Mitbegründer der Münchener Künstlergruppen „Wir“, „Spur“ und „Geflecht“. Innerhalb der Künstlergruppen wurde sich mit der gesellschaftlichen Stellung des Künstlers auseinandergesetzt und eine kollektive künstlerische Arbeitsform erarbeitet. Dabei wurde besonders in den Kunstwerken der „Geflecht“-Gruppe die Verbindung von Kunst, Gesellschaft, Politik und Technik thematisiert. Gleich der Dada-Gruppe fertigten sie sogenannte Antiobjekte an, die die Grenze der Kunst überschreiten sollten. Das gemeinsame Arbeiten und Ausstellen war ein Prinzip der Künstlergruppen, sodass Florian Köhler ausschließlich mit Teilnahmen im Gruppenkontext wahrgenommen worden war. Erst nachdem er nach Hamburg gekommen war, stellte er seine Werke das erste Mal 1972 allein aus. Sein daraufhin entstandenes Oeuvre fächert sich in den Medien Malerei, Zeichnung, Collage und Druckgraphik auf, seltener fertigt er figürliche Objekte an. Die Idee der Verbindung verschiedener Bereiche war, wie auch schon in den Künstlergruppen, maßgebendes Thematik in Florian Köhlers eigenständigen Kunstwerken.  In den 1970er und 1980er Jahren fokussiert er sich auf spezifische Arbeitswelten wie Kabelleger, Bauarbeiter, Bauern und Taucher. Dabei reflektierte er einschneidende politische Ereignisse und das Zeitgeschehen in seinen Kunstwerken und verband dies mit Rückgriffen auf Kunstgeschichte, Religion und Mythologie. Innerhalb dieser Beschäftigung wechselte er seinen Malstil mehrfach und schnell aufeinanderfolgend. Später fertigte er großformatige Ölbilder von Figurativen und Abstraktem in der der Expressivität der „Neuen Wilden“ mit heftigen Pinselstrichen und kräftigen Farben bei wildbewegten Formen. 

 
Lebensbeschreibungen
Florian Köhler.pdf
Literaturhinweise Florian Köhler.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
Zeichner/in: -
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Hein(rich) Köllisch  
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Geboren 19. September 1857
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 18. April 1901
Todesort Rom 
Kurzbiographie Frack und Zylinder waren das Markenzeichen dieses großen Hamburger Originals. Als Humorist, Volkssänger und Liedtexter hat Hein Köllisch die plattdeutsche Sprache auf den Bühnen der Stadt salonfähig gemacht. Aufgewachsen auf St. Pauli, trat Köllisch zunächst in verschiedenen Theatern am Spielbudenplatz auf. Zwei Jahre nach seinem ersten Engagement "Im siebten Himmel" konnte er dort 1894 mit dem "Hein Köllisch Universum" sein eigenes Theater eröffnen. Neben selbstgeschriebenen plattdeutschen Parodien und Theaterstücken textete er seine Lieder zu populären Wiener Melodien. Aus seiner Feder stammen mehr als 150 Lieder, Parodien und Couplets wie "De Pingsttour", "Orgel kummt" und "De Reis´no Helgoland". Auf einer Erholungsreise erkrankte er und starb in Rom an einer Lungenentzündung. Der Pauls-Platz auf St. Pauli wurde 1949 in Hein-Köllisch-Platz umbenannt. 
Kategorien Musik
Funktionen Sänger/in: -
Musiker/in: -
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Johannes Kopp  
Abbildung
Geboren 02. August 1734
Geburtsort Hessen-Darmstadt 
Gestorben 23. Januar 1796
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Der in Hessen/Darmstadt 1734 geborene Bauhof-Zimmermeister – 1767 Bauhofinspektor – Johannis Kopp arbeitete vielfach mit Tiltzig am gleichen Bau. Kopp war auch Nachfolger Tiltzigs in der Zeichenklasse der Bauhandwerker, und ebenfalls Schüler Sonnins. Die Zusammenarbeit erfolgte auch beim Bau des Eimbeckschen Hauses und beim Bau als Zimmermeister bei der Großen St. Michaeliskirche. Ferner bei der Erstellung von Gutachten für den baufälligen Turm von St. Katharinen und beim Abbruch und Neubau der Sakristei und des Kirchensaales. Gleichzeitig erstattete Kopp 1769/70 ein Gutachten über den baufälligen Turm von St. Jacobi, dessen Abbruch 1810 und Neubau 1826/27 nach einem Bauriß von H. Fersenfeldt erfolgte. 1768/69 war durch Kopp die 1813 abgebrannte Pesthofkirche vorm Altonaer Tor neuerbaut und 1781-85 der Neubau des Waisenhauses in der Admiralitätsstraße am Herrengrabenfleet erfolgt. Das Waisenhaus wurde 1943 zerstört, nachdem es nach 1842 als Rathaus genutzt worden war, bis das neue Rathaus 1897 fertig gebaut war. Johannis Kopp war 1796 in Hamburg verstorben.

Hamburgisches Architekturarchiv, Bibliothek des Architekten- und Ingenieurvereins, Paul Gädtgens: Sammlung von Aufsätzen und Auszügen aus älterer Familienliteratur über Hamburger Bauten und Baumeister bis zum 19. Jahrhundert, Hamburg 1984. zusammengestellt von Britta Knust

 
Literaturhinweise LiteraturJKopp.pdf
Kategorien Architektur
Funktionen
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Walter Koppel  
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Geboren 23. April 1906
Geburtsort Köln 
Gestorben 25. Oktober 1982
Todesort Marburg an der Lahn 
Kurzbiographie Walter Koppel gründete nach dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam mit Gyula Trebitsch die Filmproduktionsfirma Real-Film, für den Medienstandort Hamburg eine wichtige Entscheidung beim Aufbau als Filmstadt in der Bundesrepublik. Zahlreiche Komödien, aber auch Kultur- und Dokumentarfilme, zählen zu den Werken der Real-Film, darunter Kassenschlager wie „Der Hauptmann von Köpenick“ oder „Des Teufels General“, die zu den einflussreichsten deutschen Filmproduktionen der Nachkriegsjahre zählen. Ausführlichere Informationen enthält das beigefügte pdf-Dokument „Walter Koppel“. 
Lebensbeschreibungen Walter Koppel.pdf
Kategorien Medien
Funktionen Kaufmann/-frau: -
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Kurt A. Körber  
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Geboren 07. September 1909
Geburtsort Berlin 
Gestorben 10. August 1992
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Kurt A. Körber war ein bekannter deutscher Stifter und bedeutender Unternehmer im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus. 1928 schloss er sein Studium im Bereich der Elektrotechnik in Mittweida ab. Im Jahr 1946 gründete Körber in Hamburg-Bergedorf die Hanseatische Universelle „Hauni Maschinenfabrik Körber & Co KG“, deren Maschinen weltweit rund 90 % aller Filterzigaretten hergestellten. Die insgesamt zwanzig Firmen umfassende Körber-Group beschäftigte rund 6800 Mitarbeiter. Körber machte sich auch als Kunststifter einen Namen und geschätzt, weil er 1957 den Wiederaufbau des Thalia Theaters stiftete (Stiftung zum Wiederaufbau Thalia Theaters Hamburg). 1959 erfolgte die Gründung der Kurt-A.-Körber-Stiftung. Die Stiftung verfolgt das Ziel, eine Technische Akademie zur Ausbildung von Führungskräften für industrielle Praxis aufzubauen. Im Jahr 1969 gründete er die Hauni-Stiftung und elf Jahre später erfolgte dann die Verschmelzung der Kurt-A.-Körber-Stiftung und der Hauni-Stiftung zur gemeinsamen Körber-Stiftung. 

 
Lokale Referenzen Spuren in Hamburg:
- in Bergedorf ist seit 1998 die nach ihm benannte Kurt-A.-Körber-Chaussee
 
Kategorien Wirtschaft
Wohlfahrt
Funktionen Industrieproduzent/in: -
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Prof. Dipl.-Ing. Egbert Kossak  
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Geboren 24. August 1936
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 10. August 2016
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie In Hamburg geboren machte Egbert Kossak am Johanneum Abitur und absolvierte anschließend eine Maurerlehre. Nach dem Studium der Architektur und Stadtplanung an der TU Berlin gründete er gemeinsam mit Thomas Sieverts und Herbert Zimmermann 1965 die „Freie Planungsgruppe Berlin“.1972-1981 lehrte und forschte er als ordentlichen Professor für Städtebau und Wohnungswesen an der Technischen Universität Stuttgart. 1981-1999 erfolgte die Berufung zum Oberbaudirektor der Freien und Hansestadt Hamburg. Seit 1999 war Egbert Kossak freiberuflich tätig. Er verstarb im August 2016 in Hamburg. 
Lebensbeschreibungen KossakEgbert.Biografie.pdf
Literaturhinweise KossakEgbert.QuellenLiteratur..pdf
Kategorien Architektur
Funktionen Baudirektor/in: 1981 - 1999
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Hinricus Koting  
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Geboren -
Geburtsort  
Gestorben -
Todesort  
Kurzbiographie  
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 1439 - 1467
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Dieter Kottysch  
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Geboren 30. Juni 1943
Geburtsort Gleiwitz 
Gestorben 09. April 2017
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Dieter Kottysch stammt aus der oberschlesischen Industriestadt Gleiwitz. 1956 kam er als 13jähriger mit seinen Eltern nach Hamburg.  Wenig später begann er beim „Hamburger Box Club von 1922“ unter Trainer Werner Pries mit dem Training. 1959 stand er zum ersten Mal im Ring und wurde zweimal Deutscher Jugendmeister. Sechsmal erkämpfte er den Titel Deutscher Meister im Weltergewicht. In 250 Kämpfen siegte er 200 Mal. Seinen größten Erfolg errang er 1972. Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft im Halbmittelgewicht besiegte er bei den Olympischen Spielen in München im Finale den Polen Wieslaw Rudkowski nach Punkten und gewann die Goldmedaille. Das Besondere an dem Kampf: Die beiden Boxer waren seit 1963 Freunde und blieben es ein Leben lang. Nach dem Olympia-Sieg beendete Dieter Kottysch seine Boxkarriere und arbeitete weiter bei den Stadtwerken  Buchholz (Nordheide) als technischer Zeichner. Nach seiner Pensionierung erkrankte er an Demenz und starb 2017 in einem Pflegeheim in Hamburg-Wandsbek. 
Lebensbeschreibungen Dieter Kottysch.pdf
Kategorien Sport
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Carl Johannes Koyemann  
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Geboren 06. März 1828
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 30. August 1903
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Carl Johannes Koyemann entstammt einer niederländischen Familie, die um 1580 nach Hamburg gekommen ist. Am 6. März 1828 wurde er in Hamburg geboren. Seine Lehrzeit verbrachte er in der Firma Wilhelm Röper. Ab 1. Januar 1852 arbeitete er als Commis bei J. P. L. Bartels & Co., 1863 wurde er Teilhaber. Im Juli 1878 trat er aus diesem Geschäft aus und gründete 1879 die Firma Koyemann & Sohn. Von 1901 bis 1902 war er Partner in der Firma Paul Nirrnheim. Am 29. Dezember 1866 wurde Koyemann in die Handelskammer gewählt, die er vertrat in der Deputation für indirekte Steuern und Abgaben, Sektion Zoll und Akzise (1867), in der Deputation für Handel und Schifffahrt und in der Bankdeputation (1868-1871). Koyemann, der 1870 und 1871 das Präsidiat führte, bemühte sich besonders um Verbesserungen der Handelsbedingungen, sei es in der Frage der Börsenerweiterung, der Verbesserung des Warenpreiskurantes und der Usancen beim Effektenhandel, oder sei es durch die Agitation zur Erhaltung des Freihafens. Nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 vertrat Koyemann die Entschädigungsforderungen der Hamburger Reeder erfolgreich bei der Reichsliquidationskommission. Ebenso übernahm er es, den Hamburger Bundesratsbevollmächtigten die besondere Situation Hamburg zur geplanten Münzvereinheitlichung (Goldmünzen) vorzutragen. Der Bürgerschaft gehörte Koyemann von 1867 bis 1878 an. 1867 war er Schriftführer, von 1870 bis 1876 2. Vizepräsident von 1877 und 1878 1. Vizepräsident. Dem Bürgerschaftsausschuss gehörte er von 1872 bis 1878 als Vizepräsident an. Koyemann gilt als Mitbegründer der Fraktion „Linkes Zentrum“. Er starb am 30. August 1903 in Hamburg.  
Podcasts Koyemann Carl Johannes.mp3
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Handelskammerpräses: 1870 - 1871
Bürgerschaftsmitglied: 1867 - 1878
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Dipl.-Ing. Architektin, Stadtplanerin Brigitte Kraft-Wiese  
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Geboren 1942
Geburtsort Nowe, Polen 
Gestorben 21. Februar 2023
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Brigitte Kraft-Wiese war als Architektin und Stadtplanerin in leitender Stelle in der Baubehörde Hamburg tätig. Geboren 1942 in Nowe in Polen gelang ihr zusammen mit ihrer Mutter die Flucht über die Ostsee. In Dänemark wurden sie von 1945 – 1948 interniert. Nach einer Schulausbildung in Osnabrück, einem Tischlerpraktikum und einer Bauzeichner-Lehre begann sie 1962 das Studium der Innenarchitektur an der Werkkunstschule Münster, 1964 das Studium Architektur und Stadtplanung an der HfbK Hamburg. 1970 verkaufte sie Ihre Diplomarbeit, ein Gegenentwurf zur „Alstercity“ der Neuen Heimat, an die Stadt Hamburg. Bis 1978 war sie in verschiedenen Architekurbüros als Architektin tätig, 1978 im Landesplanungsamt der Baubehörde Hamburg , ab 1992 in der Stadtentwicklungsbehörde. Sie war vor allem mit der Programmentwicklung und der Organisation von Gutachten und Wettbewerbsverfahren befasst. Von 1984 – 2000 wurde sie als Quereinsteigerin Oberbaurätin und Leiterin der Projektgruppe „Nördliches Elbufer“ (sog. „Perlenkette)“ sowie der “Entwurfsgruppe für besondere Standortqualitäten / Entwicklung innerstädtischer Brachen“. Sie nahm an den Bauforen II und III 1985 und 1989 teil. 1991 -1992 Teilnahme am Workshop "Frauenringvorlesung" der Feministische Organisation von Planerinnen und Architektinnen (FOPA). Neben der Tätigkeit als städtische Beamtin erhielt sie Lehraufträge an der TU Berlin und an der HfbK Hamburg. Mitglied der Hamburgischen Architektenkammer, seit 1987 der Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung (SRL) , seit 2003 Gründungsmitglied des Council for European Urbanism – Deutschland e.V. (C.E.U.D.). Brigitte Kraft-Wiese verstarb am 21.Februar 2023 in Hamburg.


 
Sonstige Kraft-Wiese_Brigitte_Werkeliste_.pdf
Kraft-Wiese_Bahnhofvorplatz_Altona_1976_.pdf

Lebensbeschreibungen Kraft-Wiese_Brigitte_Lebenslauf_.pdf
Literaturhinweise Kraft-Wiese_Brigitte_Veröffentlichungen_.pdf
Nachruf_Brigitte_Kraft_Wiese_DAB_11_2023_S_6_7___.pdf
Kategorien Architektur
Funktionen Stadtplaner/in: 1978 - 2000
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Charlotte Bertha Henriette Kramm, verheiratete Maertens  
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Geboren 15. März 1900
Geburtsort Berlin 
Gestorben 21. November 1971
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Die Schauspielerin und Tochter eines Berliner Arztes, gelangte über die Bühnen in Kattowitz, Stralsund und Erfurt nach Braunschweig, wo sie ihren Kollegen Willy Maertens kennenlernte, den sie einige Jahre später in Hamburg heiratete. Willy Maertens hatte seit 1927 ein Engagement am Thalia-Theater, und auch Charlotte Kramm gelang der Sprung in die Hamburger Theaterlandschaft. Nach einem erfolgreichen Gastspiel als Maria Stuart wurde sie 1928 ans Altonaer Stadttheater engagiert und blieb dort bis 1931. Sie ging dann zu Erich Ziegel an die Kammerspiele im Lustspielhaus und folgte ihm, als er 1932 die Leitung des Thalia-Theaters übernahm. 1935 war für Charlotte Kramm alles zu Ende. Während ihr Mann weiterspielen durfte, erhielt sie aufgrund ihrer jüdischen Abstammung ein Auftrittsverbot, das einem Hausverbot gleich kam. 
Die zehnjährige Zwangspause war für Charlotte Kramm nicht nur menschlich, sondern auch künstlerisch ein tiefer Einschnitt. Als sie 1945, mit 45 Jahren, auf die Bühne des Thalia-Theaters zurückkehrte, musste sie den Sprung in ganz neue, ihrem Alter gemäße Rollen tun. Sie spielte jetzt Frauen- und Mutterrollen, oft an der Seite ihres Mannes, der 1945 die Leitung des Thalia-Theaters übernommen hatte. Als unvergessen werden immer wieder ihre Leistungen im „Tod des Handlungsreisenden“, der „Erbin“, dem „Fall Winslow“, „Familienparlament“, „Ich, erste Person Einzahl“ und in verschiedenen Ibsen-Inszenierungen genannt. Bis zu ihrem Lebensende stand Charlotte Kramm auf der Bühne. Der gemeinsame Sohn trat in die Fußstapfen der Eltern.
Text: Rita Bake
  
 
Lokale Referenzen Ihr Grabstein steht im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof
 
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Bühnenschauspieler/in: -
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Detlef Kraus  
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Geboren 30. November 1919
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 07. Januar 2008
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Hans Johann Detlef Kraus war ein international renomierter Pianist, der sich insbeondere als Brahms-Interpret einen Namen gemacht hat, dessen sämtliche Werke er beherrschte. Er lehrte als Professor für Klavier unter anderem am Konservatorium Osnabrück und von 1963 bis 1988 an der Folkwang Hochschule in Essen. Als Mitbegründer der Hamburger Brahms-Gesellschaft war er ihr Präsident von 1982 bis 1997 und hat zahlreiche Aufsätze über Brahms veröffentlicht. 1975 erhielt er die Johannes-Brahms-Medaille des Hamburger Senats. Detlef Kraus starb an den Folgen eines Herzinfarktes im Alter von 88 Jahren.  
Kategorien Musik
Funktionen Musiker/in: -
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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans-Joachim Kraus  
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Geboren 17. Dezember 1918
Geburtsort Essen-Schonnebeck 
Gestorben 14. November 2000
Todesort Essen 
Kurzbiographie

Hans-Joachim Kraus war Theologieprofessor an der Universität Hamburg von 1954 bis 1967. Der Pastorensohn studierte von 1941 bis 1944 in Halle, Jena und Heidelberg evangelische Theologie und wurde in Heidelberg 1944 promoviert. 1946/47 war er Assistent an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, 1947/48 in Bonn, wo er sich 1948 für Altes Testament habilitierte. Nach einer Lehrstuhlvertretung 1949/50 in Göttingen wurde er 1951 außerordentlicher Professor in Bonn und erhielt 1954 den Lehrstuhl für Altes Testament an der neugegründeten Evangelisch-Theologischen Fakultät an der Universität Hamburg. Zum 1. Oktober 1967 übernahm er den Lehrstuhl für Reformierte Theologie in Göttingen, den er bis zu seiner Emeritierung 1984 innehatte.

Kraus war geprägt von der Zugehörigkeit zur Bekennenden Kirche im Nationalsozialismus: Von 1982 bis 1990 war er Moderator des Reformierten Bundes und forderte in der Erklärung „Das Bekenntnis zu Jesus Christus und die Friedensverantwortung der Kirche“ das klare Nein zu allen Massenvernichtungsmitteln. Er gab der politischen Ethik wichtige Anstöße, erfuhr aber damit mehr Widerspruch als Zustimmung. Schon frühzeitig nahm er an ökumenischen Konferenzen teil. Als einer der ersten vermittelte er 1969 das Antirassismusprogramm des Ökumenischen Rates der Kirchen in Deutschland. Besonders wichtig war ihm der christlich-jüdische Dialog, er bereitete den wichtigen Beschluss der Rheinischen Synode von 1980 vor und verfasste 1982 Thesen für die Reformierte Kirche „Wir und die Juden – Israel und die Kirche“.

Kraus war Ehrendoktor der Universitäten Bonn, Aberdeen/Schottland und Debrecen/Ungarn.

 
Literaturhinweise Kraus Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Religion
Bildungswesen
Funktionen Hochschullehrer/in: 1948 - 1984
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Diether Krebs  
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Geboren 1947
Geburtsort  
Gestorben 2000
Todesort  
Kurzbiographie  
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Bühnenschauspieler/in: -
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Karl-Heinz Kreienbaum  
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Geboren 1915
Geburtsort  
Gestorben 2002
Todesort  
Kurzbiographie  
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Bühnenschauspieler/in: -
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Diether Kressel  
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Geboren 12. Dezember 1925
Geburtsort Düsseldorf 
Gestorben 07. Januar 2015
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Siegfried Lenz schreibt in seiner Monografie „Diether Kressel – Rückblick 1995–1946“: „Kressels Bildersprache ist eine eigene Erzählsprache.“ Diese Bildsprache entwickelte Diether Kressel mittels Motiven wie Spiegellungen und Assoziationen in raffiniert eingefügten Selbstporträts sowie Gegenständen, die an Vergänglichkeit gemahnen. In seinen Werken thematisierte er Erinnerungen, Wünsche sowie besondere Situationen und setzt diese mit ironischen Bezügen zum Intimen, Humanen und Beschaulichen zusammen. Bevor er jedoch diese Bildsprache entwickelte war Diether Kressel zunächst Zeichner und fertigte Landschaftsgemälde in Italien und Dänemark an. Für diese verwendete er starke, leuchtende Farben die er bewusst in der Komposition anwandte. Auch malte er Aquarelle mit Portraitstudien italienischer Fischer und Mädchen. Ab Mitte der 60er Jahre stellte er erste druckgraphische Werke her, durch die er bekannt wurde. 1977 wendete er sich erneut der Ölmalerei zu, wobei er realistische mit surrealistischen Elementen verband. Von 1981 bis 1990 befasst er sich vorwiegend mit Gouachen und Zeichnungen in Mischtechnik. In all diesen Wechseln der Medien blieb er seiner entwickelten Bildsprache treu.

 
Lokale Referenzen Kunstwerke von Diether Kressel befinden sich in den Sammlungen der Hamburger Kulturbehörde, der SAGA, des NDR und der Hamburger Sparkasse. Zudem fertigte Diether Kressel folgende Wandbilder an: „Mosaik der Anatomie“ im Universitätsklinikum Eppendorf (1957), „Keramisches Wandbild“ im Geologischen Institut der Universität Hamburg (1957) und „Fischer“ in der Schule Owiesenstraße (1958).  
Lebensbeschreibungen Diether Kressel.pdf
Literaturhinweise Diether Kressel.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
Grafiker/in: -
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Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Georg Friedrich Karl Kretschmar  
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Geboren 31. August 1925
Geburtsort Landshut/Schlesien 
Gestorben 19. November 2009
Todesort München 
Kurzbiographie

Georg Kretschmar war ein einflussreicher Kirchenhistoriker und Erzbischof. Von 1956 bis 1967 war er Professor an der Universität Hamburg. Er studierte von 1945 bis 1948 Evangelische Theologie in Tübingen, Bonn, Heidelberg und Oxford. 1948 legte er das Fakultätsexamen in Heidelberg und 1952 die zweite theologische Dienstprüfung in Stuttgart ab. Nach einer kurzen Vikarszeit in Württemberg wurde er 1954 in der Tübinger Stiftskirche ordiniert.

Von 1948 bis 1952 war er Assistent im Fach Neues Testament bei Otto Michel in Tübingen. 1950 wurde er bei Hans von Campenhausen promoviert, 1953 habilitierte er sich in Tübingen über die frühchristliche Trinitätstheologie. 1955/56 vertrat er den neu eingerichteten Lehrstuhl für Neues Testament und Kirchengeschichte in Hamburg, auf den er 1956 berufen wurde. 1967 wurde er erster Professor für Kirchengeschichte und Neues Testament in München, wo er die neu gegründete evangelisch-theologische Fakultät mit aufbaute. 1990 wurde er emeritiert. Von 1969 bis 1971 war er Vorsitzender des deutschen Fakultätentages sowie zahlreicher Kommissionen der EKD und des Lutherischen Weltbundes.

An der Münchner Fakultät baute Kretschmar die von der Evangelischen Kirche in Deutschland 1955 eingerichtete Forschungsstelle zum „Kirchenkampf“ zu einer wichtigen Forschungseinrichtung zur Zeitgeschichte aus. Von 1972 bis 1988 leitete er die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte.

Kretschmar ging es darum, das akademische Fach Kirchengeschichte in seinem doppelten Loyalitätsverhältnis zur Geschichtswissenschaft und zur Theologie darzustellen. Der Kirchenhistoriker als Teil der Kirche könne nach Kretschmars Auffassung diese nicht neutral beschreiben, sondern sei stets an die „Verheißung des Christuszeugnisses“ gebunden. Auch als Person hielt er die Verbindung zwischen akademischer Theologie und Gemeinde bzw. Kirche für unverzichtbar.

Georg Kretschmar war schon von seiner Lehrstuhlbezeichnung die enge Verbindung zwischen Neuem Testament und Alter Kirchengeschichte wichtig, ein Schwergewicht seiner Forschungen lag auf der Entstehungsgeschichte des neutestamentlichen Kanons sowie der altkirchliche Liturgiegeschichte. Aus dieser Tätigkeit zog er viele Anregungen für die Ökumene der Christenheit und den Dialog der Konfessionen, insbesondere mit der Orthodoxie. Seit 1959 engagierte sich Kretschmar im Gespräch mit der russischen und danach der rumänischen Kirche, seit 1981 im Dialog zwischen der Gesamtheit der orthodoxen Kirchen und dem Lutherischen Weltbund. Nach seiner Emeritierung wirkte er an vorderster Stelle beim Wiederaufbau der evangelisch-lutherischen Kirche im Bereich der ehemaligen Sowjetunion mit, wurde zunächst Leiter des Theologischen Seminars in Riga, 1994 Bischof in St. Petersburg und 1999 Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland, der Ukraine, in Kasachstan und Mittelasien (ELKRAS) mit Sitz in St. Petersburg. Im Jahr 2005 kehrte er von seinen Pflichten entbunden nach München zurück.

Ehrendoktorwürden erhielt Kretschmar von den Universitäten Tübingen, Paris, Cluj-Napoca Rumänien (Klausenburg-Hermannstadt ) und Columbus/Ohio. Er war Mitglied der Freien Akademie der Wissenschaften in Helsinki. 2003 erhielt er das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, 2004 den Friedrich-Joseph-Haas-Preis des Deutsch-Russischen Forums, 2005 den Fürst-Daniel-Orden 2. Klasse der Russisch-Orthodoxen Kirche.

 
Literaturhinweise Kretschmar Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Religion
Bildungswesen
Funktionen Hochschullehrer/in: 1953 - 1990
Hochschullehrer/in: 1952 - 2005
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Carl Vincent Krogmann  
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Geboren 03. März 1889
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 14. März 1978
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Carl Vincent Krogmann wurde am 3.3.1889 als Sohn einer Hamburger Kaufmannsfamilie in Hamburg geboren. Er war Mitinhaber des Handelshauses Wachsmuth und Krogmann. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde Krogmann politisch aktiv. Im März 1933 wurde er Mitglied des Hamburger Senats und trat im Mai 1933 der NSDAP bei. Mit Krogmanns Wahl zum Ersten Bürgermeister versprach man sich eine engere Bindung der Hamburger an die Partei und die Ideologie der Nationalsozialisten. Eine Umsetzung dieser Ideologie erreichte Krogmann u. a. durch die 1934 und 1935 durchgeführte Umgestaltung von Planten un Blomen, wobei exotische Pflanzen durch einheimische ersetzt wurden. 1933 war er Delegationsmitglied der Londoner Konferenz. Als Folge der politischen Gleichschaltung führte Krogmann ab Juli 1936 nur noch das Amt als Leiter der Gemeindeverwaltung. Der Reichsstatthalter und Gauleiter Karl Kaufmann übernahm die Landesregierung. Nach der Übernahme der Briten im Mai 1945 wurde die Staats- und Gemeindeverwaltung wieder zusammengeführt und Krogmann wurde bis zu seiner Verhaftung am 11. Mai 1945 wieder Erster Bürgermeister. Bis April 1948 war er in Bielefeld interniert. Wegen Mitgliedschaft in einer verbrecherischen Organisation wurde er zu 10.000 Mark Strafe verurteilt, die aber aufgrund seiner Untersuchungshaft bereits als verbüßt galt. Nach seiner Entlassung war er nicht politisch aktiv, sondern arbeitete in der Baubranche und wurde danach Besitzer einer Holzgroßhandlung. Er verstarb am 14.3.1978 in Hamburg. 
Literaturhinweise Carl Vincent Krogmann_Literatur.pdf
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen Senator/in: -
Bürgermeister/in: 8. März 1933 - 11. Mai 1945
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Fritz Kronenberg  
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Geboren 13. Februar 1901
Geburtsort Köln 
Gestorben 04. April 1960
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Seiner starken Nähe zu George Braque wegen nannte man Fritz Kronenberg scherzhaft auch „Kronenbraque“. Besonders beschäftigte ihn das Formale des Kubismus, also die Gliederung des Raumes im Bild, womit das Motiv selbst für ihn eher nachrangige Bedeutung hatte. Auch wenn er dabei stark abstrahierte, blieb er doch stets gegenständlich. Neben Stilleben und Landschaften entstanden auch Figurenbilder. 

1919 begann Fritz Kronenberg seine künstlerische Ausbildung. An der Kunstgewerbeschule in Köln konzentrierte er sich besonders auf die Technik des Holzschnitts. Ein Jahr später war er an der Akademie in Düsseldorf, darauf lernte er (zusammen mit Karl Kluth) an der Karlsruher Kunstakademie. Nach dem Beenden des Studiums besuchte Kronenberg Amerika, dann auch Paris, wo er die Werke von Pablo Picasso, Juan Gris und George Braque sieht. Ab 1927 ließ er sich gemeinsam mit seiner Frau in Hamburg nieder. Finanziell waren sie durch die Familie seiner Frau abgesichert, sodass sich Kronenberg ganz auf die Malerei konzentrieren konnte. Im selben Jahr reiste er nach Südostasien, was die Farbigkeit seiner Werke entscheidend erhöhte. 1931 wurde er zum Mitglied der Hamburgischen Sezession und schnell zum allseits beliebten Kollegen der anderen Sezessionisten. In der Zeit des NS-Regimes wurde Kronenberg Opfer der Aktion „Entartete Kunst“, sechs seiner Werke wurden aus der Hamburger Kunsthalle bzw. dem Museum für Kunst und Gewerbe entfernt. Kronenberg zog sich zurück, blieb seinem Stil aber treu und malte – oft gemeinsam mit Emil Maetzel – weiter. „Unverfängliches“ wie Landschaftsbilder durfte er auch bis 1943 weiter ausstellen. 1938 reiste er nach Brasilien, und nach der Trennung von seiner Frau heiratete er 1940 erneut. 1943 brannten Wohnung und Atelier aus, sodass sich das Ehepaar gemeinsam mit dem 1941 geborenen Sohn entschloss, Hamburg zu verlassen und in schleswig-holsteinischen Keelbek zu leben. 1949 kehrten sie jedoch nach Hamburg zurück. 1950 wurde er Mitglied des deutschen Künstlerbundes, und er nahm seine Reisetätigkeit – etwa in die Karibik, nach Südamerika, und Dänemark – wieder auf. Mitte der 1950er Jahre strahlte der NDR eine Serie aus, in der Kronenberg verschiedene Maltechniken erklärt: „Malen mit Fritz Kronenberg“. 1958 erhielt er den Edwin-Scharff-Preis. An den Folgen einer Kopfoperation verstarb Fritz Kronenberg 1960. 

 
Lokale Referenzen Hamburg, U-Bahn-Station Meßberg, Keramikwand 
Literaturhinweise Fritz Kronenberg_Literatur.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Maler/in: -
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Arnold Krug  
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Geboren 16. Oktober 1849
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 04. August 1904
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Arnold Krug war Pianist, Komponist und Musikpädagoge.

Von 1881 bis 1888 war er Dirigent und Leiter eines eigenen Gesangvereins, der Arnold Krugschen Singakademie. Ab Oktober 1885 war Arnold Krug dann als Lehrer für Komposition am Bernuth’schen Konservatorium in Hamburg tätig. 1885 übernahm er noch für zehn Jahre die Leitung der Altonaer Singakademie. 1902 wurde ihm in Hamburg der Professorentitel für Komposition („Comp. Prof.“) verliehen.  
Kategorien Musik
Funktionen Komponist/in: -
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Peter Krusche  
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Geboren 09. Juli 1924
Geburtsort Tuczyn/Wolhynien, Polen 
Gestorben 23. August 2000
Todesort Fürstenfeldbruck/Grafrath 
Kurzbiographie

Peter Krusche war ein evangelischer Theologe, Bischof und Mitglied der nordelbischen Kirchenleitung. Nach dem Abitur 1942 leistete der Pastorensohn Peter Krusche seinen Kriegsdienst bei der Luftwaffe und gelangte durch die Kriegsgefangenschaft nach Bayern. In Erlangen studierte er von 1945 bis 1948 Evangelische Theologie und trat 1948 in den Pfarrdienst. Am 18. April 1949 wurde er in Kitzingen ordiniert. Zuerst wirkte er dort als Stadtvikar und als Religionslehrer am Gymnasium in Hof/Saale, anschließend war er Schüler- und Jugendpfarrer in Nürnberg und von 1956 bis 1962 Landesjugendpfarrer der Bayerischen Landeskirche. Daneben war er ab 1954 Lehrbeauftragter für „Grundfragen evangelischer Jugendarbeit“ an der Evangelisch-Theologischen Fakultät in Erlangen und Studienbeauftragter der Evangelischen Jugend Deutschlands sowie Beauftragter für die Jugendarbeit der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands. 1962 wurde er Dekan von Coburg und kümmerte sich insbesondere um die theologische Fortbildung der Pfarrer sowie den Ausbau von Bildungsseminaren. 1967 übernahm er die Leitung des Pastoralkollegs der Bayerischen Landeskirche in Neuendettelsau, und kurz darauf das Ordinariat für Praktische Theologie an der neugegründeten Evangelisch-lutherischen Fakultät der Münchner Universität, die ihn 1980 zum ersten evangelischen Universitätsprediger ernannte. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit waren die Homiletik, Seelsorge, Gottesdienstlehre, kirchliche Erwachsenenbildung und evangelische Publizistik. Daneben wirkte er 30 Jahre lang als Rundfunkprediger im Bayerischen Rundfunk. 1983 trat Krusche sein Amt als Bischof der Nordelbischen Ev.-luth. Kirche für den Sprengel Hamburg. Von 1988 bis 1990 war er Vorsitzender der Nordelbischen Kirchenleitung. Er verstand sein Amt stark von der Seelsorge her und bot täglich eine offene Sprechstunde an. 1986 initiierte er den Stadtkirchentag für Hamburg als konzentrierte gesamtkirchliche Präsenz für die Stadt. Er prägte den Begriff der „Volkskirche an der Grenze“ für die Situation in Hamburg und betonte die kirchliche Mitwirkung an der Stadtkultur.

Daneben übte Krusche zahlreiche weitere Funktionen aus: Von 1984 bis 1988 war er Vorsitzender des Vorstandes der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg und gehörte danach dem Wissenschaftlichen Kuratorium an. Von 1986 bis 1992 war er Vorsitzender des Evangelischen Missionswerkes und der Generalversammlung des Nordelbischen Missionszentrums. Über das kirchliche Leben in Hamburg erstattete er 1987 und 1992 der Nordelbischen Synode Bericht. Zum 1. August 1992 wurde er emeritiert.

 
Literaturhinweise Krusche Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Religion
Bildungswesen
Funktionen Pastor/in / Pfarrer/in / Kleriker: 1948 - 1992
Hochschullehrer/in: 1954 -
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Dr. phil. Hellmut Kruse  
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Geboren 19. Mai 1926
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 25. Januar 2018
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Hellmut Kruse war das erste von drei Kindern des Hamburger Kaufmanns und Senators Hans Emil Bernhard Kruse (1891-1968).
 
Nach erfolgreichem Studium der Literaturgeschichte und Philosophie an den Universitäten Hamburg und Fribourg/Schweiz, betätigte er sich zunächst als Exportkaufmann im väterlichen Betrieb Wiechers & Helm, Hamburg. Dieses Unternehmen leitete er von 1954 bis 1961 als persönlich haftender Gesellschafter und ab 1989 als geschäftsführender Gesellschafter.
1961 trat er bei der Beiersdorf AG mit Zuständigkeit für das gesamte internationale Geschäft ein, um hier ab 1975 stellvertretender Vorstandsvorsitzender zu werden. Von 1979 bis 1989 übernahm er Verantwortung als Vorstandsvorsitzender und von 1989 bis 1994 als Mitglied des Aufsichtsrats.
 
Ab 1990 betätigte sich Dr. Hellmut Kruse über zwei Amtsperioden aktiv als Vizepräsident der Handelskammer. Er gehörte 32 Jahre dem Präsidium des Übersee-Club Hamburg an, den er von 1992 bis 1999 als Präsident leitete.
 
1951 heiratete er Clarita, geb. von Hobe, die ihm drei Kinder schenkte: 1954 Tochter Irene, 1956 Tochter Regine und 1959 Sohn Hans Fabian, der seine Nachfolge in der Leitung des Familienunternehmens Wichers & Helm übernahm.
2006 veröffentlichte Dr. Kruse seine persönliche Biographie, die er am 1. März unter dem Titel "Wagen und Winnen" im Übersee-Club vorstellte - siehe: Lebensbeschreibungen. 2009 erschien sein weihnachtlicher Gedichtband "Frieden auf Erden".
 
Nachrufe (Nekrologe) Nachruf auf Dr. Hellmut Kruse.pdf
Rede Trauerfeier von Dr. Peter von Foerster.pdf
Rede Trauerfeier von Dr. Peter Schäfer.pdf
Lebensbeschreibungen Wagen und Winnen Vortrag von Dr. Kruse.pdf
Kategorien Wirtschaft
Funktionen
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Prof. Dr. Dr. h.c. Andreas Hugo Krüss  
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Geboren 23. Februar 1853
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 27. April 1925
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Hugo Krüss war ein Hamburger Physiker, Unternehmer und Präsident des Kirchenrates. Der Sohn des Optikers Edmund Johann Krüss und seiner Frau Agathe Auguste wurde  in das 1796 gegründete Familienunternehmen, die optisch-mechanischen Werkstätten A. Krüss hineingeboren. Nach dem Besuch der Privatschule Dr. Schuster absolvierte er eine entsprechende Ausbildung in Altona und München, wo er anschließend an der Ludwig-Maximilians-Universität studierte und 1873 mit einer Arbeit über die „Vergleichung einiger Objectiv-Constructionen“ promoviert wurde. 1874 trat er in die väterliche Firma ein, die er 1888 übernahm. Dort führte er einige neue Zweige ein, die sich auf die Produktion in den Bereichen Photometrie und Spektroskopie sowie auf die Herstellung von Projektionsapparaten bezogen. Die Konstruktion neuer Instrumente und die Verbesserung der vorhandenen Geräte erfolgten in engem Zusammenhang mit seinen theoretischen Untersuchungen. Hugo Krüss veröffentlichte zahlreiche Zeitschriftenaufsätze und Monographien zur Photometrie und zur Spektralanalyse. 1920 übergab er das Familienunternehmen an seinen Sohn Paul Krüss (1880-1976).

Daneben engagierte sich Hugo Krüss nachhaltig im politisch-gesellschaftlichen Bereich: 1897 wurde er von der Bürgerschaft in die Oberschulbehörde gewählt, der er von 1898 bis 1921 angehörte. Dabei richtete er seinen Einsatz insbesondere auf die Entwicklung der Sternwarte, der Einrichtung des Botanischen, des Physikalischen und des Chemischen Staatsinstituts sowie des Zoologischen und des Mineralogisch-Geologischen Instituts. Im Bereich der Höheren Schulen legte er großen Wert auf den Ausbau der naturwissenschaftlichen Sammlungen und Laboratorien sowie die hygienischen Verhältnisse. Krüss war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen wie dem Naturwissenschaftlichen Verein in Hamburg, der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik, die er mehr als ein Vierteljahrhundert leitete, der Industriekommission der Handelskammer, dem Kuratorium der Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung, dem Verein für öffentliche Gesundheitspflege und der Gesellschaft zur Förderung der Amateurphotographie. Ab 1890 war er Mitglied der Kaiser-Carolus-Leopold-Akademie der Naturforscher, ab 1896 Vorstandsmitglied des Berliner Vereins für wissenschaftliche Photographie, ab 1903 Mitglied der Kommission des Kaiserlichen Statistischen Amtes für den deutschen Ausfuhrhandel, ab 1904 Vorstandsmitglied des Museums von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik in München, ab 1909 Vizepräsident und korrespondierendes Mitglied der Illuminating Enquiring Society London, ab 1913 Vorstandsmitglied der Deutschen Beleuchtungstechnischen Gesellschaft sowie ab 1914 Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der internationalen Beleuchtungskommission.

Daneben war er kirchlich sehr engagiert. Ab 1882 war er Mitglied des Kirchenvorstandes der Hauptkirche St. Nikolai, ab 1899 Gemeindeältester und ab 1919 erster Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Auf der übergemeindlichen Ebene wirkte Krüss ab 1891 in der Synode sowie ab 1896 als Mitglied des Kirchenrats, dessen Präsident er 1919 wurde. 1899 wurde er in das Kollegium der Oberalten gewählt, deren Präses er ab 1913 war. Darüber hinaus amtierte er als Vorsitzender des Deutschen Protestantenvereins. 1886 begründete er den hamburgischen Hauptverein des Evangelisch-Protestantischen Missionsvereins (Mission in Japan und China) mit.

Krüss erhielt vielfältige Auszeichnungen: In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm 1901 der König von Preußen den Rothen Adlerorden vierter Klasse. Wilhelm II. berief ihn 1905 in das Kuratorium der physikalisch-technischen Reichsanstalt, 1907 wurde er mit dem Königlichen Kronen-Orden geehrt. 1917 verlieh ihm der Hamburger Senat den Professorentitel, 1919 die Universität Göttingen die theologische Ehrendoktorwürde, 1921 die Hamburgische Universität die Ehrenmitgliedschaft. 1930 wurde in Barmbek ein Weg nach Krüss benannt.

 
Literaturhinweise Krüss Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Wirtschaft
Religion
Bildungswesen
Funktionen
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Prof. Dr. Dr. h.c. Hugo Andreas Krüss  
Abbildung
Geboren 23. Februar 1853
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 27. April 1925
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Hugo Krüss legte 1871 in München als Externer sein Abitur ab. Anschließend besuchte er dort die Universität und die Technische Hochschule und wurde 1873 promoviert. Drei Jahre später wurde er von seinem Vater, dem "Fabrikant wissenschaftlicher Instrumente" Edmund Krüss, in dessen Geschäft A. Krüss aufgenommen. Hier führte der Sohn schon bald neue Fabrikationszweige in Photometrie, Spektroskopie, Kolorimetrie und Projektion ein. Seit 1886 war er alleiniger Inhaber des Geschäfts. Neben seiner beruflichen Tätigkeit publizierte er rund 150 Titel physikalischen, technischen, wirtschaftspolitischen und philosophischen Inhalts, darunter zwei Bücher. 1917 ernannte ihn der Senat zum Professor und 1921 wurde er Ehrenmitglied der Hamburgischen Universität. Krüss war u.a. von 1891 bis 1908 Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik und bis 1918 Mitglied der Oberschulbehörde. Seit 1896 gehörte er dem Hamburger Kirchenrat an, dessen Vorsitz er von 1919 an innehatte. 
Lokale Referenzen Spuren in Hamburg: Zur Erinnerung an Hugo Krüss trägt seit 1930 in Barmbek-Nord ein Weg seinen Namen. 
Literaturhinweise KrüssHugo.pdf
Kategorien Wissenschaft
Funktionen Hochschullehrer/in: -
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Ferdinand Kugelmann  
Abbildung
Geboren 23. Mai 1840
Geburtsort Fritzlar 
Gestorben 25. Juli 1915
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Ferdinand Kugelmann machte sich, nachdem er in den 1860er Jahren für die Firmen H. C. Meyer und Heinrich Ad. Meyer tätig gewesen war, 1871 unter dem Namen Ferd. Kugelmann selbstständig. Die Firma (ab 1892: Ferd. Kugelmann GmbH) betrieb Ex- und Importgeschäfte. Exportiert wurde nach Afrika, Australien, Indien und vor allem nach Lateinamerika, und zwar u.a. Baumaterialien, Glaswaren, Lebensmittel und Maschinen. Importiert wurden u.a. Elfenbein, Perlen, Kaffee und Hanf. Von 1881 bis 1885 war Kugelmann Konsul der Argentinischen Republik, von 1902 bis 1915 Konsul von Guatemala in Hamburg. Er engagierte sich nicht nur für die Hamburgische Wissenschaftliche Stiftung, sondern konzipierte auch die 1907 eingeweihte Reitbahn an der Rothenbaumchaussee. Bereits 1900 hatte er mit dem Rechtsanwalt Dr. Ami Kaemmerer den Hamburger Reitverein gegründet. Kugelmann starb als Dissident: Nach seinem Austritt aus der jüdischen Gemeinde war er nicht zum Christentum übergetreten. 
Literaturhinweise Literatur zu Ferdinand Kugelmann.pdf
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Kaufmann/-frau: -
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Johann Nicolaus Kuhn  
Abbildung
Geboren -
Geburtsort  
Gestorben 13. November 1743
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Nach ausgedehnten Studienreisen in Italien kam Johann Nicolaus Kuhn als Zimmerergeselle nach Hamburg, wurde um 1705 Hamburger Bürger, hatte als Informator im Amt gearbeitet und war seit 1709 in Hamburg als Baumeister und Bildhauer tätig. Als sein Hauptwerk gilt das Palais des schwedischen Grafen Görtz am Neuen Wall, erbaut zwischen 1709 und 1711. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude bis auf die Fassade zerstört und 1957 durch C.F. Fischer zum Bürohaus umgebaut. 
Lebensbeschreibungen LB Johann N. Kuhn.pdf
Literaturhinweise LiteraturJNK.pdf
Kategorien Architektur
Funktionen
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Felicitas Kukuck  
Abbildung
Geboren 02. November 1914
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 04. Juni 2001
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Felicitas Kukuck, geb. Cohnheim, wurde am 2. November 1914 in Hamburg geboren. Die Eltern, der Arzt Prof. Dr. Otto Cohnheim und seine Frau Eva förderten ihre künstlerische Entwicklung. 1916 änderte ihr Vater seinen jüdischen Namen in Kestner um.

Felicitas Kestner besuchte die Lichtwarckschule bis 1933. Ihr Abitur machte sie 1935 im Landschulheim der Odenwaldschule. An der Berliner Musikhochschule studierte sie zunächst Klavier und Querflöte. 1937 bestand sie die Privatmusiklehrerprüfung für Klavier, durfte jedoch wegen ihrer nach NS-Definitionen "teiljüdischen Abstammung" nicht unterrichten. Aber sie konnte Komposition bei Paul Hindemith studieren bis zu dessen Emigration. 1939 schloss sie ihr Musikstudium mit der künstlerischen Reifeprüfung für Klavier ab. Im selben Jahr heiratete sie Dietrich Kukuck. Das rettete ihr das Leben. 1945 siedelte Felicitas Kukuck mit einem Flüchtlingstransport nach Hamburg um, drei Jahre später zog sie mit ihrer Familie nach Blankenese, wo sie bis zum Tod lebte und arbeitete.

Paul Hindemith hat Felicitas Kukuck nachhaltig beeinflusst. Sein Bekenntnis zur ethischen Verpflichtung des Komponisten wurde für sie richtungweisend.  In über sechs Jahrzehnten schuf Felicitas Kukuck neben Instrumentalwerken eine reiches Werk geistlicher und weltlicher Vokalmusik. In ihren letzten Werken setzte sie sich mit Krieg und Frieden, mit Auschwitz, Hiroshima und Tschernobyl  auseinander. Im Gedenken an die atomare Vernichtung von Hiroshima und Nagasaki wurde am 11. August 1995 im Rahmen einer Weltfriedenswoche in Hamburg ihre Kantate "Und es ward: Hiroshima. Eine Collage über Anfang und Ende der Schöpfung" in der Turmruine St. Nikolai uraufgeführt.

Anlässlich der 800-Jahrfeier der Hamburger Hauptkirche St. Nikolai 1995 entstand die szenische Kantate "Wer war Nikolaus von Myra? Wie ein Bischof seine Stadt aus einer Hungersnot rettete und vor Krieg bewahrte". Aus den Schlussworten der Kantate spricht die Überzeugung der Komponistin, für die der Frieden in der Welt und zu Hause ein höchstes Gut ist: "Möge Nikolaus behüten / unsere Freunde in der Fremde / und die Fremden in der Stadt." Die Kantate wurde am 3. Dezember 1995 von drei Chören in der Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern uraufgeführt.

1996 entstanden unter dem Titel "Und kein Soldat mehr sein" zehn Lieder gegen den Krieg, die anläßlich des Anti-Kriegstages am 1. September im Monsun-Theater uraufgeführt wurden. "Ich bin in Sehnsucht eingehüllt" ist der Titel ihrer letzten Veröffentlichung (1999) von sieben Klavierliedern auf Gedichte eines jüdischen Mädchens an ihren Freund. Es sind Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger, die achtzehnjährig in einem Konzentrationslager starb.

Die Freie und Hansestadt Hamburg ehrte Felicitas Kukuck 1989 für ihre Verdienste um Kunst und Kultur in Hamburg mit der Biermann-Ratjen-Medaille und verlieh ihr 1994 für ihre Verdienste um das Hamburgische Musikleben und als Auszeichnung für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Musik die Johannes Brahms-Medaille .
 
Lokale Referenzen Felicitas-Kukuck-Straße, Altona-Nord, seit 2016
 
Kategorien Musik
Funktionen Komponist/in: -
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Marie Luise Sophie Kunert, verh. Benfey-Kunert  
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Geboren 01. März 1896
Geburtsort Spandau 
Gestorben 18. Januar 1960
Todesort Göttingen 
Kurzbiographie

Sophie Kunert war die erste Hamburger Theologin und eine der engagiertesten Kämpferinnen für die Zulassung von Frauen im geistlichen Amt. Die Tochter eines wohlhabenden Oberlehrers aus Spandau begann 1916 in Berlin, Philologie zu studieren, wechselte aber nach zwei Jahren zur Theologie und legte 1921 als eine der ersten Frauen an der Humboldt-Universität das Fakultätsexamen ab, dessen Einführung sie zuvor selbst mit durchgesetzt hatte. Da es zu diesem Zeitpunkt keine Berufsaussichten in den evangelischen Kirchen gab, arbeitete sie als Erzieherin und im kaufmännischen Bereich, studierte Nationalökonomie, publizierte zum Thema Frauen in der Kirche und wirkte in ihrer Freizeit als Seelsorgerin in einem Berliner Frauengefängnis. 1925 wechselte sie auf eine Stelle als Fürsorgerin und Seelsorgerin im Hamburger Strafvollzug. Da Kunert ihr Anliegen, die Gleichberechtigung der Theologinnen, weiter verfolgte und für Ihre Arbeit im Frauengefängnis auch eine kirchliche Bestätigung haben wollte, beantragte sie erfolgreich die Zulassung zum Vikariat in der Hamburger Landeskirche, dessen Abschlussprüfung sie noch 1925 bestand. Nach langen Auseinandersetzungen gelang es ihr 1927, dass Theologinnen als Pfarramtshelferinnen zumindest eine eingeschränkte kirchliche Arbeitsmöglichkeit eingeräumt wurde. Für ihren Dienst wurden sie eingesegnet und nicht wie Pastoren ordiniert. Sophie Kunert konnte sogar erreichen, dass ihr ausnahmsweise die sonst nur Männern vorbehaltene Sakra­mentsverwal­tung für ihre Arbeit im Frauengefängnis übertra­gen wurde. Damit befand sie sich in Deutschland in einer einzigartigen Position.

Im politischen Bereich kandidierte sie bei der Reichstagswahl 1930 erfolglos für die Deutsche Volkspartei (DVP). Daneben hielt sie Vorträge und publizierte zahlreiche Artikel. Um ihre Arbeit mit den inhaftierten Frauen noch besser gestalten zu können, studierte sie nebenbei Psychologie und wurde 1933 bei William Stern (1871-1938) mit einer Arbeit über „Abhängig­keit, eine personale Struktur straffälliger Frauen“ promoviert. Ende Februar 1934 schied sie auf eigenen Wunsch aus dem Dienst aus, da sie erhebliche Konflikte mit der katholischen Leiterin des Frauengefängnisses hatte. Nach der Kündigung heiratete sie den Göttinger Pastor Bruno Benfey (1891-1962), der von den Nationalsozialisten aufgrund seiner jüdischen Abstammung angegriffen und vom Landesbischof in den Ruhestand versetzt wurde. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde er verhaftet und in das Konzen­trationslager Buchenwald gebracht. Aufgrund ökume­nischer Kontak­te wurde er nach einigen Wochen mit der Auflage, Deutsch­land zu verlassen, aus der Haft entlas­sen. Über die Schweiz, die sie nicht dauerhaft aufnehmen wollte, gelangte die Familie in die Niederlande, wo Bruno Benfey als Seelsor­ger wirkte und deutschsprachige protestan­tische Flüchtlinge in Lagern im ganzen Land betreute. Hier ergab sich für Sophie Benfey-Kunert die Möglichkeit, wieder als Geistliche zu arbeiten und Gottesdienste abzuhalten, wenn ihr Mann verhindert war. 1946 konnten beide nach Göttingen zurückkehren, wo ihr Mann seine alte Pfarrstelle wieder erhielt, ihr selbst aber von der Hannoverschen Landeskirche eine Berufstätigkeit als Theologin verwehrt wurde.

 
Literaturhinweise Kunert Literatur.pdf
Kategorien Religion
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August Friedrich Kunhardt  
Abbildung
Geboren 26. April 1779
Geburtsort Stade 
Gestorben 27. November 1851
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie August Friedrich Kunhardt, geb. 26.4.1779 in Stade, gest. 27.11.1851 in Hamburg, Sohn des Pastors Martin Gotthardt Kunhardt und der Pastorentochter Hanna Friederike Encke. Nach Studium der Theologie und dann der Medizin seit 1807 als Arzt in Hamburg tätig. Heirat 10.8.1810 mit Johanna Cäcilie Stresow. 
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Dr. Georg Ferdinand Kunhardt  
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Geboren 10. April 1824
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 08. März 1895
Todesort Heidelberg 
Kurzbiographie Ferdinand Kunhardt wurde am 10.4.1824 in Hamburg geboren. Sein juristisches Studium schloss er mit seiner Promotion in Heidelberg ab. Danach wurde er 1861 Richter am Niedergericht in Hamburg. In der Zeit von 1859 bis 1868 war er Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft und amtierte 1865 für zwei Jahre als deren Präsident. Nach seinem Austritt aus der Bürgerschaft wurde er 1869 an Stelle Alfred Rückers in den Senat gewählt. Dort amtierte er als erster Polizeiherr und Chef der Hamburgischen Justizverwaltung. In dieser Funktion war er für die Ausweisung des Sozialdemokraten und Verlegers Johann Heinrich Wilhelm Dietz aus Hamburg verantwortlich. Als ihm krankheitsbedingt ein Bein amputiert werden musste und er nahezu die Fähigkeit zu sprechen verloren hatte, trat Kunhardt 1887 von seinem Amt als Senator zurück. Er verstarb am 8.3.1895 in Heidelberg. 
Lokale Referenzen Kunhardtstraße 
Literaturhinweise Ferdinand Kunhardt_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Justiz
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Senator/in: -
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Richard Kuöhl  
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Geboren 31. Mai 1880
Geburtsort Meißen 
Gestorben 19. Mai 1961
Todesort Bad Oldesloe 
Kurzbiographie

Richard Kuöhl orientierte sich zunächst am Jugendstil, wurde aber ab den 1920er Jahren aber vom Expressionismus geprägt. Bekannt ist Kuöhl für seine zahlreichen Bauplastiken in Hamburg, aber auch für seine wuchtigen und monumentalen Kriegsdenkmäler.

Richard Kuöhl stammte aus ärmlichen Verhältnissen, sehr früh verlor er zudem seinen Vater. Er erlernte den Beruf des Kunsttöpfers in der Keramischen Modellfabrik in Meißen. Nachdem er für kurze Zeit diesen Beruf ausübte, ging er von 1902 - 1905 auf die Kunstgewerbeschule Dresden, wo ihn auch Karl Grosz unterrichtete. 1910 lebte Kuöhl zunächst in Berlin, hier war er mit dem Entwerfen von Skulpturen, aber auch von Schmuck erfolgreich. 1912 entschloss er sich, nach Hamburg zu ziehen. Schon in Dresden hatte er Fritz Schumacher kennengelernt, der ihm – als Oberbaudirektor Hamburgs – mehrere Aufträge für Bauschmuck anvertraute. So schuf er 1923/24 etwa die Bauplastiken des Chilehauses. Von 1919 bis 1933 war er Mitglied der Hamburgischen Sezession. Ab 1933 passte sich Kuöhl dem nationalsozialistischen Regime an und erschuf monumentale Kriegerdenkmäler, wie etwa das später stark kritisierte sog. „76er-Denkmal“ (1936 eingeweiht) am Dammtorbahnhof in Hamburg, welches auch als Gegendenkmal zu der von nationalen Kreisen abgelehnten Stele Ernst Barlachs („Hamburger Ehrenmal“) auf dem Rathausmarkt fungieren sollte. Das Denkmal trägt unter anderem die Inschrift „Deutschland muss leben, und wenn wir sterben müssen.“ Kuöhl wurde in der NS-Zeit der meist beauftragte Bildhauer Hamburgs und Umgebung. 1943 wurde sein Atelier im Alstertal ausgebombt, und Kuöhl zog sich in sein Sommerhaus in Rohlfshagen (im Kreis Stormarn) zurück. Dort und in Bad Oldesloe arbeitete er auch nach dem Krieg weiter als Bildhauer, es entstanden in dieser Zeit vor allem Kriegsdenkmäler mit christlichen Inhalten.

 
Lokale Referenzen

Hamburg, Dammtor-Bahnhof, Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten des Hamburgischen Infanterie-Regiments Nr. 76

Hamburg, Chilehaus, Keramiken

Hamburg, Finanzbehörde Gänsemarkt, Keramiken

 
Literaturhinweise Richard Kuöhl_Literatur.pdf
Kategorien Kunst
Funktionen Bildhauer/in: -
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Clemens August Freiherr von Kurtzrock-Wellingsbüttel  
Abbildung
Geboren 14. Januar 1745
Geburtsort Wellingsbüttel 
Gestorben 04. Mai 1822
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Clemens August Freiherr von Kurtzrock-Wellingsbüttel, geboren 14.1.1745 in Wellingsbüttel, gestorben 4.5.1822 in Hamburg, Sohn des Theobald Josef Freiherr von Kurtzrock-Wellingsbüttel und der Maria Anna Freiin von Weichs-Sarstedt. Herr auf Wellingsbüttel, schleswig-holsteinischer Geheimer Rat und Kammerherr; 1789-1805 und 1814-1820 als fürstlich thurn und taxischer Oberpostdirektor in Hamburg tätig. 1819 Erhebung in den erblichen österreichischen Grafenstand. Vermählt 1778 mit Maria Theresia Charlotte Freiin von Calkum-Lohausen. 
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen
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Gerhart Laage  
Abbildung
Geboren 1925
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 2012
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie 1925 geboren in Hamburg 1948–1953 Studium der Architekt ur Technische Hochschule Braunschweig seit 1954 selbst- ständiger Architekt, bis 1978 mit seinem Vater Richard Laage 1961 Stipendium für die Villa Massimo (Rom-Preis) seit 1969 PPL Planungsgruppe Professor Laage 1963–1992 ordentlicher Professor an der Universität Hannover 2008 Promotion zum Dr.-Ing. mit der Arbeit »Architektur bekommt Sinn nur durch Menschen« 2012 gestorben in Hamburg 
Lebensbeschreibungen GerhartLaageWerkeliste.pdf
Kategorien Architektur
Funktionen
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Carl Laeisz  
Abbildung
Geboren 27. April 1828
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 22. März 1901
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Carl Laeisz, geb. 27.4.1828 in Hamburg, gest. 22.3.1901 ebd., Sohn des Kaufmanns und Reeders Ferdinand Laeisz und der Johanna Ulrike Catharina Creutzberg. Nach kaufmännischer Lehre Kaufmann und Reeder in Hamburg. 1852 Heirat mit der Schiffsmaklertochter Sophie Christine Knöhr. Stifter der Hamburger Musikhalle. 
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen Reeder: -
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Carl Ferdinand Laeisz  
Abbildung
Geboren 10. August 1853
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 22. August 1900
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Carl Ferdinand Laeisz wurde am 10. August 1853 in Hamburg geboren. Die Familie stammte aus Schwaben und ist seit ungefähr 1760 in Hamburg ansässig. Der Großvater Ferdinand Laeisz hatte den Wechsel vom Buchbinder zum Reeder unternommen und die Firma zu einer bedeutenden Segelschiffsreederei ausgebaut. Sie engagierte sich auch im Seeversicherungsgeschäft, so dass die drei Laeisz (Ferdinand, Carl und Carl Ferdinand), die bis zum Jahre 1887 die Reederei gemeinsam leiteten, als die führenden Männer des Hamburger Seeversicherungsmarktes angesehen wurden.
Seiner kaufmännischen Ausbildung in Hamburg und London schloss sich eine Weltreise an (1875-1877), mit Beginn des Jahres 1879 trat er als Teilhaber in die väterliche und großväterliche Firma ein.
Am 31. Dezember 1883 wurde Laeisz in die Handelskammer gewählt, der er bis zu seinem Tode angehörte. In den Jahren 1893 und 1894 war er Vizepräses, von 1895 bis 1898 Präses. Seit Beginn des Jahres 1900 gehörte er der Industriekommission an. Von 1884 bis 1900 war er Mitglied der Auswandererdeputation. Weiterhin delegierte die Kammer ihn in die Deputation für Handel, Schifffahrt und Gewerbe (1889-1892, 1895-1898).
Seit 1892 war Laeisz Mitglied der Bürgerschaft. Er gehörte als Mitglied dem Bezirksausschuss der Reichsbankhauptstelle an. Im Präsidium des Deutschen Handelstages löste er Woermann ab.

 
Lebensbeschreibungen Carl Ferdinand Laeisz.pdf
Podcasts Laeisz Carl Ferdinand.mp3
Kategorien Politik
Wirtschaft
Funktionen Handelskammerpräses: 1895 - 1898
Bürgerschaftsmitglied: 1892 - 1900
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Sophie Christine Laeisz  
Abbildung
Geboren 30. Juni 1831
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 12. Februar 1912
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Sophie, die fünfte Tochter des Schiffsmaklers Christian Ludwig Knöhr, heiratete 1852 den Reeder, Kaufmann und Assekuradeur Carl Heinrich Laeisz. Nach dessen Tod 1901 blieb sie Inhaberin von dessen Firma F. Laeisz. In der Folgezeit kümmerte sie sich um die Erziehung ihrer beiden Enkel, die nach dem frühen Tod ihres Sohnes Carl Ferdinand im Jahr 1900 verwaist waren. Sophie Laeisz war sowohl in sozialer Hinsicht wie auch im Bereich der Kultur sehr aktiv: Die 1901 gegründete Sophie-Laeisz-Stiftung unterhielt das bereits 1860 errichtete F. Laeisz-Stift in St. Pauli, welches bedürftigen Personen Unterkunft bot. Im gemeinschaftlichen Testament der Eheleute war bestimmt, dass 1,2 Millionen Mark zur Erbauung einer Musikhalle in Hamburg gespendet werden sollten. Dessen Umsetzung veranlasste Sophie schon kurz nach dem Tod ihres Mannes und stockte die Bausumme auf zwei Millionen Mark auf. Nach der Eröffnung 1908 wurde das Gebäude schnell zum Mittelpunkt des Hamburger Konzertlebens. Ausführliche Biographie 
Lokale Referenzen Laeisz-Halle 
Literaturhinweise Literatur zu Sophie Laeisz.pdf
Kategorien Musik
Wohlfahrt
Funktionen
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Fritz Landmann  
Abbildung
Geboren -
Geburtsort  
Gestorben 1974
Todesort  
Kurzbiographie

Fritz Landmann führte das väterliche Unternehmen fort, welches er nachträglich zu einer erfolgreichen Unternehmensgruppe ausbaute. Des Weiteren hat Fritz Landmann die Altonaer Wellpappenfabrik geleitet und daraus entstand die Unternehmensgruppe Panther Wellpappe, die sich heute Panther Packaging nennt. Kurz vor seinem Tod im Jahr 1974 vermachte Fritz Landmann einen Teil seines Vermögens der „Fritz Landmann Stiftung“. Die Stiftung ist für die Förderung von Aus- und Weiterbildung in der papierherstellenden und papierverarbeitenden Industrie verantwortlich. Gefördert werden Institutionen, die Fachwissen und praktische Fähigkeiten in Berufsbildern wie z.B. Papiermacher oder Verpackungsmittelmechaniker lehren.  Mit dem Bau von zwei Internaten ermöglichte die Fritz Landmann Stiftung der Papier- und Verpackungsindustrie einen landesweiten Know-how-Transfer. Die Finanzierung von Laboreinrichtungen und die Förderung verschiedener Forschungsprojekte ergeben immer wieder neue Erkenntnisse, die der gesamten Branche zugutekommen. Bisher hat die Stiftung bundesweit über 10 Million Euro gespendet.

 
Lokale Referenzen

 

 
Kategorien Wohlfahrt
Funktionen Kaufmann/-frau: -
Anfang

 
Friedrich Wichard Lange  
Abbildung
Geboren 20. Mai 1826
Geburtsort Krampfer b. Perleburg 
Gestorben 10. Januar 1884
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Friedrich Wichard Lange, geb. 20.5.1826 in Krampfer b. Perleburg, gest. 10.1.1884 in Hamburg, Sohn des Gutsarbeiters Joachim Lange. Nach Lehrerausbildung und Universitätsstudium in Berlin seit 1848 Lehrer in Hamburg. 1850 Promotion zum Dr. phil. in Jena und Eröffnung einer höheren Privatschule in Hamburg. 1851 Heirat mit Alwine Middendorff. Mitglied der Hamburger Bürgerschaft und Freimaurer. 
Lokale Referenzen
Friedrich Wichard Lange war überzeugter Freimaurer - das oben gezeigte Gemälde stellt ihn als Logenmeister seiner Loge "Zum Pelikan" dar, die er in den Jahren 1870-1874 und 1876-1882 leitete.
 
Kategorien Politik
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
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Helene Henriette Elisabeth Lange  
Abbildung
Geboren 09. April 1848
Geburtsort Oldenburg 
Gestorben 13. Mai 1930
Todesort Berlin 
Kurzbiographie Helene Lange wurde am 9.4.1848 in Oldenburg geboren. Nach ihrem Schulabschluss machte sie in Berlin ihr Lehrerinnenexamen und war dort 20 Jahre als Lehrerin tätig.
Erst im Alter von 68 Jahren zog sie gemeinsam mit Gertrud Bäumer nach Hamburg. Zuvor hatte sie sich einen Namen in der Debatte um die höhere Mädchenbildung gemacht, wozu sie 1888 eine Schrift herausbrachte: „Die höhere Mädchenbildung und ihre Bestimmung“, die sog. Gelbe Broschüre. Außerdem gründete sie die Zeitschrift „Die Frau“, war Mitbegründerin und Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins und des Bundes Deutscher Frauen, sowie Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins. Durch ihr Engagement hatte sie außerdem den Frauen den Weg in die Universität eröffnet.
Seit 1917 unterrichtete sie in der von Bäumer geleiteten Sozialen Frauenschule in Hamburg Psychologie, Sozialethik und Organisationslehre. Ihr 70. Geburtstag wurde groß gefeiert und als Geschenk übergab man ihr 115.000 Mark, die in Berlin als Spenden gesammelt worden waren. Diese bildeten das Grundkapital für die 1918 gegründete Stiftung „Helene-Lange-Spende von 1918“ zur Unterstützung von Organisationen, die den Kultureinfluß der Frau verbessern wollten.
Als ein Mitglied der DDP wurde Lange Ende 1918 in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt und eröffnete diese als Alterspräsidentin im März 1919. Zuvor hatte sie im Februar 1919 die Hamburgische Staatsangehörigkeit erhalten.
Während ihrer politisch aktiven Zeit machte sie sich vor allem für Frauenrechte stark, u. a. für die Zulassung der Frauen als Dozentinnen an der Universität Hamburg, zur juristischen Prüfung, zur Einführung schulärztlicher Untersuchungen und die Integration von Frauen in Spitzenpositionen von Hochschulen und im Gerichtswesen.
1920 kehrte sie mit Bäumer zurück nach Berlin. Noch zu Lebzeiten wurden ihr zahlreiche Ehrungen zu Teil, so erhielt sie u. a. die Silberne Staatsmedaille für Verdienste um den Staat von der Preußischen Regierung. Sie verstarb am 13.5.1930. 
Lokale Referenzen Helene-Lange-Straße
Helene-Lange-Gymnasium 
Lebensbeschreibungen LangeHelene Lange.Lebensbeschreibung Matthias Seeberg.pdf
Literaturhinweise Helene Lange_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
Anfang

 
Hermen Langenbeck  
Abbildung
Geboren -
Geburtsort  
Gestorben -
Todesort  
Kurzbiographie Langenbeckshöh, Olsdorf, seit 1929
 
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 1481 - 1517
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Johannes Langhans  
Abbildung
Geboren 22. Februar 1659
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 22. März 1721
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Eine Kurzbiographie liegt für diese Persönlichkeit aktuell noch nicht vor. Es wird auf den ausführlichen Nachruf verwiesen. 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein 1 Quelle Staatsarchiv HH.pdf
Text Latein 2 Quelle Staatsarchiv HH.pdf
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Kategorien Politik
Funktionen Senator/in: -
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D. Gerhard Langmaack  
Abbildung
Geboren 19. Februar 1898
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 26. Mai 1986
Todesort Ahrensburg 
Kurzbiographie Er besuchte ab 1914 die Staatliche Baugewerkschule in Hamburg. 1916-1918 nahm er als Pioniersoldat am Ersten Weltkrieg teil. 1922 eröffnete er sein Architekturbüro in Hamburg, das er bis 1973 leitete. Einer seiner ersten bedeutenden Aufträge war 1925/1926 der Bau der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg nach Plänen von Fritz Schumacher. Geprägt von Jugendbewegung und Heimatschutz, war Langmaack anfällig für die Propaganda artgemässen Bauens und wurde in der Zeit des Nationalsozialismus Leiter der Landesstelle Norddeutschland der Reichskammer der bildenden Künste. Nach 1945 war er intensiv am Wiederaufbau und Neubau beteiligt. Sein besonderes Interesse galt dem Kirchbau. Seine erste Kirche errichtete er 1936 in Altenlohm in Schlesien. Mehr als 60 kirchliche Rekonstruktions- und Neubauprojekte trugen seine Handschrift. 1949 zählte er zu den Begründern des Deutschen Evangelischen Kirchbautages, dessen Arbeitsausschuss er angehörte. Über viele Jahre hatte er einen Lehrauftrag am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Hamburg, die ihm 1968 die Ehrendoktorwürde der Theologie verlieh. __http://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Langmaack _Nico Klaffert, Hamburgisches Architekturarchiv 
Kategorien Architektur
Funktionen Architekt/in: -
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Dr. h.c. Gerhard Richard Wilhelm Langmaack  
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Geboren 19. Februar 1898
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 26. Mai 1986
Todesort Ahrensburg 
Kurzbiographie

Gerhard Langmaack war ein Hamburger Architekt. Nach dem Besuch der Realschule absolvierte er von 1912 bis 1915 eine Maurerlehre und wurde anschließend bis 1919 an der Hamburger Baugewerkschule ausgebildet, daneben leistete er Kriegsdienst. Nach Anstellungen als Architekt, u.a. im Baubüro der Karstadt AG, eröffnete er 1922 sein eigenes Architekturbüro in Hamburg, in dem er ab 1956 mit seinem Sohn Dieter zusammenarbeitete. Langmaack baute zahlreiche Einzelhäuser, Wohnungen, Schulen und Firmengebäude sowie von 1925 bis 1926 die Kulturwissenschaftliche Bibliothek Warburg. Gefördert wurde er insbesondere von Fritz Schumacher.

Bis 1933 war Langmaack Mitglied der SPD und Geschäftsführer des „Vereins Heimatschutz im Hamburger Staatsgebiet“. Von 1934 bis 1936 war er Leiter der Hamburger Sektion der Reichskammer der bildenden Künste, Vorstandsmitglied im Deutschen Werkbund und Vertrauensarchitekt der Deutschen Arbeitsfront. Ab 1939 war er an den Planungen Konstanty Gutschows für die Neugestaltung Hamburgs beteiligt. 1945/46 leitete er den Arbeitsausschuss Stadtplanung in der Hamburger Bauverwaltung.

Sein besonderes Augenmerk galt dem Sakralbau, der nach 1945 bei ihm im Vordergrund stand: Er baute 50 Kirchen neu, darunter die Hamburger Hauptkirche St. Nikolai. 1931 wurde er Mitstifter der Evangelischen Michaelsbruderschaft, deren Diakon er war. Von 1946 bis 1957 war er Mitglied der Synode der Hamburger Landeskirche. 1949 war er Mitbegründer des Arbeitsausschusses des Evangelischen Kirchenbautages. 1957 erhielt Langmaack einen Lehrauftrag für Kirchenbau an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Hamburg, die ihm 1968 die Ehrendoktorwürde verlieh.

 
Literaturhinweise Langmaack Literatur.pdf
Kategorien Architektur
Religion
Funktionen Architekt/in: 1919 -
Stadtplaner/in: 1939 - 1946
Anfang

 
John Hermann Langnese  
Abbildung
Geboren 13. Oktober 1828
Geburtsort Hamburg 
Gestorben Januar 1877
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie John Hermann Langnese, geb. 13.10.1828 in Hamburg, gest. Januar 1877 ebd., Sohn des Kaufmanns Vincent Elias Hermann Langnese und der Hanna Eleonora Dorothea Benett. Kaufmann und Reeder in Hamburg. 1853 Heirat mit Wilhelmina Petronella Beck. 
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Kaufmann/-frau: -
Reeder: -
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Heinz Lanker  
Abbildung
Geboren 1916
Geburtsort  
Gestorben 1978
Todesort  
Kurzbiographie  
Kategorien Schauspiel und Tanz
Funktionen Volksbühnenschauspieler/in: -
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Johann Martin Lappenberg  
Abbildung
Geboren 30. Juni 1794
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 28. November 1865
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Johann Martin Lappenberg war Archivar und Sekretär des hamburgischen Senats, Historiker und langjähriger Vorsitzender des Vereins für Hamburgische Geschichte. Seit dessen Gründung im Jahr 1839 etablierte er den Verein als wichtigste Adresse zur wissenschaftlichen Beschäftigung mit der hamburgischen Geschichte. Gleichzeitig diente unter seiner Führung der Verein der Verbreitung des historischen Wissens über Hamburg und wurde damit zum Publikumsverein. In seiner Zeit war Lappenberg ein in ganz Deutschland anerkannter und geehrter Historiker, der sich vor allem der mittelalterlichen Geschichte zuwandte. Dabei beachtete er nicht nur die hamburgische Geschichte, sondern auch die Geschichte der Hanse und der norddeutschen Länder. Eine besondere Vorliebe verband ihn mit Schottland und England, dessen Frühgeschichte er erstmals nach wissenschaftlichen Standards beschrieb.  
Lokale Referenzen Lappenbergsallee, Eimsbüttel, seit 1895: nach Familie Lappenberg, besonders aber nach Martin L.
 
Lebensbeschreibungen Johann Martin Lappenberg.pdf
Literaturhinweise Literatur von und über Johann Martin Lappenberg.pdf
Kategorien Wissenschaft
Funktionen
Anfang

 
Johannes August Lattmann  
Abbildung
Geboren 05. Oktober 1858
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 19. Januar 1936
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Der Bruder von Antonie Amsinck, wurde, nachdem er in Hamburg sowie in Spanien, Portugal und New York kaufmännische Kenntnisse erworben hatte, 1886 Teilhaber des Handelsunternehmens und Finanzhauses G. Amsinck & Co. in New York. 1901 kehrte er nach Hamburg zurück, lebte hier als Privatier und engagierte sich vor allem im sozialen Bereich. Der als fortschrittlich geltende Lattmann wurde 1912 Senator und bekleidete dieses Amt bis 1919. Er war u.a. Präses der Armenanstalt, der Behörde für öffentliche Jugendfürsorge und des Fortbildungsschulwesens sowie im Vorstand des Vereins Asyl für obdachlose Männer und des Kinderschutzbundes. 1913 wurde maßgeblich auf sein Bestreben hin die Gesellschaft für Wohltätigkeit gegründet, der er bis 1924 vorstand. Aus dieser Tätigkeit ging die Anregung zur Gründung der Sozialen Frauenschule hervor. Lattmann war von Beginn an, seit 1916, Vorsitzender des privaten Trägers dieser Einrichtung, des Vereins Soziale Frauenschule und Sozialpädagogisches Institut. Ab 1920 war Lattman wieder in der Wirtschaft tätig, als er von Max Warburg und Paul von Mendelssohn-Bartholdy zum Vorstandsvorsitzenden der neu gegründeten Deutschen Warentreuhand AG berufen wurde. Diese Tätigkeit übte er bis 1928 aus und wechselte dann in den Aufsichtsrat, dem er bis 1936 angehörte. Ausführliche Biographie 
Literaturhinweise Literatur zu AugustLattmann.pdf
Kategorien Politik
Wirtschaft
Wohlfahrt
Funktionen Kaufmann/-frau: -
Senator/in: 1912 - 1919
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Dr. phil. Lic. theol. Hermann Friedrich Johannes Carl Lau  
Abbildung
Geboren 15. Oktober 1882
Geburtsort Lübeck 
Gestorben 04. Februar 1964
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Hermann Lau war ein lutherischer Theologe und Schulleiter. Nach dem Abitur in Lübeck 1901 studierte er von 1901 bis 1905 Evangelische Theologie und Philologie in Erlangen,  Berlin und  Kiel. 1905 legte er das erste theologische Examen in Lübeck ab und arbeitete 1905/06 als Hilfslehrer am Katharineum. 1907/08 studierte er weiter in Kiel und bestand dort 1908 die erste Lehramtsprüfung für die Fächer Religion. Hebräisch, philosophische Propädeutik und Latein. Das Seminarjahr verbrachte er 1909 am Gymnasium zu Kiel, das Probejahr 1910 am Gymnasium Glückstadt, wo er ab 1911 als Hilfslehrer und ab 1912 als Oberlehrer wirkte.

Bereits 1907 war  er in Erlangen mit einer Studie über Eugen Dühring als Religionsphilosoph zum Dr. phil und zwei Jahre später mit einer Arbeit zur angelsächsischen Mission in Kiel zum Lic. theol. promoviert worden.

1924 wurde Lau Studiendirektor des städtischen Gymnasiums in Itzehoe und 1927 in Glückstadt. Nebenamtlich stand er von 1929 bis 1934 dem Lyzeum Glückstadt vor. 1934 wurde er Leiter des Christianeums in Altona, bis er im August 1942 abberufen wurde. Er sollte die Leitung der Oberschule für Jungen in Blankenese übernehmen, ließ sich aber aus gesundheitlichen Gründen im Oktober in den Ruhestand versetzen. Hintergrund waren Ermittlungen wegen seiner politischen Haltung im Kontext der Aktivitäten von Schülern in der Swing-Jugend.

Politisch gehörte Hermann Lau der DVP und ab 1930 der antisemitischen DNVP an. Nach Aufhebung der Mitgliedersperre trat er 1937 in die NSDAP ein. Seit 1934 war Lau bereits Mitglied von NSV, NSLB, RLB sowie Luftschutzwart, seit 1940 im VDA und im Reichskolonialbund.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges blieb er im Ruhestand und engagierte sich als Mitbegründer des Vereins der Freunde des Christianeums und als langjähriges Vorstandsmitglied weiterhin für diese Schule. Darüber hinaus unterrichte­te  Lau seit 1945/46 Grie­chisch, zeitweilig auch Hebräisch, am Kirchlichen Vorlesungswerk, an der Kirchlichen Hochschule und von 1954 bis 1962 auch an der Theologi­schen Fakultät der Hamburger Universität.

 
Literaturhinweise Lau Hermann Literatur.pdf
Kategorien Religion
Bildungswesen
Funktionen Lehrer/in: 1905 - 1934
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Prof. Dr. Ferdinand Hermann Heinrich Dietrich Lauenstein  
Abbildung
Geboren 22. Juni 1874
Geburtsort Hildesheim 
Gestorben 02. Januar 1943
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Ferdinand Lauenstein war von 1924 bis 1934 Leiter der Oberrealschule Eppendorf. Nach der Reifeprüfung 1893 studierte er in Leipzig und Göttingen Theologie und Germanistik, wobei er sich besonders mit deutschen Dialekten und dem Alten Testament beschäftigte. 1897/98 legte er in Hamburg das Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab und war wissenschaftlicher Hilfslehrer am Knabeninstitut der Internatsschule Lucius in Echzell (Wetterau). Von 1898 bis 1899 absolvierte er das Anleitungsjahr und 1899/1900 das Probejahr  am Wilhelm-Gymnasium Hamburg und erlangte am 1. Oktober 1900 die Anstellungsfähigkeit für die Fächer Religion, Deutsch, Hebräisch in der oberen, Latein in den unteren Klassen der Höheren Schule. Am 1. April 1902 wurde er Oberlehrer an der Oberrealschule auf der Uhlenhorst und ab 1912 an der Oberrealschule Eppendorf. 1918 erhielt er die Amtsbe­zeichnung „Professor“, 1924 wurde er zum Leiter ernannt. In dieser Funktion war er als Vertreter der Lehrer Mitglied im Aus­schuss der Oberschul­behörde für die Ausbil­dung der Religionsleh­rer, in deren Rahmen er im Wintersemester 1932/33 Griechisch an der Hamburgischen Universität unterrichtete.

Politisch gehör­te der 1900 in Göttingen promovierte Germanist von 1911 bis 1922 der Deutsch-Hannoverschen Partei an, theologisch zählte er im Kaiserreich zu den ultra‑rechten kirchen­politi­schen Gruppierungen in Preußen, die sich von den Reformierten und allen Unionsbestrebungen abgrenzten. 1912 verfasste er einen gegen den Evangelischen Bund gerichteten Artikel in der Allgemeinen Evange­lisch-Lutherischen Kirchenzeitung. Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich der Bund mit ihm auseinandergesetzt und sogar Strafan­trag wegen „grober Beschimpfungen“ gestellt, der aber folgenlos blieb. 1934 wurde Lauenstein nach langer Erkrankung pensio­niert. 

 
Literaturhinweise Lauenstein Literatur.pdf
Kategorien Bildungswesen
Funktionen Lehrer/in: 1897 - 1934
Anfang

 
Prof. Dr. Otto Lauffer  
Abbildung
Geboren 20. Februar 1874
Geburtsort Weende bei Göttingen 
Gestorben 08. August 1949
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Otto Laufer studierte Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Göttingen, Berlin und München und wurde 1896 promoviert. Von 1897 bis 1902 war er Museumsassistent am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Danach wechselte er an das Historische Museum in Frankfurt am Main, wo er zunächst als Assistent, seit 1907 dann als Direktor tätig war. Von 1908 an baute er als Gründungsdirektor das 1922 eröffnete Museum für Hamburgische Geschichte auf, welches er bis 1946 leitete. Seit 1919 war Laufer zudem Professor für deutsche Altertums- und Volkskunde an der neu gegründeten Hamburgischen Universität und verfasste zahlreiche Werke zu musealen und volkskundlichen Themen.

 
Kategorien Wissenschaft
Kunst
Funktionen
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Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Kurt Rudolf Hermann Anton Leese  
Abbildung
Geboren 06. Juli 1887
Geburtsort Gollnow/Pommern 
Gestorben 06. Januar 1965
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Kurt Leese war ein liberaler Hamburger Pastor und Philosophieprofessor. Nach der Reifeprüfung 1906 studierte er Evangelische Theologie und Philosophie an der Theologischen Schule Bethel sowie in Rostock, Straßburg und Berlin, wo er 1910 und 1912 die beiden theologischen Prüfungen ablegte. 1912 wurde er in Kiel in Theolo­gie promoviert und als Geistlicher nach Danzig berufen; 1915 wurde er Pastor in Kirch-Baggendorf, Vorpommern. 1921 übernahm er eine Pastorenstelle in Hamburg-St. Georg. Neben seiner kirchlichen Tätig­keit war Kurt Leese bei den Pfadfindern sehr aktiv, u.a. ab 1926 als Bundesführer des „Deut­schen Späherbundes“. 1928 wurden in Leeses Wohnung bei einem Gespräch mit Paul Tillich, Eduard Heimann und August Rathmann die „Neuen Blätter für den Sozialismus“ gegründet. Leese trat zusammen mit Rudolf Otto und Tillich für das Heimatrecht der Mystik im Protestantismus ein. Er setzte an der Tradition des deutschen Idealismus an.

Während seiner Hamburger Zeit widmete Kurt Leese sich verstärkt philosophischen Forschungen und wurde 1927 von Ernst Cassirer und William Louis Stern zum Dr. phil. promoviert. Ein Jahr später habilitierte er sich für Philosophie an der Hamburgischen Universität und lehrte fortan als Privatdozent.

Im April 1932 entschied sich Leese, aus dem aktiven Dienst der Hamburger Landeskirche auszuscheiden, da ihn der innere Konflikt zwischen seinem Kirchenamt und der freien Forschungsarbeit belastete. Die Philosophische Fakultät der Hamburger Universität ernann­te ihn 1935 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor für Philosophie. 1938 erschien sein systematisches Hauptwerk „Die Religion des protestanti­schen Menschen“, das entgegen einer engen konfessionalistischen Strömung der zeitgenössischen Theologie die Idee Schleiermachers entwickelte, dass die „Reformation noch weiter geht“. 1940 entzog der Reichserziehungsminister ihm aus „politischen und weltanschaulichen Gründen“ die Lehrbefugnis. Lese widerlegte die Rassentheorien Alfred Rosenbergs als unbegründet und widersprüchlich. Ebenso wies er die Versuche Houston Stewart Chamberlains und Rosenbergs, die arische Herkunft Jesu nachzuweisen, zurück.

Zum 1. Oktober 1945 wurde Kurt Leese zum planmäßigen außerordentli­chen Profes­sor an der Hamburger Universität ernannt und in das Beamtenverhältnis auf Lebenszeit berufen. Neben seiner Tätigkeit am Philoso­phi­schen Seminar lehrte er wie schon in den dreißiger Jahren Systemati­sche Theolo­gie im Rahmen der Lehrerbildung am Pädagogischen Insti­tut. 1957 verlieh ihm die Marbur­ger Theo­logische Fakultät die Ehren­dok­torwürde.

 
Literaturhinweise Leese Literatur.pdf
Kategorien Wissenschaft
Religion
Bildungswesen
Funktionen Pastor/in / Pfarrer/in / Kleriker: 1915 - 1932
Hochschullehrer/in: 1935 -
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Carl von Leesen  
Abbildung
Geboren 1804
Geburtsort Nienstedten 
Gestorben 06. Mai 1858
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Carl von Leesen, geboren 1804 in Nienstedten, gestorben 6.5.1858 in Hamburg, Sohn des Kaufmanns Detlef von Leesen und der Rosina Elisabeth Reder; Kaufmann in Hamburg, in zahlreichen bürgerlichen Ehrenämtern tätig; vermählt 7.12.1833 mit Mathilde Meyer, nach deren Tod zweite Eheschließung 18.1.1839 mit Auguste Amalie Loehr. 
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Kaufmann/-frau: -
Anfang

 
Prof. Dr. Dr. h.c. Johann Georg Christian Lehmann  
Abbildung
Geboren 25. Februar 1792
Geburtsort Haselau bei Uetersen 
Gestorben 12. Februar 1860
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Johann Georg Christian Lehmann, Sohn des Pastors Johann Gottlieb Lehmann und seiner Frau Maria Elisabeth Zornikel, studierte in Kopenhagen und Göttingen Medizin und wurde 1813 zum Dr. med. sowie 1814 zum Dr. phil. in Jena promoviert. Seit 1818 war er als Professor für Naturwissenschaften am Akademischen Gymnasium in Hamburg tätig und zugleich Bibliothekar der Stadtbibliothek. 1821 legte er unter Mitwirkung des Landschaftsgärtners und Pflanzensammlers Johann Heinrich Ohlsdorf den Botanischen Garten in Hamburg an und wurde dessen erster Direktor.

 
Kategorien Wissenschaft
Funktionen
Anfang

 
Johannes Christian Eugen Lehmann  
Abbildung
Geboren 09. September 1826
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 21. Februar 1901
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Johannes Christian Eugen Lehmann, geboren 9.9.1826 in Hamburg, gestorben 21.2.1901 ebd., Sohn des Prof. Dr. Christian Lehmann und der Dorothea Baltzer. Nach Jurastudium in Berlin, Göttingen und Heidelberg 1859 Promotion zum Dr. jur. Seitdem als Advokat in Hamburg tätig. 1879 Wahl zum Senator, 1894 zum Bürgermeister in Hamburg. Vermählt 24.9.1859 mit Emma Margaretha Kellinghusen. 
Kategorien Politik
Funktionen Senator/in: 1879 -
Bürgermeister/in: 1894 -
Anfang

 
Florian Leis-Bendorff  
Abbildung
Geboren 22. Oktober 1969
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 04. Oktober 2005
Todesort Landkreis Harburg 
Kurzbiographie Florian Leis-Bendorff absolvierte ein Studium an der Hamburger Hochschule für Musik und darstellende Kunst, arbeitete danach als Tontechniker und Musiker und feierte ab 1992 als Gitarrist bei der österreichischen Alpenrockband "Schürzenjäger" große Erfolge. Leis-Bendorff beging 2005 Selbstmord.  
Kategorien Musik
Funktionen Musiker/in: -
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Joachim Lemmermann  
Abbildung
Geboren 18. September 1622
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 28. März 1704
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Eine Kurzbiographie liegt für diese Persönlichkeit aktuell noch nicht vor. Es wird auf den ausführlichen Nachruf verwiesen. 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein Quelle Staatsarchiv HH.pdf
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Überarbeitung Heinz A. E. Schröter 2009.pdf
Podcasts Sprecher A. E. Heinz Schröter 2009 08.mp3
Medaillen
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 22. August 1684 - 28. März 1704
Anfang

 
Peter von Lengercke  
Abbildung
Geboren 18. Juni 1651
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 17. November 1709
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Eine Kurzbiographie liegt für diese Persönlichkeit aktuell noch nicht vor. Es wird auf den ausführlichen Nachruf verwiesen. 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein Quelle Staatsarchiv HH.pdf
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Überarbeitung Heinz A. E. Schröter 2010.pdf
Podcasts Sprecher Heinz A. E. Schröter 2010 07.mp3
Medaillen
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 18. November 1697 - 17. November 1709
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Prof. Dr. Hermann Albert Dietrich Lenhartz  
Abbildung
Geboren 20. Dezember 1854
Geburtsort Ladbergen 
Gestorben 20. April 1910
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Geboren im westfälischen Ladbergen, besuchte Hermann Lenhartz das Gymnasium in Minden und studierte anschließend Medizin in Marburg, Göttingen und Leipzig. 1877 wurde er promoviert. Von 1879 bis 1883 war er Assistent an der Medizinischen Klinik in Leipzig, in den folgenden drei Jahren praktizierte er dort als Arzt für Allgemeinmedizin. 1886 habilitierte er sich auf dem Gebiet der Inneren Medizin und wurde 1893 außerordentlicher Professor und Leiter der Leipziger Poliklinik. Zwei Jahre später ging er, u.a. auf Initiative Aby Warburgs, nach Hamburg, und zwar als Direktor des damaligen Alten Allgemeinen Krankenhauses zu St. Georg. 1901 wurde er dann Direktor des Neuen Allgemeinen Krankenhauses Eppendorf. Hier machte er sich vor allem als Organisator einen Namen, trug jedoch auch erheblich zur Entwicklung der wissenschaftlichen Kultur in der Klinik bei. Lenhartz verfasste zahlreiche kleinere medizinische Schriften und drei große Werke. Er war u.a. Mitglied der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte. Daneben gehörte er, wie viele Mediziner, der Ortsgruppe Hamburg des Alldeutschen Verbandes an.  
Lokale Referenzen

Spuren in Hamburg:

- in Eppendorf befindet sich seit 1911 die nach ihm benannte Lenhartzstraße

 
Literaturhinweise LenhartzHermann.pdf
Kategorien Wissenschaft
Funktionen
Anfang

 
Hinrick Leseman  
Abbildung
Geboren -
Geburtsort  
Gestorben -
Todesort  
Kurzbiographie  
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 1458 - 1464
Anfang

 
Wilhelm Lesser  
Abbildung
Geboren 1813
Geburtsort  
Gestorben 12. Februar 1889
Todesort Kiel 
Kurzbiographie Wilhelm Lesser, geb. 1813, gest. 12.02.1889 in Kiel. Nach Verwaltungslaufbahn in preußischen Diensten 1870-1882 der erste Bürgermeister von Wandsbek. 1887 Ernennung zum Wandsbeker Ehrenbürger. 
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 1870 - 1882
Anfang

 
Gotthold Ephraim Lessing  
Abbildung
Geboren 22. Januar 1729
Geburtsort Kamenz/Oberlausitz 
Gestorben 15. Februar 1781
Todesort Braunschweig 
Kurzbiographie
Gotthold Ephraim Lessing wurde als Sohn des Predigers Gottfried Lessing und seiner Frau, der Pastorentochter Justina Feller, am 22. Januar 1729 in Kamenz, heute im Landkreis Bautzen, Sachsen, geboren. Mit dem Abitur auf der Fürstenschule St. Afra in Meißen 1746 endete auch die bürgerliche Kontinuität seines Lebens. Als er sein wechselvolles Studium mit dem akademischen Grad als Magister der freien Künste 1752 abschloss, war er schon längst zum Schriftsteller geworden; hatte Gedichte, Erzählungen und auch schon die erste theologische Schrift veröffentlicht und sein erstes Lustspiel zusammen mit der Theatertruppe der "Neubeginn" 1747 aufgeführt. Antrieb für sein Schreiben war die Suche nach Wahrheit und Humanität im gesellschaftlichen Zusammenleben. Seine Ruhelosigkeit, verbunden mit seiner Theaterleidenschaft, führte ihn von 1767 bis 1770 nach Hamburg. Hier, dem damals bedeutendsten Zentrum des Theaters und der Oper, erhoffte die gelehrte und die bürgerliche Welt von ihm die Gründung eines "Nationaltheaters". Den Aufbau dieses Theaters versuchte er durch ein öffentliches Theatertagebuch "Die Hamburgische Dramaturgie" zu begleiten. Außerdem brachte er seine "Minna von Barnhelm", das erste deutsche Lustspiel, in der Buchausgabe mit, und schrieb später, von Hamburgern abgestoßen und gefördert, "Nathan der Weise". Das Theater löste sich aufgrund von Geldmangel auf und Lessing zog weiter nach Wolfenbüttel, wo er als vorbildlicher Bibliothekar der berühmten Großherzog Wilhelm Ernst Bibliothek wirkte. Von hier aus griff er auch im Anti-Götze in hamburgische Religionsauseinandersetzungen ein. Den Hamburger Freunden blieb er bis zu seinem Tod verbunden. Seine Hamburger Spuren aber sind bis in die Gegenwart des Theaters gelegt worden. Lessing starb am 15. Februar 1781 in Braunschweig.
 
Lokale Referenzen
Gotthold Ephraim Lessing wurde am 14. Oktober 1771 in Hamburg von der Loge "Zu den drei Rosen" zum Freimaurer aufgenommen. Er schätzte die Freimaurerei und ihre Ziele sehr hoch ein, wie an seinem 1780 erschienen Werk "Ernst und Falk - Gespräche für Freimaurer" zu erkennen ist. "Nathan der Weise", sein erstes weltanschauliches Ideendrama, weist mit der Ringparabel ebenfalls auf freimaurerisches Gedankengut hin.
In Hamburg pflegte er engste Kontakte zu bekannten Persönlichkeiten, die ebenfalls dem Bund der Freimaurer augehörten. Dazu zählten unter anderen: der Schauspieler und spätere Theaterdirektor Friedrich Ludwig Schröder, der Schauspieler Konrad Ekhof, die Schriftsteller Friedrich Gottlieb Klopstock und Matthias Claudius, der Verleger Johann Joachim Christoph Bode, der Philosoph Johann Gottfried Herder, der Aufklärer Johann Georg Büsch, und viele mehr.
 
Spuren in Hamburg:
- auf dem Gänsemarkt steht seit 1881 das Lessing-Denkmal
- in der Rathausdiele befindet sich an einer Säule sein Portrait-Relief
- an der Fassade vom Schauspielhaus ist eine Lessing-Büste
- an der Fassade des Museums für Kunst und Gewerbe ist ein Portrait-Reief
- in Harburg gibt es das Gymnasium Lessing
- in Hohenfelde ist seit 1863 die Lessingstraße
- in Altona führt unter den Bahngleisen der Lessingtunnel
 
Kategorien Literatur
Funktionen Dichter/in: -
Autor/in: -
Bühnenschauspieler/in: -
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Max Leuteritz  
Abbildung
Geboren 27. April 1884
Geburtsort Ockrilla 
Gestorben 12. April 1949
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Max Leuteritz wurde am 27.4.1884 im sächsischen Ockrilla geboren.
Er machte eine Ausbildung zum Maurer und Stuckateur und war in diesem Beruf einige Jahre tätig. Nebenbei war er in der freien Gewerkschaftsbewegung aktiv.
Seit 1902 war er Mitglied der SPD, wo er zeitweise als Parteisekretär und Vorsitzender der SPD Landesorganisation Hamburg tätig war. Zwischen 1919 und 1933 saß er für die SPD in der Hamburger Bürgerschaft, wo er 1928 zum Präsidenten gewählt wurde.
Unter den Nationalsozialisten kam er 1933 für einige Tage in Untersuchungshaft und wurde 1944 im Rahmen der "Aktion Gitter" für einen Monat im KZ Fuhlsbüttel festgehalten.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges von Juli 1945 bis Februar 1946 war Leuteritz Senator für die Hamburgische Bauverwaltung und war bis zu seinem Tode 1949 Direktor der Hamburger Wiederaufbaukasse. 
Lokale Referenzen Leuteritzweg, Hummelsbüttel, seit 1975
 
Literaturhinweise Max Leuteritz_Literaur.pdf
Kategorien Politik
Funktionen Bürgerschaftsmitglied: -
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Adolph Lewisohn  
Abbildung
Geboren 27. Mai 1849
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 17. August 1938
Todesort Saranac Lake 
Kurzbiographie

Adolph Lewisohn wurde zwar in Hamburg geboren, verbrachte aber den größten Teil seines Berufslebens in den USA. 1867 ging er als Vertreter der väterlichen Hamburger Firma Samuel Lewisohn jr. nach New York, um dort seine beiden Brüder Julius und Leonhard zu unterstützen. Die Firma handelte u.a. mit Borsten. 1878 stiegen Adolph und Leonhard in den Kupferhandel ein und wandten sich auch der Produktion und der Verarbeitung von Kupfer zu. 1887 löste sich die New Yorker Filiale Lewisohn Brothers vom Hamburger Haupthaus. Es kam zur Gründung der Boston & Montana Consolidated Copper and Silver Mining Company, die sich zu einer der profitabelsten Kupfergesellschaften weltweit entwickelte. 1899 entstanden die Amalgamated Copper Company und die ASARCO, wobei die Führung der letzteren bereits 1901 von den Guggenheims übernommen wurde. In ihrer Heimatstadt Hamburg unterstützten die Lewisohn-Brüder soziale Einrichtungen und spendeten z.B. 1901  dem Krankenhaus der deutsch-israelitischen Gemeinde in St. Pauli 130.000 Mark für den Bau von zwei Pavillons. Seit 1900 engagierte sich Adolph Lewisohn in den Vereinigten Staaten publizistisch und finanziell für eine Gefängnisreform, die auf die Resozialisierung der Straftäter zielte. In New York finanzierte er 1915 für das City College den Bau des später nach ihm benannten Lewisohn Stadiums (1973 abgerissen). 1904 stellte er der Columbia University 300.000 Dollar für ein Gebäude der School of Mines zur Verfügung. Außerdem schenkte er der National Gallery of Art und dem Metropolitan Museum of Art eine Reihe von Kunstwerken aus seiner Sammlung. Ausführliche Biographie

 
Lokale Referenzen Samuel Lewisohn-Stift am Kleinen Schäferkamp 
Literaturhinweise Literatur zu Adolph Lewisohn.pdf
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Kaufmann/-frau: -
Anfang

 
Alfred Lichtwark  
Abbildung
Geboren 14. November 1852
Geburtsort Hamburg-Reitbrook 
Gestorben 13. Januar 1914
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie
Der Sohn des Müllers Friedrich Carl Lichtwark und seiner zweiten Frau Helene Johanne Henriette, geb. Bach, kam im Alter von zwölf Jahren mit seiner Familie nach Hamburg, nachdem der Vater Hof, Mühle und Vermögen verloren hatte. Nach Schulabschluss war Alfred Lichtwark seit 1867 als Hilfslehrer tätig. Erst im Alter von 27 Jahren konnte er nach intensiven Privatstudien ohne Abitur die Universität Leipzig besuchen. 1885 wurde er dort mit der Arbeit "Die Kleinmeister als Ornamentisten" promoviert. Ein Jahr später wurde er zum ersten Direktor der Hamburger Kunsthalle berufen, die seit 1869 von einer Kommission verwaltet worden war. Er entwickelte diese in wenigen Jahren zu einem der führenden Museen Deutschlands. Dazu baute er u.a. die Gemäldegalerie mit deutscher Malerei des 19. Jahrhunderts und das Kupferstichkabinett aus. 1897 kaufte er als erster deutscher Museumsleiter ein Gemälde von Claude Monet. Alfred Lichtwark gilt als einer der Wegbereiter der Reform- und Museumspädagogik. Sein Blick beschränkte sich dabei nicht nur auf die hohe Kunst und die Kunsthalle, sondern galt auch Dingen wie der Amateurphotographie oder der Gartenkunst.
 
Kategorien Wissenschaft
Kunst
Wohlfahrt
Funktionen Kunstgeschichtswissenschaftler/in: -
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Rolf Liebermann  
Abbildung
Geboren 14. September 1910
Geburtsort Zürich  
Gestorben 02. Januar 1999
Todesort Paris 
Kurzbiographie Parkett Reihe 1, Platz 3 – in der Hamburgischen Staatsoper war dieser Stuhl so legendär wie unverkäuflich. Denn er war reserviert für den Operndirektor Rolf Liebermann, der auf seinem Stammplatz während der 14 Jahre seiner Intendanz kaum eine Aufführung im eigenen Haus verpasst hat.

Rolf Liebermann, der gebürtige Schweizer und Großneffe des Malers Max Liebermann, kam 1959 als Wunschkandidat von Bürgermeister Max Brauer an die Hamburger Staatsoper. Und der Jurist und Komponist, der zuvor zwar die Musikabteilung des NDR, aber noch nie ein Opernhaus geleitet hatte, führt das Haus zu neuem Glanz, macht es mit seinem Verständnis von Neuer Musik zur führenden Musikbühne Europas. Sein Credo: Kunst und Kultur sollen zum Gegenwartserlebnis werden. Sein Rezept: Mozart, Verdi und Puccini spielen, aber parallel Zeitgenössisches in Auftrag geben. Moderne Opern und Ballette werden fester Bestandteil des ständigen Repertoires. Von den 23 Uraufführungen zwischen 1959 und 1973, waren 21 Auftragswerke, darunter Hans Werner Henzes "Prinz von Homburg" und Mauricio Kagels "Stadttheater".

Liebermann holt hochrangige Regisseure, weltberühmte Sänger und gefeierte Dirigenten. Placido Domingo macht er zum Star, Igor Strawinski feiert 1962 seinen 80. Geburtstag in der Oper und Peter Ustinov führt Regie in Mozarts „Zauberflöte“ - goldene Zeiten für Hamburgs Oper. 1973 geht Liebermann nach Paris, um die Grand Opéra wieder auf Weltniveau zu bringen und kehrt 1985, inzwischen 74-Jährig, noch einmal an das krisengeschüttelte Haus am Stephansplatz zurück.

Mit seiner Jazzoper "Cosmopolitan Greetings" verabschiedet sich Liebermann 1988 von Hamburg endgültig als Intendantenlegende und will sich nur noch dem Komponieren widmen. Als seine fünfte Oper "Freispruch für Medea" 1995 zu Ehren seines 85. Geburtstags an der alten Wirkungsstätte uraufgeführt wird, ist es das letze Mal, dass er auf seinem Stammplatz in der ersten Reihe sitzt. Mit 88 Jahren stirbt er in Paris. 
Kategorien Musik
Funktionen Oper: -
Musiker/in: -
Komponist/in: -
Anfang

 
Dr. Rahel Liebeschütz-Plaut  
Abbildung
Geboren 21. Juni 1894
Geburtsort Leipzig 
Gestorben 22. Dezember 1993
Todesort Kent 
Kurzbiographie


Rahel Liebeschütz-Plaut war die erste Frau, die 1923 im Fach Physiologie an der Medizinischen Fakultät des Krankenhauses Eppendorf in Hamburg habilitiert wurde. Vor ihr waren dies nur Adele Hartmann (1918 in Anatomie in München) und Selma Meyer (1922 im Fach Kinderheilkunde in Düsseldorf) gelungen. Als Rahel Plaut 1924 den Historiker Hans Liebeschütz heiratete, verlor sie auf Grund eines Doppelverdienerbeschlusses des Hamburger Senats ihre Forschungsstelle. Als Privatdozentin blieb sie dem Physiologischen Institut eng verbunden, bis ihr als jüdischer Ärztin 1933 nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler wie ihren jüdischen Kollegen die Lehrerlaubnis und 1938 wie allen jüdischen Ärzten die Approbation aberkannt wurde. Nach der Reichspogromnacht 1938 emigrierte sie mit ihrer Familie, sie hatte inzwischen drei Kinder, nach Großbritannien. Dort blieb die Familie auch nach 1945. Hans Liebeschütz erhielt an der Universität in Liverpool einen Lehrauftrag in Mittelaltergeschichte. Rahel Liebeschütz-Plaut arbeitete nie wieder in ihrem Beruf als Ärztin. Um der Gesellschaft, die sie aufgenommen hatte, etwas zurückzugeben, arbeitete sie ehrenamtlich beim Women's Royal Voluntary Service in Liverpool. Nach Kriegsende führe sie die Restitutionsverhandlungen mit der Stadt Hamburg, die erst 1956 abgeschlossen wurden. Mit 95 Jahren konnte sie noch den gesellschaftlichen Wandel der deutschen Gesellschaft im Umgang mit den Verbrechen des Nationalsozialismus erleben. Im Rahmen der 100-Jahrfeier des Krankenhauses Eppendorf erfuhr sie in einer zu ihren Ehren durchgeführten Sonderveranstaltung ihre Rehabilitierung und Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Rahel Liebeschütz-Plaut verbrachte die letzten Lebensjahre bei ihrer Tochter Elisabeth Hull in Kent und verstarb dort fast 100-jährig am 22. Dezember 1993.

 

 

 
Lokale Referenzen

Stolperstein vor dem Eingang des Hauptgebäudes der Universität sowie Stolpersteine für ihren Mann, ihre Kinder und sie in der Rabenstraße 21 vor dem Haus der Iduna Versicherung

 

 

 

 
Lebensbeschreibungen PlautRahel.Biographie.pdf
Literaturhinweise PlautRahel.QuellenLiteratur.pdf
Kategorien Wissenschaft
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Anfang

 
Daniel Lienau  
Abbildung
Geboren 01. November 1739
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 05. Juni 1816
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie

Daniel Lienau war der Hamburger Bürgermeister, der die Stadt als ältester Bürgermeister und Generalissimus durch die schwierige Franzosenzeit führte. Bereits sein Vater, Hinrich Christoph Lienau, hatte der Stadt als Senator gedient. Daniel Lienau besuchte das Johanneum und war dort so erfolgreich, dass er zum Primus der ersten Klasse aufstieg. Gesundheitliche Probleme bewogen ihn zum Abbruch des Studiums. Statt dessen reiste er nach Bordeaux, wo sein Bruder Vincent das Handelsgeschäft Frères Lienau &. Comp., das seine Onkeln gegründet hatten, erfolgreich weiterführte. Daniel Lienau blieb als Teilhaber des Geschäfts in Bordeaux, bis er nach dem Tod des Vaters 1770 zurückgerufen wurde, um in Hamburg das Familienunternehmen fortzuführen. Bis zu seiner Erhebung zum Bürgermeister 1798 übte er zudem verschiedene städtische Ämter aus, unter anderem von 1788 bis 1793 die Amtmannschaft in Ritzebüttel.  1807 stieg Daniel Lienau vom Bürgermeister zum ältesten Bürgermeister und Generalissimus auf und verbrachte die kommenden Jahre mit dem Versuch, Hamburgs Eigenständigkeit und Stadtverfassung trotz französischer Besatzung so weit wie möglich zu erhalten. Litt die Stadt schon ab 1806 unter der Kontinentalsperre, die den wichtigen Handel mit England unmöglich machte, musste sie 1811 auch die angestammte Verfassung aufgeben und wurde Teil des Kaiserreichs. Laut dem Verfasser seines Nekrologs gab Daniel Lienau jedoch die Stadt nicht auf und erlebte auch den Abzug der Franzosen 1813 noch mit. Diese Standhaftigkeit wurde nach seinem Tod 1816 besonders gewürdigt. 

 
Lokale Referenzen
Daniel Lienau gehörte - wie weitere Mitglieder seiner Familie - dem Bund der Freimaurer an. Zuerst war er Mitglied der Loge "Absalom zu den drei Nesseln". Als am 18. Juli 1776 in Hamburg die Loge "Ferdinande Caroline zu den drei Sternen" gegründet wurde, wechselte er mit seinem Bruder Vincent und vielen weiteren Brüdern in diese Loge. Bruder Vincent wurde erster Meister vom Stuhl dieser neu gegründeten Loge, der er den Namenszusatz "zu den drei Sternen" mit Bezug auf die drei Sterne im Wappen der Familie Lienau gegeben hatte.
 
Lienaustraße, Farmsen-Berne, seit 1927
 
Nachrufe (Nekrologe) Text Latein Quelle Johanneum.PDF
Übersetzung aus dem Lateinischen.pdf
Medaillen
Kategorien Politik
Funktionen Bürgermeister/in: 20. April 1798 - 13. Februar 1811
Kaufmann/-frau: -
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Hinrich Christoph Lienau  
Abbildung
Geboren 16. Dezember 1704
Geburtsort  
Gestorben 18. März 1770
Todesort Hamburg 
Kurzbiographie Die Familie Lienau stammte ursprünglich aus Stade. Wie jedoch der Nekrolog seines bekannteren Sohnes, des Bürgermeisters Daniel Lienau berichtet, hatte sich die Familie bereits vor dessen Bürgermeisterwahl um die Stadt verdient gemacht. Schon Hinrich Christoph Lienau hatte zahlreiche Ämter in Hamburg inne. So war er unter anderem ab 1741 Adjunkt am Kirchenkollegium von St. Petri und gehörte ab 1742 dem Niedergericht an. Ab 1748 war er Kriegskommissar, an 1749 Fortifikationsbürger und ab 1751 Zuchthausprovisor. 1760 wurde er zum Mitglied der Commerzdeputation gewählt, der er von Januar 1764 bis Februar 1765 als Präses vorstand, bevor er turnusgemäß ausschied. Befasste Hinrich Christoph Lienau sich mit den übrigen Commerzdputierten auch mit verschiedenen Themen, die lange Zeit die Arbeit der Deputation prägten, wie etwa Makler- und Wechselregelungen, der Elbe, Assekuranzen und Konflikten zwischen Hamburger und fremden Kaufleuten, so war seine Amtszeit dennoch von einem besonderen Ereignis geprägt: Der Vorbereitung und Durchführung des 100jährigen Jubiläums der Commerzdeputation. Zu diesem Anlass wurde unter anderem bei Georg Philipp Telemann eine Jubelsymphonie bestellt und ein Jubiläums-Portugaleser geprägt. 1766 wurde Hinrich Christoph Lienau als  Admiralitätsbürger zugelassen und am 16. Mai 1766 zum Senator gewählt. Dem Senat gehörte er bis zu seinem plötzlichen Tod am 18. März 1770 an.
Unter den Kindern aus seiner am 5. November 1736 geschlossenen Ehe mit Elisabeth Schiebeler ist zweifellos der spätere Bürgermeister Daniel Lienau (1739-1816) das bedeutendste. Doch aus sein ältester Sohn Vincent, geboren am 15. August 1737 steht für ein interessantes Kapitel der Hamburger Wirtschaftsgeschichte. Gehörte er doch zu den Kaufleuten, die in Bordeaux regen Handel trieben und auch fest in der Gesellschaft verankert waren. Er führte dort die 1737 von seinen beiden Onkeln gegründete Lienau Frères & Comp. fort. Zu Hinrich Christoph Lienaus Geschäftstätigkeit ist wenig bekannt. Die Tatsache, dass er in die Commerzdeputation gewählt werden konnte, deutet jedoch darauf hin, dass auch er wie sein Sohn zu den "zur See handelnden Kaufleuten" gehörte, aus denen sich der Ehrbare Kaufmann zusammensetzte. 
Kategorien Wirtschaft
Funktionen Handelskammerpräses: Januar 1764 - Februar 1765
Senator/in: 16. Mai 1766 - 18. März 1770
Kaufmann/-frau: -
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Hans Liesche  
Abbildung
Geboren 11. Oktober 1891
Geburtsort Hamburg 
Gestorben 30. März 1979
Todesort Berlin 
Kurzbiographie

Hans Liesche war ein überragender Hamburger Leichtathlet, mehrfacher Deutscher Meister im Hochsprung und Silbermedaillen-Gewinner bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Seinen ersten deutschen Titel gewann der gelernte Schiffsbauer 1911, als er eine Höhe von 1,82 Metern überwand. Der 1.88 Meter große und nur 67 Kilogramm schwere Sportler wiederholte diesen Erfolg 1912, 1913 und 1915. Er startete für den Eimsbütteler Turnverband (ETV). In Stockholm musste er sich mit 1.91 Metern nur dem Amerikaner Alma Richards geschlagen geben, der 1.93 Meter überwand, was 1912 einen neuen Olympischen Rekord bedeutete. Richards lobte die besondere Sportlichkeit von Liesche, der später sein Freund wurde. Eigentlich hätte dieser die Goldmedaille verdient, denn bei seinem letzten Versuch sei er ständig gestört worden, erst durch Schüsse aus einer Starterpistole, dann von einer Musikkapelle und schließlich habe ihn auch noch ein Schiedsrichter zur Eile angetrieben. Gleichwohl habe ihm Liesche herzlich zum Sieg gratuliert, erinnerte sich Richards.

 
Kategorien Sport
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